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Musik - Vom Kulturgut zur Massenware?

Written by Anonymous

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Musicology

Year

2015

Abstract

Bachelorarbeit: Bisherige Vertriebs- und Produktionsmöglichkeiten Vor der Digitalisierung hat die Audio- und Musikindustrie drastische Veränderungen der bestehenden Vertriebs- und Produktionsmöglichkeiten erlebt. Obwohl der Vertriebs- und Produktionsprozess im analogen Zeitalter noch kompliziert und langwierig ist, ist die Musikindustrie bestrebt, Musik als Kulturgut so greifbar wie möglich zu machen. Musik im Radio abspielen. Dennoch besteht weiterhin ein unabhängiges Eigentum an diesen. Im Laufe der Zeit haben sich immer wieder technologische Innovationen etabliert, die auch strategische Weiterentwicklungen im Musikvertrieb mit sich brachten, so dass sich durch die Einführung von Trägermedien auch die Produktionsmöglichkeiten von Studios und Künstlern verändert haben. Ziel des ständigen Wandels der Musikindustrie und der Entwicklung neuer Möglichkeiten ist es, Musik als Kulturgut mit höherer Qualität leichter an die Verbraucher zu bringen und damit Musik zugänglicher und attraktiver zu machen. In den 1950er Jahren wurden Tonträger eingeführt und veränderten die bisherigen Vertriebs- und Produktionsmöglichkeiten grundlegend. Die Rolle der Musiker hat sich so stark verändert, dass Musiker nicht mehr im Mittelpunkt ihrer eigentlichen Leistung stehen. Dann können sie andere Aufführungen als Tonträger anbieten. Obwohl Musik vor der Digitalisierung ausschließlich über ihre jeweiligen Verlage und Plattenfirmen vertrieben wurde, entwickelten sich die Möglichkeiten weiter, bis Künstler unabhängiger von ihren Vertragspartnern wurden. Vor dem digitalen Zeitalter wurde hauptsächlich in teuren, gut ausgestatteten Tonstudios produziert und dann die finale Arbeit finalisiert und perfektioniert. Nach der eigentlichen Aufnahme ist der Musiker selbst nicht mehr aktiv. Die Rolle der Musiker besteht ganz darin, ihre Werke im Tonstudio zu spielen, um Aufnahmen zu machen. Verarbeitung, Mastering und anschließender Vertrieb sowie Marketing und Werbung liegen nicht mehr in ihren Händen. Für die Vermarktung und Vervielfältigung des entstandenen Tonträgers ist das Musikunternehmen verantwortlich. Der Vertrieb erfolgt direkt über den Handel, Musikinteressierte werden gezielt über den Kanal und das Radio angesprochen. 2.1.1 Die Entwicklung der Audio- und Musikindustrie Mit der Möglichkeit, Audiosignale aufzeichnen und speichern zu können, um sie später wiederzugeben, hat sich auch die Struktur von Produktion, Vertrieb und Konsum grundlegend verändert. Im Laufe der Zeit repräsentieren verschiedene Veränderungen die Aufteilung von Handel und Kunst im Musikleben. Schon im 19. Jahrhundert brachte Industrialisierung und Urbanisierung die Kommerzialisierung des Musiklebens und damit die Professionalisierung der Musiker selbst. 1 Nach dem Ersten Weltkrieg brachte die Jazzmusik eine regelrechte Tanzwelle, und in den 1920er Jahren etablierte diese neue Musikrichtung ihren Ausdruck jugendlichen Lebens. Auf diese Weise entwickelt sich Musik zu einer Ausdrucksform und einem Symbol für die Gesamt- und Lebenseinstellung. Bis in die 1950er Jahre war die Struktur der Musikindustrie jedoch durch verschiedene Live-Musik-Auftritte geprägt. Dabei spielte das Banknotengeschäft eine wichtige Rolle. Die Hauptakteure der Musikindustrie sind daher Musikverlage und haben einen eigenen Branchenzweig gebildet. Die Entwicklung verschiedener Tonträger und das Aufkommen der Massenmedien, noch vor der Digitalisierung von Schallplatten und Tonbandgeräten, ermöglichten Musikern, ihre Musik zu hören, ohne vor Ort zu sein. „Speicher-, Übertragungs- und Wiedergabegeräte ermöglichen es, Musik aus den Bedingungen des gleichzeitigen Aufführens und Empfangens von Musik zu befreien.“2 So macht seine Entwicklungsweise die Aufführungen von Musikern schließlich immer mehr überflüssig. 3 Vom Kulturgut zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Musik richtet sich nach dem Markt und seinen Bedingungen. Seit 1950 gewinnen Tonträger immer mehr an Bedeutung, wodurch Verlage und Plattenfirmen immer stärker in den Fokus der Wertschöpfungsmöglichkeiten der Musikindustrie geraten. Daher sind sie an die Unterstützung ihrer jeweiligen Labels und Produktionspräferenzen gebunden. Die Tatsachen haben bewiesen, dass die meisten Vertriebskanäle von Tonträgern nur von Unternehmen mit starker Finanzkraft genutzt werden können, das heißt, einzelne Künstler können Musik nur über ihre Verlage und Plattenfirmen an potenzielle Verbraucher verteilen. Ohne die entsprechende Unterstützung der Plattenfirmen sind die Kosten für professionelle Tonstudios und die anschließende Tonträgervervielfältigung und diverse Verkaufsprozesse zu hoch und die eigene Musik kann nicht erfolgreich sein. Read Less