Add Thesis

Stark trotz Armut?

Resilienzförderung von armutsbetroffenen Kindern durch die Soziale Arbeit

Written by U. Beerli

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2019

Abstract

Bachelorarbeit: Die Situation von Kindern in armen Familien Um zu untersuchen, wie sich Armut auf die Wachstumsmuster von Kindern auswirkt, muss zunächst das Armutsverständnis geklärt werden, das dieser Arbeit zugrunde liegt. In den folgenden Kapiteln stellen wir verschiedene Konzepte und Methoden zur Armutsbekämpfung vor, gehen den Ursachen von Armut auf den Grund und untersuchen die verschiedenen Folgen von Armut genauer. 2.1 Der Armutsbegriff In der Literatur werden viele verschiedene Armutsbegriffe beschrieben und miteinander verglichen. Armutskonzepte sollen nach Dittmann und Goebel (2018: 21) helfen, (...) Armut zu messen, zu verstehen und zu erklären (...), damit sie für den Umgang mit (...) genutzt werden können. Der Armutsbegriff umfasst den Armutsbegriff, der die relevanten Dimensionen der Armutsmessung und -umsetzung bündelt (...) und Armuts- und Gesellschaftstheorie einbettet (...), je nachdem, ob sich Wissenschaft, Politik, oder die Behörden oder soziale Organisationen Armutsthemen, andere Werte und Einstellungen stechen heraus (vgl. Schuwey / Knöpfel 2014: 22). Die Wahl eines bestimmten Armutsbegriffs wird das Armutsbild in der Gesellschaft verändern (vgl. Dittmann / Goebel 2018: 21), und verschiedene Armutsbegriffe sind sehr unterschiedlich. So fokussiert sich der Ressourcenansatz gemäss Schuwey und Knöpfel (2014: 23) nur auf einen Aspekt. Mehrdimensionale Konzepte, die auch situative Methoden beinhalten, öffnen Ihre Perspektive und betrachten Armut aus mehreren Perspektiven (siehe ebd.). Wenn Akteure wie Wissenschaft und Politik Armut betrachten, wird zwischen diesen Begriffen noch weiter unterschieden: „Nur“ aus objektiver Sicht beziehen andere Akteure wie die professionelle Soziale Arbeit auch die subjektive Sicht der Bevölkerung und damit auch der Betroffenen ein Ansicht (siehe Schuwey / Knöpfel 2014: 23). Doch erst durch die Kombination dieser beiden Perspektiven wird die Komplexität der Problemfelder der Betroffenen sichtbar und die (fehlenden) Möglichkeiten identifiziert, um gezielte Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu planen und umzusetzen (vgl. ebd.). Schuwey und Knöpfel (2014: 29) beschreiben, dass die Armutsforschung auch zwischen absoluter Armut und relativer Armut unterscheidet. „Absolute Armut bedeutet den Mangel an Dingen, die zum physischen Überleben notwendig sind.“ (Schuwey / Knöpfel 2014: 29). Zu den Lebensnotwendigkeiten zählen Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung (vgl. Schuwey / Knöpfel 2014: 29). Stehen diese Güter längere Zeit nicht zur Verfügung, besteht die Gefahr des Todes durch Verhungern, Erfrieren oder Krankheit (siehe ebd.). Bei absoluter Armut wird die soziale Herkunft komplett ignoriert (siehe ebd.). 2.1.1 Ressourcenmethode Die Armutsforschung geht davon aus, dass einzelne (fehlende) Ressourcen wie Einkommen und Vermögen oder der Zugang zum Gesundheitssystem zu Versorgungsengpässen führen können (vgl. Schwey / Knöpfel 2014; 23; Dittmann / Goebel 2018: 23). nach dieser Methode „Wenn Menschen nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um als notwendig erachtete Güter und Dienstleistungen zu erwerben“ (vgl. Dittmann/Goebel 2018: 23), entsteht Armut. Gemäss Schuwey und Knöpfel (2014: 23) ist es unerheblich, ob persönliche Ressourcen für Grundbedürfnisse oder für andere Zwecke (wie Sucht) verwendet werden. Zudem fangen Menschen meist nicht mit Einzelpersonen an, sondern behandeln alle in der Familie zusammenlebenden Menschen als Einheit (vgl. Leu / Burri / Priester 1997: Die Ressourcenmethode wird in der Armutsforschung häufig verwendet, weil einkommensbasierte Armutsmessung ist einfach Vergleichen (vgl. Fritsch / Verwiebe 2018: 81) Die ungleiche Ressourcenverteilung in der Bevölkerung und die unterschiedlichen Preisniveaus der Region funktionieren bei dieser Methode nicht (vgl. Dittmann / Goebel 2018: 24). 2.1.2 Lebenskontextansatz Die Lebenssituationsmethode wurde ursprünglich von Otto Neurath (1882-1945) und 40 Jahre später von Gerhard Weisser entwickelt (vgl. Dittmann / Goebel 2018: 25). Nach Chassé et al dieser Methode besteht darin, Kriterien zur Überwindung oder zumindest Reduzierung sozialer Ungleichheit zu entwickeln Im Gegensatz zum Ressourcenansatz geht der kontextuelle Ansatz davon aus, dass mehrere wechselwirkende Lebensbereiche berücksichtigt werden müssen, um das Armutsproblem zu bewerten (vgl Schuwey / Knöpfel 2014: 24). Dies kann beispielsweise neben dem Einkommen auch Arbeit, Bildung, Wohnen, Gesundheit oder die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben umfassen (vgl. ebd.). Dabei sind immer die subjektiven Armutsverhältnisse des Einzelnen zu berücksichtigen im Kontext der strukturellen und sozialen Rahmenbedingungen (vgl. Zander 2009: 112) Auch in der kontextuellen Lebensauffassung spielen finanzielle Ressourcen eine zentrale Rolle, da diese Ressourcen und vorhandene materielle Ressourcen neue Chancen in anderen Lebensbereichen schaffen können (vgl. Schuwey / Knöpfel 2014: 24). Gleichzeitig können aber auch Defizite wie fehlende gesellschaftliche Teilhabe nach Leu et al Die schnelle Erfassung von Defiziten sorgt dafür, dass diese gezielter gelöst werden können (vgl. Schuwey / Knöpfel 2014: 25) Chassé et al. Read Less