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Modernes Zeitdenken und Arbeit im Kapitalismus

Written by Kenneth Plasa

Paper category

Term Paper

Subject

Cultural Studies

Year

2016

Abstract

Hausarbeit: Das Ziel dieses Kapitels ist es, die grundlegende Theorie dieser Arbeit vorzustellen. Aufgrund der ausgewählten Forschungsthemen liegt der Fokus auf der Kultur und ihren Veränderungen, der Positionierung und Rolle der Ideologie in diesem Prozess sowie der Verbindung von Kultur und wirtschaftlicher Praxis. Nach Williamson (2000) ist Kultur „[...] ein informeller Zwang, verbreitet durch die Gesellschaft“, der sich auf soziale Normen, Gebräuche und/oder Religion bezieht (S. 597). North (1990) verstand es als "[...] Weitergabe von einer Generation an die nächste durch die Vermittlung und Nachahmung von Wissen, Werten und anderen Faktoren, die das Verhalten beeinflussen" (S. 37). Für Guiso, Sapienza und Zingales (2006) ist Kultur die „gewohnten Überzeugungen und Werte“ von „rassischen, religiösen und sozialen Gruppen“ (Seite 2). Facchini und Melki (2011) fassen die drei Grundelemente der Kultur als „Kommunikation“ von „Glauben“ und „Werten“ zwischen Gruppen- oder Gemeinschaftsmitgliedern zusammen (Seite 1). Kulturelle Unterschiede sind der Hauptgrund für Systemunterschiede. Informelle Institutionen (wie der Markt) haben kognitive und koordinative Funktionen, bestehen aus Glaubenssystemen und Normen, verbieten bestimmte Verhaltensweisen und definieren andere Verhaltensweisen als „normal“. Damit soll abweichendes Verhalten verhindert oder gegebenenfalls zurückgedrängt werden (ebd., S. 4). Nach Williamson (2000) bilden Glaubenssätze und Normen ein formales System (S. 597). In nicht-säkularen Gesellschaften übernimmt Religion nach Williamson (2000) und North (1990) die Funktion der Kultur (S. 597; S. 7). Nach Hayek (1960) beschrieben Facchini & Melki (2011) kulturelle/formale Institutionen als „durch Regeln kristallisiertes Wissen“ (S. 4; S. 27), das es den Menschen ermöglicht, sich selbst mehr Informationen zu verschaffen. Sie profitierten von den Erfahrungen ihrer Gruppe, aber sie selbst hatten diese Erfahrungen nicht (Hayek, 1994, S. 24). Diese gemeinsame Wissensbasis begrenzt den Spielraum individueller Möglichkeiten, schränkt Unsicherheit ein und wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft aus. Kultur und/oder Religion sind/sind wichtige Gründe für die relative Stabilität der Gesellschaft und ihrer Institutionen (Akerlof, 1984). North (1990) glaubt, dass die Erklärung der Rolle des Denkens und der Ideologie in diesem Prozess für ein besseres Verständnis institutioneller Veränderungen unerlässlich ist (S. 86). Sie sind die grundlegende Triebkraft des Menschen (North, 2010, S. 18f.) und spielen eine zentrale Rolle bei der Institutionenbildung und dem Wandel von Kultur und Glaubenssystemen (North, 1992). Facchini und Melki (2011) unterscheiden zwischen Ideologie und Glauben/Glauben (S. 3). Nach Thompson (1973) „[...] gibt es kein Wirtschaftswachstum, das nicht mit kulturellem Wachstum oder Wandel zusammenfällt […]“ (S. 105). Als Triebfeder des (neuen) Denkens und Handelns sieht Marx (?) spezifische historische Bedingungen. In Bezug auf die Herausbildung moderner Arbeitsformen als Ware sieht Biernacki (1995) lokale Produktionsbedingungen und nationalhistorische Hintergründe als Einflussfaktoren des Kulturwandels (S. 213). Thompson (1973) hat in seinem Artikel "Time, Labor Discipline, and Industrial Capitalism" die Ökonomie eines neuen Zeitverständnisses in den frühen Stadien der Industrialisierung dargelegt. Auf dieser Grundlage gibt es strenge Zeitpläne für die tägliche Produktion von Rohstoffen und anderen kollektiven Unternehmen. Im Vergleich zu Thompson hat Biernacki (1995) historisch unterschiedliche Werkzeuganforderungen (wie "Übergang von unabhängiger Haushaltsfertigung zu beaufsichtigter und beaufsichtigter Arbeit in Fabriken") nicht als direkten Grund für eine strenge Zeitdisziplin verwendet, sondern spezifische Kulturen und Einflüsse seiner vorherrschenden Ideologie fungiert als erklärender Vermittler wirtschaftlicher Verhältnisse und schreibt seinen "kulturellen Code" in die Praxis des Produktionsprozesses ein (S. 95). In "The Manufacturing of Labour. Germany and the United Kingdom, 1640-1914" verglich Biernacki (1995) die historische wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und des Vereinigten Königreichs, um den Einfluss der Kultur auf die Praktiken kapitalistischer Unternehmen zu testen ("Factory Practices" ) (S. 90) ). In der historischen Entwicklung der kapitalistischen Arbeit spielte die Kultur eine wichtige Rolle bei der Bildung des neuen Systems. Als Strukturprinzip spezifischer Arbeitspraktiken ist es für die Aufarbeitung der Unterschiede zwischen den beiden Ländern zuständig (Berechnung von Entlohnung, Leistung und Kosten, Disziplinarmaßnahmen, Arbeitsrecht, Fabrikstruktur etc.) (ebd., S. 2). Im Zentrum steht für ihn ihr jeweiliges kulturelles Verständnis der Ware Arbeit – als „[...] Bedingungen für den ‚materiellen Austausch bezahlter Arbeit‘“ und „umfassende Fiktion relativ neuer Eingriffe“ hin zu einem „natürlichen oder universellen“ Form des wirtschaftlichen Austauschs", Es wird "aus historischen spezifischen Konzepten geschaffen, die unterschiedliche Praktiken in ähnlichen Umgebungen prägen". Read Less