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Die Rolle von Mikrofinanzangeboten zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft in den Ländern des globalen Südens unter Berücksichtigung lerntheoretischer Aspekte

Written by Fenja Lüders

Paper category

Master Thesis

Subject

Agriculture

Year

2017

Abstract

Masterarbeit: Mikrofinanzierung in Ländern der südlichen Hemisphäre Wie bereits erwähnt, werden Bevölkerungswachstum, Klimawandel und die damit verbundene Ernährungsunsicherheit die Länder der südlichen Hemisphäre in Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Dies ist ein häufig erwähntes Thema, das eng mit Ernährungsunsicherheit, Armut und Landwirtschaft verbunden ist.So sehen viele Experten den fehlenden Zugang der Armen zu Finanzdienstleistungen als einen der Hauptgründe für Armut und Unterentwicklung im globalen Süden an (Chirwa 2002, Nr 1 Seite). In diesem Kapitel werden verschiedene Mikrofinanzprodukte und deren Gestaltungsmöglichkeiten skizziert. Um die aktuellen Diskussionen zur Mikrofinanz besser einordnen zu können, skizzieren Sie zunächst die ersten Entwicklungsideen der Mikrofinanz und stellen Sie Verbindungen zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit her. Diese historische Sichtweise soll auch die diversifizierten Institutionen erklären, die jetzt auf dem Mikrofinanzmarkt auftreten. Um den Begriff Mikrofinanz klar zu definieren, werden die umfangreichsten Formen von Mikrofinanzdienstleistungen im Zusammenhang mit dieser Forschung vorgestellt und die Besonderheiten der landwirtschaftlichen Mikrofinanzierung herausgearbeitet. Der Autor ist sich der Einschränkungen bewusst, die sich aus dieser Wahl ergeben, wird jedoch aufgrund der ursprünglichen Forschungsintention der Masterarbeit und des Arbeitsumfangs als angemessen erachtet. Betrachtet man schließlich Entwicklungsmaßnahmen, insbesondere die Erbringung von „nichtfinanziellen Dienstleistungen“, sollte man die Verwirklichung einer nachhaltigen Landwirtschaft besser verstehen. 3.1 Der Mikrofinanzbegriff im Kontext von Geschichte und Entwicklung Als Entwicklungsinstrument und im Prozess der Armutsbekämpfung hat die Förderung von Mikrofinanz und Mikrofinanz eine komplizierte Geschichte (Seibel 2011, S. 4). Mikrofinanz beispielsweise hat in Europa eine lange Tradition. Beispiele hierfür sind die vor 500 Jahren eingerichtete Krankenkasse für kranke Facharbeiter in mittelalterlichen deutschen Zünften oder die deutsche Spar- und Kreditkooperation des 18. Jahrhunderts (Deutsche Welthungerhilfe 2011, S. 6). Entwicklungspolitische Ansätze zur Bekämpfung von Armut und Einkommensunsicherheit haben seit dem Zweiten Weltkrieg unterschiedliche Entwicklungsstufen durchlaufen (KfW 2011, Masterarbeit, S. 2). Im Rahmen der internationalen Entwicklungspolitik wurden beispielsweise in den 1950er bis 1970er Jahren subventionierte Kredite an Kleinbauern vergeben (Conning und Udry 2005, S. 75). Aufgrund der ineffizienten staatlichen Kontrolle und des unvollkommenen Rückzahlungssystems scheiterten diese Pläne jedoch und führten zu keiner wesentlichen Verbesserung der Lebensbedingungen armer Kleinbauern. Der Paradigmenwechsel Anfang der 1980er Jahre brachte dank neuer Kreditvergabepraktiken wie der gemeinschaftlichen Haftung von Kreditnehmergruppen die „moderne“ Mikrofinanzierung hervor, die Rückzahlungsraten von über 90 % erreichte (Cull, Demirgüç-Kunt und Morduch, 2008 , S. 4) .Der Bangladesch-Wissenschaftler Muhammad Yunus (Yunus und Porter 2003) und die von ihm gegründete Grameen Bank5 erhielten 2006 den Friedensnobelpreis in Anerkennung seiner „Bottom-up-Wirtschaft“ und seiner sozialen Entwicklung“ (Hudon 2009, S. 17). Die Blütezeit der Mikrofinanz in den 1990er Jahren basierte vor allem auf der Bereitstellung von Mikrofinanz und erreichte ihren Höhepunkt 1997 in Washington, DC. Mit der Ausrufung des Masterarbeitenjahres 2005 durch die Vereinten Nationen zum Jahr der Mikrofinanz hat das Instrument auch weltweite Anerkennung gefunden (Seibel 2011, S. 4-5). Mikrofinanzdienstleistungen haben sich im Laufe der Zeit zu einem kostengünstigen, aber umstrittenen Weg zur Armutsbekämpfung entwickelt (Addae-Korankye 2012, S. 138). Berüchtigt für die Mikrofinanzkrise im Jahr 2010, eine Reihe von Berichten über Selbstmord von indischen Bauern. Kritiker der Mikrofinanzbewegung führen diese Selbstmorde hauptsächlich auf Mehrfachkredite, damit verbundene Überschuldung und hohe Zinsen zurück (Wolff 2010, S. 1-2; Kazim 2010, Absätze 9-10). Zudem gebe es ihrer Ansicht nach noch keine ausreichende Evidenz dafür, dass Mikrofinanz Armut nachhaltig beseitigen oder eine sich selbst tragende wirtschaftliche Entwicklung fördern kann (Bateman 2010). Andererseits gehen andere Wissenschaftler davon aus, dass die Mikrofinanzkrise vor allem auf die Kommerzialisierung der Branche und die damit verbundenen Veränderungen der Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Die Grameen Bank (bengalisch: Village Bank) wurde 1983 von Muhammad Yunus gegründet. Mikrofinanzinstitute in Bangladesch vergeben Kleinkredite an Menschen ohne Einkommenssicherheit und versuchen, die Armut der Menschen zu lindern. Nach eigenen Angaben hatte die Bank 2011 8,34 Millionen Kreditnehmer, davon 97% Frauen. (Gramin Bank nd) wurde ausgelöst. Die zunächst aus dem Non-Profit-Konzept hervorgegangene Mikrofinanzbranche hat sich mittlerweile zu einem lukrativen Markt entwickelt, der nicht von allen positiv bewertet wird (Cull et al., 2008, S. 4). Der Grameen-Gründer Muhammad Yunus sprach über den „Mission Drift“ in der Mikrofinanz und das Reichwerden auf Kosten der Armen (Muhammad 2011, Absatz 5). Gleichzeitig begründeten Kommerzialisierungsbefürworter die Tatsache, dass Mikrofinanzanbieter auf langfristige Gewinne angewiesen seien, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen (Chu 2007, S. 317-319). Read Less