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Persuasive Strategien der Vertrauensförderung in der Öffentlichkeitsarbeit

Eine linguistische Analyse der ADAC-Mitgliederzeitschrift Motorwelt

Written by A. Friese

Paper category

Master Thesis

Subject

Linguistics and literature Studies

Year

2016

Abstract

Masterarbeit: Vertrauen und Vertrauen aufbauen Wer kennt das nicht aus der täglichen Erfahrung. Sie brauchen Vertrauen. In gewisser Weise scheint dies alles zu sagen. Vertrauen ist eindeutig eine Grundvoraussetzung für das tägliche Handeln (ENDREß 2002: 3). Die immense Bedeutung des Phänomens Vertrauen innerhalb der Gesellschaft und des menschlichen Zusammenlebens hat in den letzten Jahren zu einem wahren "Wohlstand zeitgenössischer wissenschaftlicher Vertrauensforschung" geführt. (HUBIG/SIEMONEIT 2007: 171). Insbesondere Vertreter aus Soziologie, Psychologie oder Public Relations-Studien klärten die Problematik der Funktion, der Ausdrucksform oder der Vertrauensbildung. In dieser Vertrauensforschung besteht mittlerweile ein breiter Konsens darüber, dass die Vertrauensbildung eng mit der (sprachlichen) Kommunikation verbunden ist (MAÊJKOVÁ 2009: 49). Diese Annahme bildet den Ausgangspunkt der aktuellen Arbeit. Um mögliche sprachliche Methoden zur Förderung des Vertrauens in die Kommunikation in Betracht zu ziehen (Abschnitt 1.2), sollten Phänomene zunächst nach Inhalt und Funktion klassifiziert werden (Abschnitt 1.1). 1.1 Theoretische Grundlage: Vertrauensbegriff Aufgrund der Interdisziplinarität der Vertrauensforschung und unterschiedlicher Sichtweisen auf das Phänomen Vertrauen konnte bisher kein einheitlicher Vertrauensbegriff etabliert werden2. Dennoch lässt sich der „Eckpfeiler“ der Interdisziplinarität bestimmen, der als Grundlage „jeder und unbegründeten Vertrauensdiskussion“ gilt (SCHWEER 2008: 13). Die Reduktion der Komplexität der Welt gilt nach dem Systemtheoretiker NIKLAS LUHMANN (42000) als Kernfunktion des Vertrauens. LUHMANN (42000: 1) versteht Vertrauen im Rahmen seiner Analyse der Funktion der Gesellschaft als „Grundtatsache des gesellschaftlichen Lebens“. Dies ist notwendig, weil sich die moderne Welt zu „unkontrollierbarer Komplexität“ (LUHMANN 42000: 27) hingezogen hat: damit andere Menschen jederzeit ganz andere Operationen durchführen können (LUHMANN 42000: 26 f.). Die vorhandene Komplexität muss reduziert werden, sonst kann eine zu hohe Komplexität weder das Individuum noch das gesellschaftliche System handlungsfähig machen (SCHWEER/THIES 2005: 48). Vertrauen beginnt also, wenn Individuen nicht genügend Informationen haben, um das Verhalten anderer vorherzusagen (LUHMANN42000: 27), es setzt „die Grenze zwischen Wissen und Information“ (ENDREß 2002: 31) und vergrößert so den Spielraum der Menschen. Vertrauen eröffnet auf diese Weise Handlungsmöglichkeiten, die auf andere Weise nicht erreicht werden können (LUHMANN 42000: 30). 1.2 Vertrauensstiftende Kommunikation SCHÄFER (2013: 74) schafft Vertrauen, um das Erwachen von Vertrauen zu Beginn der Beziehung [...] und den Aufbau, Erhalt und Erhalt von Vertrauen zu verstehen [...]. Die so verstandene Vertrauensförderung ist ein weiter gefasster Begriff als die „Vertrauensförderungsmaßnahmen“ nach Schweer/Thies (2003, 79). Diese implizieren immer ein bestehendes Vertrauen, das durch sie gestärkt werden soll. [...] Im Gegensatz zu "Vertrauensbildung" soll der Begriff "Vertrauensbildung" stärker betonen, dass Vertrauen nicht einfach aufgebaut werden kann, sondern nur natürliche Prozesse unterstützen kann. Ausgehend von diesem konzeptionellen Entwurf sind für die aktuelle Arbeit drei Punkte wichtig: Erstens kann Vertrauen nicht einseitig erzeugt, sondern dessen Entstehung bzw. Entwicklung nur positiv beeinflusst werden (z. B. durch Kommunikation). Zweitens ist das Konzept der Vertrauensförderung vom Konzept der Vertrauensbildung zu unterscheiden. Obwohl Vertrauensförderung die erwartete kommunikative Wirkung auf die Vertrauensbildung bedeutet (MAÊJKOVÁ 2011: 162), ist Vertrauensbildung als Idealvorbild oder natürliche Entwicklung zu verstehen, die von keinerlei Erwartungen beeinflusst wird. Drittens ist der Begriff „Vertrauensbildung“ nicht auf eine einzelne Stufe der Vertrauensentwicklung beschränkt, sondern umfasst auch die Aufrechterhaltung und Aufrechterhaltung von Vertrauen sowie das Erwecken und Wiedererlangen von Vertrauen. Daher kann es stufenübergreifend verwendet werden. Um die Vertrauensförderung weiter zu verdeutlichen und zu charakterisieren, sieht der idealtypische Entwicklungsprozess einer Vertrauensbeziehung wie folgt aus (Kap. 1.2.1). Anschließend werden die Einflussfaktoren definiert, die den Prozess vorantreiben können (Kap. 1.2.2). Abschließend werden die Forschungsergebnisse in einem vertrauensfördernden Modell zusammengefasst (Kap. 1.2.3). 1.2.1 Die Phase der Vertrauensbildung Vertrauen als soziales Umfeld wird von der Kommunikation beeinflusst. „Daher spielt Sprache als Kommunikationsmittel im Vertrauen eine wichtige Rolle“ (MAÊJKOVÁ 2009: 50). Im Folgenden soll erläutert werden, wie diese Rolle in den verschiedenen Phasen der Vertrauensbeziehung gestaltet ist. Dazu skizziert es den natürlichen Prozess der Vertrauensbildung, der als ideal gilt und auch eine systematische Vertrauensförderung beinhaltet (MAÊJKOVÁ 2009: 50). Auf dieser Basis können wir die systemischen Auswirkungen auf die Vertrauensbildung ableiten. Die folgenden Aussagen beziehen sich im Wesentlichen auf die Erkenntnisse von MAÊJKOVÁ (2009) und SCHÄFER (2013). Read Less