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Monetäre Anreize in ökonomischen Experimenten

Written by A. Schloh

Paper category

Term Paper

Subject

Business Administration>General

Year

2009

Abstract

Hausarbeit: Wie auch die meisten Wissenschaftengehört die Wirtschaftswissenschaft zuden Be-obachtungswissenschaften; die ökonomischen Theorien konzipieren sich auf der Erklä-rung der Marktaktivität. Die Ökonomen haben beeindruckende und technisch an-spruchsvolle Modellsysteme entwickelt, deren Erklärungskapazitätendes vorhersagba-ren Inhalts abermit der Zeit zurückgegangen sind. In der Regel lassen sich die ökono-mischen Theorien mitHilfe vonstatistischen Daten aus den bereits existierenden ÄQa-türOLcKeQ³ MlUNWeQ abOeLWeQ. ObZRKO dLe gNRQRPeQ aXcK PaQcKPaO LQ deU LaJe VLQd,den zusammenwirkenden Effekt der relevanten Daten zu entwirren, lassen sich diejeni-gen nicht durch eLQeQ ÄNULWLVcKeQ TeVW³ deU WKeRUeWLVcKeQ AQQaKPe beVWlWLJeQ, da dLe kennzeichnendenhistorischenUmstände nur zufällig vorkommen. Auch wenn die oben genanntenUmständeÄLQ deU NaWXU³ anzutreffen sind, sind die meistenvon sehr vielen störenden Zerrfaktoren umkreist. Je genauer und komplexer die Modelle werden, desto komplizierter werden auch diese Probleme. In der Spieltheorie, zum Beispiel, basierendie Prognosen auf sehr subtilen Verhaltensannahmen, für die nur sehr geringe prakti-sche Möglichkeit der Einholung von BeweismittelnaXV ÄQaWUOLcK³ e[LVWLeUeQdeQ MlUk-ten besteht. Als eine Folge dieserDatenproblemesind die Ökonomen öfter zur Theorienuntersu-chung auf der Basis von Plausibilität oder intrinsischen Faktoren, wie Erlesenheit und innere Kohärenz,gezwungen. Die VerwendungexperimentellerMethoden zur Evaluie-rung der ökonomischen Annahmen hat in der letzten Zeit einen zunehmend weitverbrei-teten Charakter bekommen und bildet ein wichtigesFXQdaPeQW fU eLQeQ ÄBUcNeQaXf-baX³ ]ZLVcKeQ |NRQRPLVcKeU TKeRrie und Beobachtung.Die Experimenttechniken ha-ben einen wichtigen Vorteil zur Durchsetzung der fachlichen Kompetenz bei der Daten-erhebung und ermöglichen mehr direkte Testverfahren zu den Verhaltensannahmen. Einer der wichtigstenAspekte der ökonomischen Forschung ist die Realitätsnähe des Experiments. Daraus folgt auch einer der zutreffendstenGründe für so eine Art von Motivationfür die Experimentteilnehmerwie die monetären Anreize. In dieser Arbeit wird dem Leser ein Überblick über die experimentelle Ökonomie und über die in den ökonomischen Experimenten verwendetenmonetären Anreize verschafft. Der Schwer-punkt dieser Arbeit besteht in der Literaturstudie explizit zu den Auswirkungen von der Geldanreizeauf die Individuen.Dennochwerden aber auch andere zu der Themenset-zung zugehörige Aspekte nicht außer Acht gelassen. Daraus folgt auch dieZielsetzung 2dieser wissenschaftlichen Arbeit, die einerseits auf der Schaffung eines Gesamtüber-blicks über die experimentelle Ökonomieliegt. Auf der anderen Seite werden die Aus-wirkungen der monetären Anreize auf die Individuen untersucht. Es wird auch direkt auf die Frage, wieso die Anreize eine monetäre Form haben sollen, im Lichte der öko-nomischen experimentellen Forschung eingegangen und außerdem auch wesentliche Theorien, die die Wirkung der Anreize erklären, zusammengefasst. Hieraus folgt auch die Struktur dieser Arbeit.In Kapitel 2werdenökonomischeExperimenteund deren Positionin der experimentel-len Wirtschaft untersucht.Es wird auch auf die Problematikder experimentalen Öko-nomie eingegangen.Außerdem werdennoch dieExperimentformen und die Anreizsys-temeerläutert. Imnächsten Kapitel werdendie monetären Anreize per se betrachtet.Wie auch vorher erläutert, wirdauf die Begründung der monetären Form der Anreize eingegangen.Zudemliefert dieses Kapitel auch eine Übersicht über die vier grundle-genden Theorien,die die Funktionalität der Anreize erklären,und begründet auch deren Auswahl. Da mehrere ökonomische und psychologische Studien für die Bearbeitung der Fragestellung verwendet wurden, wird in diesem Kapitel auch eine klare Trennlinie zwischen den beiden Forschungsgebieten gezogen. Das letzte Kapitel dieser wissen-schaftlichen arbeit beschäftigt sich explizit mit dem gesetzten Grundthema und baut auf den vorangegangenen Kapitelnauf, sodass diese Strukturdie bestmögliche Verständnis-lieferung für den Leser darstellt. Es werden die Wirkungen der monetären Anreize auf die Individuen erläutert, außerdem werden nochdie variierendenAuswirkungen der GeldaQUeL]e LQ deU ÄZXVaPPeQaUbeLW³ PLW aQdeUeQ VaULabOeQ beWUacKWeW. Letztlich bildeteineSchlussfolgerungdas Ende dieser Arbeit. 32Gesamtüberblick der experimentellen Ökonomie In den späten 1940er und frühen 1950er Jahrenkamen mehrere Ökonomen unabhängig voneinander auf die Idee, dass die experimentellen Methoden in der ökonomischen For-schung nützlich seinkönnen. Diefrühe Angelegenheitlag in weitgehendmehreren Be-reichen, dieLiteraturarbeiten tendierten jedochzu dendrei eindeutigen Richtungen. In einemExtrem präsentierteEdward Chamberlin Subjekte mitmodernisierten Fassung der natürlichen Marktkräfte(Skinner 1986). Die darauffolgende Literatur zu Marktex-perimenten fokussierte sich auf diePrognosen der neoklassischen Preistheorie. Ein zweiter Strang der experimentellen Literatur wuchs aus dem Interesse an dem Testen der Verhaltensimplikation und der nicht kooperativenSpieltheorie. Diese Spielexperi-mente fanden in einer Umgebung statt, die nicht den realen Märkten entsprach.Die Auszahlungen, zum Beispiel, erfolgten in einer normalen (tabellarischen) Form, was die Struktur des modellierten Marktes stark veränderte, dafür aber die Kalkulationen derspieltheoretischen Ergebnisse wesentlich erleichterte. Die dritte Gruppe, die individuelle Entscheidungstreffen-Experimente,fokussierte sich auf eine einfachere Umgebung, in derdie exogenen Zufallsereignisse,zu den Entscheidungen anderer Teilnehmer gegen-gesetzt,für die Ungewissheit sorgten. Das Interesse dafür ist aus dem Wunschentstan-den,den Verhaltensinhalt aus den Axiomen der Erwartungsnutzentheorie zu untersu-chen gewachsen. Wenn auch die Trennlinien zwischen diesen drei Fachrichtungen mit der Zeit ausgewaschen wurden, ist es trotzdem sinnvoll,dieseaus den Perspektivgrün-den getrennt zu betrachten. Die E. ChamberlinsTheorie der Monopolistischen Konkurrenzwurde durch die Unfä-higkeit der Märkte,während der Depression richtig zu funktionieren, motiviert. Wobei der Glaubevon Chamberlin an einer zumindestheuristischen Überprüfungsmöglichkeit seiner Theorienprognose in einer vereinfachten Marktumgebungssimulation nur durch die Beteiligung der Studenten als Experimentteilnehmerlag. Er berichtete über sein erstesMarktexperiment imJahr 1948, bei demer dieAngebot-und Nachfragestruktur in seinem Marktmodell mit Hilfe einesKartenspiels dargestellte. Während der Verhand-lung könnten die Teilnehmer die Differenz zwischen Einkaufs-und Verkaufspreisen erwirtschaften, anschließend wiesendie Gewinne einen nur hypothetischen Charakter auf. Chamberlins Ergebnisse wurden ursprünglich von derFachliteraturund von ihm selbstignoriert. 4Eine zweite Branche der Forschungen und Literatur fokussiertesichauf dem Individu-alverhalten in einfachen Situationen, wobei die Individuen nur optimieren sollten und jede Art von strategischemVerhalten irrelevant war. Diese Experimente wurden grund-legend zur Evaluierung der Grundsätze der Basistheorie über Entscheidungen unter Un-sicherheit ausgelegtund basiertenauf der von NeumaQQ XQd MRUJeQVWeUQ ÄUWLOLW\ FuncWLRQ TKeRU\³ (FLVKbXUQ 1979).In den Experimenten dieser Art sollten sich die Sub-jekte zwischen Erwartungen bestimmterÄLRWWeULeQ³ eQWVcKeLdeQ. Wobei eLQe ÄLRWWe-ULe³ eine einfache Wahrscheinlichkeitsverteilungvon Gewinnen, zum Beispiel, beimMünzenwurf, abhängig davon ob Kopf oder Zahl geworfen wurde,ist.Der Teilnehmer, deU eLQe deU ÄLRWWeULeQ³ aussucht, eQWVcKeLdeW ZeOcKe deU ÄLRWWeULeQ³ fU dLe FeVWOeJXQJ seines Verdienstes gewählt wird. Mehrere dieser Experimente wurdenfür eine Erzeu-gung eines Gegenbeispiels zur Axiom der Erwartungsnutzentheoriebenutzt. Diese The-orie wird aber nicht beiallenBetrachtungen derEntscheidungsprobleme benutzt.May (1954) hat, zum Beispiel, die intransitiven Entscheidungen über eine Menge von risiko-freien Alternativen ausgelöst. Die dritteFolge der experimentellen ökonomischen Forschung, die so genannten Spiel-experimente, wurdein den 1950ern und 1960ern von Psychologen, Spieltheoretikern, und betriebswirtschaftlichen Ökonomen erzeugt. Die größte Wissbegier lag indem Verhalten des Individuums im Kontext desbeNaQQWeQ ÄGefangenendLOePPa³, daVzum ersten Mal von Tucker im Jahr 1950 erwähnt wurde(J.H. Miller 1996).Dieses Spiel präsentiert ein offensichtliches Problem, beide Subjekte würden einen höheren Nutzen durch ein passives Verhalten, zum Beispiel Schweigen, erzielen, aber beide Subjekte, da MedeU YRQ deQ BeLdeQ YRQ deU ANWLYLWlW deV aQdeUeQ ÄeUVcKURcNeQ³ ZLUd, ÄPVVeQ³ aXcK in der Zeit eine Aktivität, wie zum Beispiel ein Gestehen, zeigen.Ein Problem der oli-gopolenPreisgestaltung ist eine unmittelbare Replikation des Gefangenendilemmas. Obwohl es bei einer Preisabsprachejedem Oligopolist besser gehen würde als im Wett-bewerb, hat jeder Verkäufer einen Anreiz,sich von der Kartellbildung abzusetzen. Die-ser Sachverhalt wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern,unter anderem auch vonSauerman und Selten (1959), Siegel und Fouraker(1960),betrachtet, was folglichzu einem steigenden Interesse der Ökonomen an den oligopolen Spielexperimenten in einer komplexen Marktsimulationführte(Dolbear, Lave 1968). 52.1ExperimentelleVerfahrensproblematikBevormit der Betrachtung des in der Arbeit gesetzten Themas fortgefahren wird, muss deU BeJULff ÄE[SeULPeQW³ klar definiert werden. Unter einem Experiment wird ein sys-tematischer Beobachtungsvorgangverstanden in dem der Forscher dasihn interessie-rendePhänomen unter der Ein-und Ausschaltung der verschiedenen Faktoren(wie z.B. monetäre Anreize)wiederzeugt. Außerdem gehört auch eine gewisse Systematik, die der Erzeugung der gewollten Sachverhalte und dem Ausschließen der ungewünschten Störfaktoren dient zu den kennzeichnenden Merkmaleneines Experiments. Ferner muss eine deutliche und zeitlich erkennbare Trennungslinie zwischen Ursache und Wirkung vorliegen. Ist diese nicht vorhanden,so kann die Studie als eine Korrelationsstudie,nicht aber als ein Experiment bezeichnet werden.Ansich lassen sich die Experimente in zwei große Bereiche unterteilen:Feldexperimente und Laborexperimente. Die Feldex-perimente finden in einer natürlichen Umgebung statt und bieten dadurch eine hoheSituationsrepräsentativität, nachteilig können aber bei den Feldexperimenten unerwarte-te und unkontrollierbare Störfaktoren auftreten. Laborexperimente werden im Gegen-satz dazuin einer relativ unnatürlichen Aufstellung durchgeführt, dadurch liegtaber eine fast vollständige Kontrolle über alle Störungsfaktoren vor(Klapper, Albers, Walter 2007). Weiterhin wird im Folgendenauf die in der ökonomischen experimentellen Forschung oft diskutierte Problematik eingegangen. Jedesderdrei obengenannten Literatur-und Forschungsgebieteder experimentellen Ökonomie erzeugte Erkenntnisse auf Grund der menschlichen Subjekte, die Entscheidungen in denstark strukturierten Situationen ge-troffen haben. Es wird oft diskutiert, ob diese Vorgehensweise einen eindeutigen Ein-blick in die komplexenwirtschaftlichen Erscheinungen auf Grund ihresvereinfachten experimentellen Umfeldesschaffen kann. Daraus folgt die Notwendigkeit einer Kurz-darstellung der Methodologie und der technischen Aspekte und Prinzipien,die in der Experimentalökonomie Gebrauchfinden. Der klare Vorteil experimentellerMethoden in jeder Wissenschaft besteht in der Reproduzierbarkeit und Kontrolle des untersuchten Zusammenhangs.Wobei sich die Reproduzierbarkeit auf dieKapazität verschiedener Forscher, die in der Lage sind,das Experiment zu reproduzieren und dabei auch die Ergebnisse unabhängig voneinander nachzuweisen, bezieht. In dem Maß ist der Mangel an Reproduzierbarkeit ein Problem der nichtexperimentellen Datenerhebung; die Daten aus den natürlich vorkommenden Prozessen sind in eine einzigartige und nichtwieder- 6holende Ordnung und zeitlichen Hintergrundaufgenommen, wobei die anderen nicht beobachteten Faktoren ständig einer Veränderung unterliegen(Klapper, Albers, Walter 2007). Dieses Problem erscheint auch sehr scharf in der Ökonomie. Ein Grund dafür sind die hohen Kosten für die Erhebung und eine unabhängige Verifikation der ökono-mischen Daten. Darüber hinaus, unterliegt der Beruf desÖkonomens nur im geringen Maßeeiner professionellen Glaubwürdigkeit für den Datensammlungsprozess. Deswe-gen werden die ökonomischen Daten typischerweise nicht von Wirtschaftswissenschaft-lern aus Forschungszwecken,sondern von Staatsbeamten oder Unternehmern aus ande-ren Gründen erhoben. Dies führt zueiner gesteigertenSchwierigkeitbeider Richtig-keitsprüfung erhobenerDaten. Kontrolle ist die Fähigkeit,die Forschungs-und Laborbedingungen zu beeinflussen, so dass der beobachtete Sachverhalt zur Evaluierung der alternativen Theorien und Ansät-ze benutzt werden kann. Inden natürlichen Märkten erscheint der Mangel an Kontrolle in unterschiedlichemAusmaß. Auf der einen Seite, können diekennzeichnenden natür-lichen Datentrotz deren Existenzentweder noch nichtoder nicht präzise genug erhoben sein,um unter alternativen Theorien renommiert zu werden. Auf der anderenSeitekön-nen die relevanten Daten auf Grund der Problematik, eine für die Theorieannahme pas-sende ökonomische Situation zu finden,überhaupt nicht gesammelt werden.Das Fehlen der Kontrolle im natürlichen Kontext stellt ein kritischesDatenmaterialproblem in je-dem Gebiet der ökonomischen Forschungdar(Holt, Douglas 1993). Die experimentellen Methoden erlauben eine wesentliche Reduktion der Zusatzhypo-thesen,die in die Überprüfung der Grundhypothese involviert sind. Dasvereinfachte Umfeld, das für einExperiment modelliert wird, dient laut Plott(1982) als ein positiver Faktor, da es schwer vorstellbar ist, dass eine unter einfachen Umständennicht ausführ-bare Theorie,in der komplexen Realität funktionieren wird. Die wichtigsten Aspekte der Experimentgestaltung, Verarbeitung und Interpretation,haben einen hohenÜberprü-fungscharakter.Beispielsweise, auch wenn derExperimentteilnehmerpool oder die ver-einfachte Umwelt kein Grund zur Ablehnung der Verwendung vonExperimentmetho-den sind, verursachen diese die meisteUnsicherheit. Anhand des Beispiels von D. Davis und C. Holt (1996) und auch andererStudien lässt sich der Einfluss der Qualifikation der Probanden auf die Leistungen während des Experiments und somit auch auf die Experimentergebnisse aufzeigen. Aus diesem Grund ist eine spezifische Auswahl an Probanden in manchen Fällen sinnvoll. Ähnlich kann auch die relative Simplizität von experimentellen Marktmodellen als ein erheblicher Nachteilparameter bei der Parallel- 7durchführung mit den realen Märkten sein. Die Ökonomen sind im Allgemeinen mit dem Druck,die Wichtigkeit derForschungsergebnisse vorsätzlich zu überschätzen,um eine Unterstützung von den in einem bestimmten Themenbereich interessierten Institu-tionenzu bekommen,sehr vertraut.DieÖkonomensind zuVROcKeQ ÄVeUVXcKXn-JeQ³ dXUcKaXV QLcKW UeVLVWeQW. EV VeW]W NeLQenhohen Grad an Bemühungen voraus, zum Beispiel, einer Forschung eines spieltheoretischen Equilibriumkonzepts eine themati-scheRelevanz mit Hilfe von griffigen Etiketten und alternativen Entscheidungen zu verleihen, und die Ergebnisse später in einem weitgefassten Ansatz zu interpretieren. Aber, realistisch gesehen, wird keine Variante desGefangenendilemma-Experimentsein hohesMaß an neuwertigem Wissen im Industriebereich schaffen, unabhängig von deren Beschriftung. Technische Schwierigkeiten bei der Etablierung und Kontrolle des Experimentumfeldes stellen auch einen wesentlichen Anteil der Nachteilparameter dar. Das trifft auch teilweise bei einer Ableitung der Information zu persönlichen Entschei-dungenals Zielsetzung des Experiments zu. Die Effektivität der makroökonomischen FRUVcKXQJeQ KlQJW YRQ deU EUNeQQXQJ deU ]ZLVcKeQ]eLWOLcKeQ ÄTUade-RffV³ ab. Bei-spielerweise könnte eine Steuerreduktion heutezu einererzwungenen Erhöhung in ein paar Jahren oder Jahrzenten führen(Böhringer, Büttner 2004). Deswegen könntendie Methoden der experimentellen Ökonomie für diesesForschungsgebiet auf Grund der fehlenden Seriosität der meisten Forscher bei der Bearbeitung langfristigerFragen eher ungeeignetsein. Global betrachtetsind die Vorteile der experimentellen Forschung ausschlaggebend. ExperimentelleMethoden spielen aber eher eine komplementäre als eine für andere empirische Methoden ersetzende Rolle. 82.2Anreiz alsein Bestandteil des Experiments Bei derGestaltung aller Experimente ist es wichtig, dass alle Teilnehmer eine bedingte Belohnung im Zusammenhang mit dem unter der relevanten Anwendungstheorie ver-mutetenAnreiz bekommen. Die Bedingtheit der Belohnung bedeutet, dass die Ent-scheidungsveränderungendes Individuums einen bekannten Einfluss auf die Entloh-nung haben. Hierfür wird die Übersichtlichkeit des Zusammenhangs zwischen den Ent-VcKeLdXQJeQ XQd deP ÄPa\Rff³ YRUaXVJeVeW]W. Relevantist auchdie Höhe der Beloh-nung. Sie sollte eine Bedeutung für den Teilnehmer hinsichtlich der Deckung subjekti-verKosten des Entscheidungstreffens und des Handelnshaben. Eine Aussage bezüglich der Angemessenheit des Anreizes kann nie ohne Berücksichtigung des Experimentkon-textes getroffen werden. Auf der einen Seite würden die Experimentteilnehmer versu-chen,ÄJXW YRUaQ]XNRPPeQ³,um auch eine rein hypothetische Belohnung zu erhöhen. Auf der anderen Seite ist ein widersprüchliches,stark variierendes Benehmen nichtun-bedingt ein Signal für einen Mangel an Anreizen. Kein Geld der Welt kann die Subjekte zur Kalkulation der Aufgaben,die über ihren intellektuellen Kapazitäten liegen,moti-vieren. Hieraus folgt auch ein wichtiger Grundsatz ±die Anreize haben eine monetäre Form. Monetäre Anreize minimieren die Angelegenheiten bezüglich der Effekte der heteroge-nen individuellen Einstellung zu dem Belohnungsmedium. Nominale Entlohnungen in physischerForm, wie Kaffeebecher oder Schokoriegel, führen zu einem gewissen Ver-lust anKontrolle, da die Teilnehmer diese sehr unterschiedlich für sich bewerten. Die durch individuelle Entscheidungen verursachten Verluste lassen sich auch anhand der monetären Anreize besser realisieren, da es viel simplerist,einenGeldverlustals einenSchokoriegelverlustdarzustellen(Holt, Douglas 1993). Die durchschnittliche Höhe der monetären Anreize sollte in der Regel die Zeitopportu-nitätskosten aller Teilnehmer decken. Diese Höhe variiert je nach Pool an Subjekten; Fachleute werden für ihre Teilnahme eine höhere Vergütung alsbeispielsweise Studen-ten erhalten. Bei der Betrachtung mehrerer alternativer Theorienoder Hypothesen sollte die Anreizhöhe aus Motivationsgründen für jedes mögliche Ergebnis unter Berücksich-tigung der oben genannten Faktoren angemessen sein. In manchen Experimenten sind dLe ÄVeUdLeQVWe³ LQ deU Laborwährung angegeben, beispielsweise Tokenoder Kredits, und werden später in die reale Währung zu einer bestimmten Rate konvertiert. Eine sehr niedrige Konversationsrate kann ein feines Preisraster zur präziseren Approximation der 9theoretischen Ergebnisse kontinuierlicher Modelle erstellen. Eine grobe Preistabelle kann bei Oligopol-Spielen beispielsweise zur Entstehung einer gewissen Zahl an uner-wünschtemEquilibrium führen(Nederhof1983).Drei weitere Aspekte bezüglich der Verwendung monetärer Anreize bei ökonomischen Experimenten werden zumAbschluss dieses Abschnittes noch kurz erwähnt. Zum einen, ist esin der Praxis weitverbreitetden Probanden einen fixen Beitrag alleine für die Er-scheinung bei dem Experiment zu zahlen. DieZahlung eines vorangekündigtenBeitragssorgt für eine ausreichendeErscheinung und für die gefestigte Glaubwürdigkeit. Ne-benbei könnte die Zahlungdie Teilnehmer auch dazu motivieren, mehr Aufmerksamkeit der Anleitung zum Experiment zu schenken. Zweitensist es für den Forscher sehr sub-stanzhaft, sichallenAspektendes Experiments bewusst zu sein,um die Motivation der Probanden kontrollieren zu können. Hieraus lässt sich auch der dritte Punktableiten. Es besteht ein unerhebliches Risiko, die Kontrolle über das gesamteExperiment zu verlie-ren,sofernden Subjekten eine vollständige Information bezüglich der Auszahlungen der anderen Teilnehmervorgelegt wird.Unter dieser Bedingung treten sehr häufig Neid und Wohlwollen bei den Subjekten auf, was ein experimentstörendes Problem darstellt,falls das theoretische Modell die Payoffmaximierung der Teilnehmervorhersagt(Smith and Walker 1993). Read Less