Add Thesis

Reliabilität und Validität von Untersuchungsverfahren in der Physiotherapie bei idiopathischer Skoliose

Written by Tina Hellmuth

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Medicine

Year

2014

Abstract

Bachelorarbeit: Untersuchung der Skoliose Im Folgenden werden mögliche diagnostische Verfahren der Skoliose beschrieben. Besonderes Augenmerk wird auf die klinische Untersuchung, den Adams-Präventionstest und das Skoliose-Messgerät als Skoliose-Messgerät gelegt. Darüber hinaus werden die Anamnese sowie die visuellen und taktilen Befunde erläutert. Röntgendiagnostik und Alternativmethoden werden nur kurz vorgestellt, weil sie für die Skoliosediagnostik unverzichtbar sind, nicht jedoch im Bereich der Physiotherapie. 3.1 Röntgen als Goldstandard Die Röntgenuntersuchung der Skoliose ist der aktuelle Goldstandard für die bildgebende Diagnostik (Wild, Krauspe, 2004, S. 171). Die Krümmung und Rotation der Skoliose und das anstehende Wachstum können anhand von Röntgenbildern bestimmt werden (Multerer, Döderlein, 2009, S.278). Aus diesem Grund empfehlen DGOOC und BVO (2009, S. 2), Röntgenaufnahmen im Stehen von posterior anterior und lateral bis zur gesamten Wirbelsäule mit Beckenkamm zu machen, um das Risser-Staging zu bestimmen. Cobb-Winkel, Scheitelwirbel, obere und untere Wirbel der jeweiligen Krümmungen, Haupt- und Nebenkrümmungen und allgemeine Krümmungsmodi (wie oben) werden unter Verwendung von Röntgenbildern gemessen und bewertet. Es wird die Hauptkrümmung bestimmt, also der Wirbel mit der größten Neigung und kleinen Rotationsamplitude (Wild, Krauspe, 2004, S.171). Ziehen Sie dann eine Linie auf die Deckplatte des oberen Wirbelkörpers und die Bodenplatte des unteren Wirbelkörpers, die entlang der vertikalen Linie hängt. Der Cobb-Winkel entspricht der Schnittsenkrechten (ebd., S. 172) und gilt ab 10° als pathologisch (Trobisch et al., 2010, S. 879). Die Diagnose „Skoliose“ kann jedoch nur bestätigt werden, wenn zusätzlich zur Skoliose eine Rotationsabweichung der Wirbelsäule vorliegt, ansonsten kann es sich beispielsweise um eine schmerzbedingte Fehlhaltung handeln (ebd.). Bestimmen Sie dazu die Wirbel, d. h. die Wirbel mit der kleinsten Neigung und zeigen eine starke Drehung, und bewerten Sie dann die maximale Drehung der Wirbel an den Scheitelpunkten ihrer jeweiligen Krümmung mit Hilfe der Schablone nach der folgenden Formel Nash und Moe (1969) (Wild, Krauspe, 2004, S.172). 3.2 Alternative Diagnosemethoden In den letzten Jahren wurden verschiedene alternative oder zusätzliche Methoden zur Wirbelsäulendiagnostik entwickelt, die auf die Analyse der Rückenoberfläche abzielen. Asamoah (2000, S.480) erwähnte in diesem Fall Methoden wie Moiré-Topographie, Photogrammetrie, opTRImetric-System, ISIS-System, Video-Raster-Stereo-Messung und ultraschallgestützte Wirbelsäulenanalyse. 3.3 Klinische Untersuchung 3.3.1 Anamnese Im Gespräch mit dem Patienten wird eine allgemeine und spezifische Anamnese erhoben. Die allgemeine Anamnese beinhaltet Fragen zu Begleiterkrankungen, die eine Skoliose verursachen können und damit eine idiopathische Skoliose ausschließen (Trobisch et al., 2010, S. 878). Beispielsweise haben etwa 25 % der Patienten mit kongenitaler Skoliose Hufei-Nieren (ebd.). Ein weiterer Punkt ist die Familienanamnese, die auf eine mögliche Tendenz hinweist. Nach den Leitlinien von DGOOC und BVO (2009, S.2) umfasst die spezielle Anamnese das Alter der Erstdiagnose, Rückenschmerzen, und die Beschreibung von Wild und Krauspe (2004, S.169) beschreibt die erste Regelblutung Dies zeigt an, dass die Wachstumsrate langsam zunimmt und nach etwa zwei- oder zweimal und einem halben Jahr aufhört. Wenn bei dem Patienten in der Vergangenheit eine Skoliose diagnostiziert wurde, ist die Abklärung der Anfangssymptome, Probleme mit dem Verlauf und deren Behandlung für die weitere spezifische Anamnese wichtig. 2 Untersuchung und Palpation Die idiopathische Skoliose wird in der Regel als erstes Auftreten von Schieflage, Brustdeformität, Schulter- und/oder Taillenasymmetrie bei Kindern und Jugendlichen erkannt (Stücker, 2010, S. 46). Die Krümmung der Wirbelsäule führt zur Asymmetrie der Rückenkontur, die sich in der Krümmung des Brustwirbelsäulenbereichs als Rippenwölbung und des Lendenwirbelsäulenbereichs als Lendenwirbelsäulenwölbung manifestiert (Niethard, 2010, S. 206). Der Höcker oder Wulst tritt auf der konvexen Seite der Krümmung der Wirbelsäule auf, ist also bei nach vorne gebeugtem Oberkörper deutlich sichtbar (ebd.). Trotz dieser unphysiologischen Veränderungen berichten Kinder und Jugendliche selten über Rückenschmerzen (ebd.). Hell und Grönefeld (2013, S.16) weisen darauf hin, dass die meisten betroffenen Mädchen einen flachen Rücken haben und in der Regel recht schlank sind. Daher ist es wichtig, regelmäßig Körperform und -gewicht zu messen (Multerer, Döderlein, 2009, S.276). Bei der Untersuchung von hinten werden die Position des Fersenbeins und die Höhe des Knies bzw. Knies der Hüftfalten beurteilt (Weber, Hirsch, 1986, S. 14). Die Beurteilung der Höhe des Beckenkamms und der Spina iliaca posterior superior liefert zusätzliche klinische Beweise. Bei niedrigeren Rücken- und Bauchgratpunkten auf einer Seite können die Beine auf dieser Seite verkürzt werden (ebd., S. 16). Read Less