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Hürden und Potenziale in der Monetarisierung von Podcasting in Deutschland und den USA

Written by M. Reinbold

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Business Administration>Communication & Media

Year

2016

Abstract

Bachelorarbeit Podcasting: Diese Bachelorarbeit gibt einen Überblick über die größten Hindernisse für das Wachstum des Podcast-Marktes in Deutschland und den USA. Sie zeigt auch Möglichkeiten auf, wie diese Hürden überwunden werden können. Ein großer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Monetarisierung und Kommerzialisierung von Podcasts. In den letzten Jahren ist der Podcast-Konsum stark angestiegen, so dass sich vor allem in den USA zahlreiche Monetarisierungsmöglichkeiten ergeben. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass es auf vielen Ebenen eine große Dynamik gibt. So konzentriert sich die Arbeit auch auf die Datenerhebung im Bereich Podcasting, Plattformen und Podcast-Netzwerke. Ein kleinerer Teil ist den technischen Hindernissen gewidmet. Es ist immer noch relativ schwierig, einen Podcast zu starten, und für viele Menschen scheint es auch unwahrscheinlich, einen Podcast aufgrund technischer Aspekte zu abonnieren. Darüber hinaus wird in dieser Arbeit versucht, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Hier könnte die Auffindbarkeit von Audio und die automatische Transkription eine sehr große Rolle spielen. Um verschiedene Meinungen und Ideen zu bündeln, wurden neben einer ausführlichen Literaturrecherche auch sechs Experten in qualitativen Interviews befragt. Die Arbeit ist sowohl für alle, die sich für Podcasting interessieren, als auch für Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler interessant. Vor dreißig Jahren galt Radio als dasAudio-Medium. Wer Sendungen oder vermut-lich eher Musikstücke auch später hören wollte, musste zur Audio-Kassette greifen und das Programm mit dem eigenen Mikrofon mitschneiden. Heute übernehmen diese recht aufwendige Arbeit Rundfunkanstalten und Podcasts. Nicht nur, dass die Audio-Qualität kaum besser sein könnte, es muss weder der Aufnahmeknopf betä-tigt, noch auf die Uhrzeit geachtet werden. Die Sendungist entweder im Stream oder per Abonnementhörbar und landetautomatisch auf dem Smartphone.Gleichzeitig ermöglicht Podcasting esjedem,selbst zum Sender zu werden und seine eigenen Shows anzubieten und zu distribuieren. So attraktiv diese Funktionenerscheinen, so schwer hat es Podcasting dennoch, sowohl in Deutschland als auch in den USA, von einer breiten Masse genutzt zu werden. Diese Arbeit versucht,die Gründe und mögliche Lösungen aufzuzeigen.Im Mittelpunkt vonKapitel2 stehendie Geschichte der Podcast-Märktesowie die Darstellung von aktuellen Entwicklungen. InKapitel 3 sollen empirische Studien das Verhalten und die Veränderungen in den Märkten greifbar machen. Der Hauptteil der Arbeit im vierten Kapitel beschäftigt sich damit,Hindernisse und Potenziale im Po-dcasting zu erkennen und darauf einzugehen.Um möglichst zahlreiche Ideen zu entwickeln wurden explorative Experteninterviews geführt.Abschließend soll auf die Zukunft des Podcasting eingegangen werden.Zunächst wirdjedoch der Begriff Podcast erklärt und weiter auf die Besonderheiten des Mediums eingegangen.An dieser Stelle sei erwähnt, dass die vorliegende Arbeit in geschlechtergerechter Sprache verfasst wurde. So wird sowohl das generische Femininum als auch das generische Maskulinumverwendet.1.1DHILQLWLRQPRGFDVWViele Quellen1führen denBegriff ÄPodcaVW³aXf die VerbindXng der W|rWer ÄiPod³ (Apples mp3-Player, der mittlerweile ähnlich umfangreich wie das iPhone ist) und ÄBroadcaVW³(engliVch fr ÄSendXng³ b]Z. ÄVenden³) ]Xrck.2Dies könnte insbeson-dere daran liegen, dass Apple mit der Podcast-Integrierung in iTunes sowie der vo-rinstallierten Podcasts-App auf jedem iPhone und jedem iPod-Touch wesentlich zur Popularität von Podcasts beigetragen hat.3Podcast.deführtallerdings auf, dass ÄPod³ lediglich die Abkr]Xng Yon ÄPorWable on demand³ (alVo ÄWragbar aXf AbrXf³) 1Merriam-Webster: Podcast (2016).2Wikipedia: Podcasting (2016).3Fiene, Daniel und Horn, Dennis: Hören auf allen Kanälen: Radio (2014), S.124. 1Einleitung10seiXnd, daVV der ]ZeiWe Teil deV WorWV Yon ÄNarroZcaVW³ (ein NeW]Zerk oder Pro-gramm, das für ein bestimmtes Publikum bestimmt ist) stamme.4Aus technischer Sicht unterscheidet sichder klassische Podcast von On-Demand, daer sich per ausgesendeten RSS-Feed abonnierenlässt und so automatisch auf den Computer, mp3-Player oder das Handy geladen wird.RSS steht für Really Simple Syndication, bedeutet also so viel wie sehr einfache Verbreitung. Eine RSS-Datei enthält Informationen über den Podcast, z. B. Name und Autor, Beschrei-bungstexte, Episodentitel etc., aber auch die Download-Adressen der einzelnen (Au-dio-)Dateien.Auf diese Weise wird ein Podcast abonnierbar, d.h., dass je nach Vor-einstellung die neuste Folge eines Podcasts beispielsweise auf das Smartphone ge-laden wird.5Podcasts werden nicht von Apple gehostet, sondern arbeiten dezentral per RSS/Atom-Feeds und mp3-Downloads.6Podcastslassen sich in drei Typen unterteilen: Video-Podcasts, reine Audio-Po-dcasts und enhanced Podcasts, die zusätzliche Bild-und Textinformationen beinhal-ten.7Diese Arbeit konzentriert sich auf Audio-Podcasts. Meistens bestehen diese aus einer Reihe von Audio-Dateien, die ähnlich einer Fern-seh-oder Radiosendung einem roten Faden folgenoder sich einem bestimmten Thema widmen.BereiWV jeW]W Zird der Begriff ÄPodcaVW³ WeilV alV S\non\m fr AXdio-on-Demand mit hohem Wortanteil genutzt. Nicholas Quah meint in seinem Podcast-NeZVleWWer ÄHoW Pod³, dass sich dies in Zukunft ausweiten wird: ÄI¶m fairly certain that, with its liberation from an infra-structurally impo-sed definition, the word “podcast ́ will lose all of its original meaning by the end of the calendar year.“8Zwar gibt es eine Debatte darber, ob die Be]eichnXng ÄPodcaVW³ fr daV MediXm eher förderlich oder hinderlich sei,9darauf soll an dieser Stelle allerdings nicht weiter eingegangen werden.4Podcast.de: Podcasting erklärt -Informationen über Podcasts (o. J.).5Ohrenblicke: Podcast einfach erklärt! Was ist ein Podcast? Wie abonniert man einen RSS-Feed? (2016).6Schwan, Ben:Apple und die Podcaster: Zwischen Vermarktungswünschen und Privatsphärenschutz (2016).7Podcast-Portal der Universität Graz: Was ist ein Podcast (o. J.).8Quah, Nicholas: Hot Pod: A few important new players are going to change what people think of aV a ³podcaVW ́ (2016).9Resler, Seth: Is the Name 'Podcasting' Hurting the Medium's Growth? (2016). 1Einleitung111.2BHVRQGHUKHLWHQLaXW VaneVVa QXirk Zird der ÄMobile firVW³-Gedanke von Podcasts besonders aus-gefüllt:ÄAs our world shifts to one of mobile consumption, podcasts represent a form of mobile-first content that engages with audiences in ways that no other mobile medium has previously.“10Laut Quirk geht es beim Podcasting darum, die Medienwelt zudemokratisieren. Zu-dem zeichne sich die Szene besonders durch den Open Source-Charakter aus.11Podcasts können auch Hörerbedürfnisse stillen, wie der Wunsch nach Verbindung, danach andere Stimmen und vor allem Geschichten zu hören.12Unterstützend kommt hinzu, dass Podcast-Hören relativ intim ist. Ob im Auto oder über die Kopf-hörer, die Stimmen der Gastgeber, sogenannte Hosts, sind ganz nah. Zudem ist so-wohl wasals auch wannman eine Episode hört, persönlich wählbar.13Adam Davidson, Gimlet Media-Investor und Berater einer neuen Digital Audio-Unit bei der New York Times, glaubt, dass sich die Bedürfnisse von Podcast-Hörern deut-lich von Radio-Hörern unterscheiden: Ä[People]don¶t want the anecdotal lede, followed by an expert saying something. They want something longer. More engaged. Something that isn¶t designed for 30 million people in mind, but 1 million people who are more like them. They want something looser, more fun. ́14Auch für die Macher ist die Erstellung von Podcasts lockerer, als die Erstellung von Radio-Beiträgen: Es gibt keine klar strukturierte Sendeuhr und keine Deadlines.So steigt die Chance,qualitativ hochwertigenContent zu produzieren,da nichts Unfer-tiges möglichst schnell publiziert werden muss.Zudem schalten Hörer nicht erst in der Mitte der Sendung ein, so dass man, im Gegensatz zum Radio, darauf verzichten kann, eine Gesprächspartnerin mehrmals in der Sendung vorzustellen.Sprich: Pod-casting lässt sehr viel Freiheit für Kreativität. Während das Radio eine breitere Masse erreicht und die Hör-Intensität vermutlich recht gering ist, verhält es sich beim Pod-cast genau umgekehrt: Die Leute, die einen Podcast hören, interessieren sich für das Thema und haben sich bewusst dafür entschieden. Adam Raguesa spricht hier Yon dem ÄOpW-in³-Faktor beim Podcasting.1510Quirk, Vanessa: Guide to Podcasting (2016), S. 5.11ebd., S. 7.12Eppinger, Laura: Wanting to Be Heard: On Podcasts and Representation (2015).13Fried, Jason: A New Dawn for the Podcast ²re:form ²Medium (2014).14Neyfakh, Leon: The Fight for the Future of NPR (2016).15RagXVea, Adam: HoZ pXblic radio podcaVWerV are like Whe UnderpanWV GnomeV from μSoXWh Park¶ (2016). 1Einleitung12Während beim Medium Video oft die Kürze und der Spaß-Faktor im Vordergrund stehen, geht es beim Audio vor allem um Inhalte. Die Podcasting-Community ist laut Landwehr älter und intellektuellerals die YouTube-Community einzuschätzen.16Im Vergleich zum Radio bzw. dem linearen Audio-Konsum,bieten Podcasts viele Vorteile: Nutzer können entscheiden, wann sie welche Sendung hören, ein abonnier-ter Podcast lädt sich automatisch auf das Smartphone und löscht sich nach dem Hören automatisch. Darüberhinaus können Nutzer zurückspulen bzw. Teile der Sen-dung überspringen, haben auch ohne Internetverbindung eine gute Hörqualität und bekommen je nach Podcast Zusatzinfos sogenannte Show-Notes angezeigt. Das Medium Podcast kann also crossmedial bespielt werden. Ob Nutzer aber tatsächlich aufmerksamer einen Podcast als eine lineare Radiosendung hören bzw. tatsächlich zurückspulen, wenn sie etwas nicht verstanden haben, ist unklar. Es ist also auch bei Podcasts wichtig, Inhalte möglichst klar und einfach verständlich zu vermitteln.1716Landwehr, Dominik: DIGITAL BRAINSTORMING: Podcasting: Stark in der Nische (2016).17Jakubetz, Christian: Crossmedia (2011), S. 48. 2Geschichte der Podcast-Märkte132GHVFKLFKWH GHU PRGFDVW-MlUNWHHier soll die Geschichte aufgenommen werden. Besonderes Augenmerk wirdauf die amerikanische Geschichte gelegt,da sich der Podcast-Markt hier schon vergleichs-weise weit entwickelt hat. Hierbei soll weniger auf die technische Entwicklung von Podcasts, sondern viel eher auf Meilensteine eingegangen werden.2.1USAMeilensteineIm März 1999 entwickelt Netscape den RSS-Feed, im Dezember 2000 ist es erst-mals möglich,Audio per RSS zu übermitteln. Erst im September 2003 nimmt Chris-topher Lydon den ersten Podcast auf und die Online-Plattform Public Radio Exchange (PRX), ein damals disruptives Modell zur herkömmlichen Radio-Distribu-tion, entsteht. Im Oktober 2004 beginnt der iPod-Boom und einen Monat später lau-nched der erste Podcast-Provider namens Libsyn. Im April 2005 startet Leo Laporte mit TWiT (ÄThis Week in Tech³) eines der ersten Podcast-Netzwerke und zwei Mo-nate später fügt Apple Podcasts zum iTunes-Store hinzu. Im Februar 2006 startet Lance Anderson das erste Podcast Live-Event mit Tour und im Oktober 2006 bietet This American Life, obwohl schon seit 1995 on air, erstmals Inhalte frei als Podcast an. Im Mai 2008 launched Stitcher eine Konkurrenz-App zur Podcast-App von Apple. Im Februar 2012 starWeW der PodcaVW ÄRadio AmbXlanWe³ die erVWe erfolgreiche Kick-starter-Kampagne und sammelt von 600 Spender 46.000 Dollar. Im Juni 2013 ver-kündet Apple eine Milliarde Podcast-Abonnements. Im August 2014 startet Gimlet Media, das Podcast-Netzwerk von Alex Blumberg. Einen Monat später veröffentlicht Appledas BetriebssystemiOS8,auf dem die Podcasts-App erstmals in unlöschbarer Form vorinstalliert ist. Im März 2015 steigt BuzzFeed miW ÄAnoWher RoXnd³ Xnd ÄIn-WerneW E[plorer³ inV PodcaVW-Geschäft ein, zwei Monate später kündigt Spotify an,Podcasts aufzunehmen. Im Oktober 2015 zieht Google Play Music nach und verkün-det, ebenfalls Podcasts aufnehmen zu wollen.1818Quirk, Vanessa: Podcast History Timeline (2015). 2Geschichte der Podcast-Märkte14Anfänge und EntwicklungDass die erste Welle von Podcasts keine großen Produktionen waren, lag laut Da-vidson daran, dass Podcasting ein neues Medium war und wie häufig bei neuen Medien, Kapital und Einnahmequellen fehlten. Das sorgt im Regelfall dafür, dass das neue Medium günstig zu produzieren und unterhaltsam sein muss. Zudem sollte es möglichst schnell dabei helfen, Geld einzunehmen. News sind in der Produktion sehr kostenintensiv und eine größere Reichweite zu erzielen,ist mit trockenen Themen ebenfalls schwieriger, so dass es in den USA relativ lange dauerte, bis auch diese Form der Podcasts entstand.19Neben einem belebten Markt von unprofessionellen Angeboten, musste sich das Podcasting einer starken Konkurrenz von digitalen Pro-dukten wie Facebook, YouTube und Twitter stellen. Die Finanzkrise in den USA sorgte dafür, dass weniger Geld in den Werbemarkt floss und es schwieriger wurde,Werbetreibende davon zu überzeugen in das neue Medium Podcasting zu investie-ren. Podcasts hatten hier vor allem den Nachteil, dass sie keine eindeutigen Reich-weitenzahlen zuließen.20In einem Artikel heißt es:ÄDie Anfangseuphorie führte dazu, dass mehr Menschen für ein, zwei Jahre Podcasts hörten. Einfach so. Und dann war alles genauso schnell wieder vorbei. Die Szene verkam wieder zur Nische und Po-dcaster machten wieder Podcasts für andere Podcaster.“21Auch wenn Podcasting langsam und stetig wuchs, passierte das quasi unter dem Radar. 2013 zählte Apple 250.000 einzelne Podcasts in mehr als 100 Sprachen, insgesamt acht Millionen Episoden und laut Apple eine Milliarde Abonnenten.22Po-dcasts galten zX Beginn der ³NXller-Jahre ́als Radio der Zukunft und gerietendannbeinahe wieder in Vergessenheit.23Wie auch in Deutschland, hat das öffentlich-rechtliche bzw. Public Radio einen gro-ßen Teil des Marktes in den Anfängen beliefert. NPR konnte bereits nach zwei Mo-naten eine Million und nach eineinhalb Jahren 80 Millionen Downloads verzeich-nen.2419Davidson, Adam: On News, Mission, and Digital transformation in public radio (2016).20The Economist: 2016: the year the podcast came of age (2016).21Zwinzscher, Felix: Nur noch hören, worauf ich Lust habe (2015).22Smith, Jake: Apple: Eight years later, iTunes podcast subscriptions reach 1 billion,23Jakubetz, Christian: Der Podcast-Boom: So geht ́s! (2016).24Sanders, Caitlin: NPR Podcasts Turn 10! (2015). 2Geschichte der Podcast-Märkte15SerialEin Podcast, der in fast jedem Artikel über Podcasts erwähnt und teilweisefür den Podcasting-Trend verantwortlich gemacht wird, iVW ÄSerial³.Erist ein Ableger der Ra-dio-SendXng ÄThiV American Life³, VWarWeWe im Oktober 2014 und beschäftigtsich mit der Aufarbeitung des Mordes an der 17-jährigenHae Min-Lee.25Ähnlich vieler großer TV-Serien,erschien wöchentlich eine neue Episode, wovon die erste Staffel zwölf umfasste. Durch die langsame Veröffentlichung und das spannende und emotionale Thema konnte sich ein gewisser Buzz entwickeln.26Sarah Koenig und ihr Team star-tetenden Podcast, ohne zu wissen, wie er ausgehen würde. Dies gabihrauch ge-wisse Freiheiten, die sie im Radio nicht gehabt hätte.27ÄSerial³sollte der am schnellsten wachsende Podcast der Geschichte werden28und wurde laut New York Times im Mai 2016 bereits 110 MillionenMal heruntergeladen.29ÄSerial³ haW laXW Fried qXaVi daV Radio der 30er & 40er Jahre ]XrckgebrachW Xnd war solch ein Erfolg, dass sogar zwei Podcasts über den Podcast entstanden.30Wenige Wochen beYor die erVWe ÄSerial³-Episode erschien, änderte Applesein mo-biles Operating System iOS, sodass die Podcast-App unlöschbar auf allen Geräten vorinstalliert seinsollte. Auf diese Weise wurde die Barriere Podcasts zu entdecken Xnd ]X h|ren eWZaV geVenkW Xnd der Erfolg Yon ÄSerial³ begnVWigW.31In Deutschland diente ÄSerial³ alV Vorbild fr die FormaWe ÄMehr alV ein Mord³ (DeXWVchlandfXnk) Xnd ÄTlWer UnbekannW³ (NDR2).3225Fischer, Sebastian: Podcast-Hit "Serial": "Ein Mensch wurde ermordet. Im wirklichen Leben" (2014).26Chisholm, Kate: Does the future of radio really lie in podcasts? (2015).27LarVon, Sarah: ³Serial ́: The PodcaVW We¶Ye Been WaiWing For -The New Yorker (2014).28Pierce, David: The new radio stars: welcome to the podcast age (2014).29Herrman, John: PodcaVWV SXrge, bXW ProdXcerV Fear Apple IVn¶W LiVWening (2016).30Fried, Jason: A New Dawn for the Podcast ²re:form ²Medium (2014).31Quirk, Vanessa: Guide to Podcasting (2016), S. 9.32Horn, Dennis: Die deutschen Versionen von "Serial" -müssen es denn immer Copycats sein? (2015). 2Geschichte derPodcast-Märkte16GegenwartEdison Research beobachtet eine größer werdende Nachfrage in den USA. Hatten 2013 lediglich 12 Prozent der amerikanischen Bevölkerung im vorausgegangenen Monat einen Podcast gehört, stieg die Zahl 2016 auf 21 Prozent an. Ungefähr jeder Fünfte hatte also im Vormonat einen Podcast gehört. Das Wachstum von 2015 auf 2016 war zudem das größte, dass Edison Research je beobachtet hat.33Das Po-dcast-Startup Gimlet Media von Alex Blumberg schafftees in der Serie-A-Finanzie-rungsrunde auf eine Bewertung von 30 Millionen Dollar. Weitere Netzwerke wie 5by5, Radiotopia, The Nerdist, rainmaker.fm oder twit.tvsorgen zusätzlich für Pro-fessionalisierung und höhere Reichweiten für Podcast.34In den USA gibt es zudem einen Trend, dass Radio-Moderatoren zumPodcasting abwandern.Feli[ ZZin]Vcher VprichW in einem ArWikel Yon einem ÄregelrechWen E[o-dXV der ModeraWoren bei den klaVViVchen RadioVWaWionen.³35Fred Jacobs formuliert die Abwanderung so:ÄFor those who have complained about radio¶s restrictiveness,alack of risk-taking, and top-down dictates, podcasting provides a means of cre-ating audio that combines professional experience with the excitement of experimentation.“36Adam Raguesa vergleicht den Trend damit, dass Mitte der 2000er viele Schauspielerbegannen,lieber in Serien als in Filmenmitzuspielen, was durch Video-on-Demand-Dienste wie Netflix späterbefeuertwurde. Die Masse erreiche man im Radio, aber um wirklich etwas (Serielles) aufzubauen, müsse man ins Podcasting. Raguesa meint, dass ereinige Leutekennt, die bei NPR wöchentlich 20 Millionen Hörer errei-chen, aber für einen Podcast ihren Job aufgeben würden, selbst wenn Sie damit nur einen Bruchteil der Hörerschaft hätten.37Zudem seienModeratoren nicht in ihrer Wortwahl eingeschränkt und dürften u. a. fluchen, was für Mike Pesca, neben der besseren Bezahlung,ein Grund gewesen sei,nach zehn Jahren NPR zumPodcast ÄThe GiVW³ ]X ZechVeln.3833Webster, Tom: Monthly Podcast Consumption Surges To More Than One In Five Americans -Edison Research (2016).34Holzer, Georg: Podcasts -die Radio-Zukunft (2015).35Zwinzscher, Felix: Nur noch hören, worauf ich Lust habe (2015).36Jacobs, Fred: Non-Broadcasters Are Podcasting. Where is Radio? (2016).37Ragusea, Adam: How public radio podcaVWerV are like Whe UnderpanWV GnomeV from μSoXWh Park¶ (2016).38Zwinzscher, Felix: Nur noch hören, worauf ich Lust habe (2015). 2Geschichte der Podcast-Märkte17Die New York Times stellteeine eigene Podcast-Einheit zusammen und erreichtealleine miW der ShoZ ÄModern LoYe³ 300.000 Z|chenWliche DoZnloadV.39Allgemein ist zu beobachten, dass viele große Player zuletztauf Podcastingsetzten: Apple hat die Podcast-App auf seinen iPhones bei der Auslieferung vorinstalliert,Google möchtePodcastsauf"Google Play Musik" anbietenund auchSpotify hatPodcasts im Angebot.40Eine Studie hat ergeben, dasssichdie Zahl dermonatlichlancierten Podcasts zwischen 2008 und 2015von knapp 1.000 auf 5.000 veröffentlichte Episo-den (in iTunes US) verfünffacht hat. Ob der Trend anhält oder die Zahl weiter steigen wird, ist allerdings schwer abzusehen.41Zusammenfassend hat sich die Podcast-Landschaft in den letzten Jahren und ins-besondere in den letzten Monaten stark verändert. Auch die USA stecken derzeit in einer Experimentierphase.42Auf Einzelheiten dieser Änderungen werden wirim Ver-lauf dieser Thesis eingehen.39Hazard Owen, Laura: The New York Times launches a podcast team to create a new batch of wide-reaching shows (2016).40Süddeutsche.de: Vorbild Amerika -Podcasts auch in Deutschland beliebter (2016).41Morgan, Josh: How Podcasts Have Changed in Ten Years: By the Numbers (2015).42Heise, Nele: Experteninterview zum Thema Podcasting, 07.06.2016. 2Geschichte der Podcast-Märkte182.2DHXWVFKODQGDa es zur deutschen Podcast-Geschichte kaum Quellen gibt, konzentrieren wir uns in diesem Kapitel auf die Gegenwart bzw.jüngste Vergangenheit.Am 2.Oktober2004veröffentlichtNicolas Oestreich den ersten deutschenPodcastnamensÄAXdioneZV³.Im Februar2005gehtPodsteronline, das erstedeutsche Po-dcast-Verzeichnis. Einer der erfolgreichsten Podcasts ist zu Beginn ÄSchlafloVinMnchen³-Podcastvon Annik Rubens, deren bürgerlicher NameLarissa Vassilianist. Ihr Podcast kommtbereits auf 7.000 bis 15.000 tägliche Nutzer und 6.000 Abon-nenten.43GegenwartDas vergleichsweise langsame Wachstum in Deutschland könnte andenhochwerti-gen Produktionen der öffentlich-rechtlichenRundfunkanstaltenliegen. Neben ihrer Qualität zeichnen sie sich durch einen relativ hohen Wortanteil aus, den man in an-deren Ländern nur in Podcasts findet. Zudem sind sie finanziell und technisch besser ausgestattet als Privatpersonen.44Der Bayerische Rundfunk (BR) ist einer der Kooperationspartner von Spotify und Deezer. Bei Deezer können derzeit rund 150 BR-Podcasts gehört werden, bei Spo-tify vorerst etwa 15.Laut Gabriele Willman, die beim Bayerischen Rundfunk Po-dcasts betreut,ist es wichtig,dort Inhalte anzubieten, wo die Leute sie hören. Der BR bietet deshalb bei Spotify bereits 15 und bei Deezer sogar 150 Podcasts an. Innerhalb der vergangenen acht Jahre hätte der Sender die Zahl der Podcasts mehr als verdoppelt, dabei seidie Zahl der Downloads im gleichen Zeitraum um das zwan-zigfache gestiegen.45Laut Anne Fromm ist die deutsche Podcast-Szene noch stark männlich geprägt und beschäftigt sich vor allem mit Nischenthemen wie Archäologie, Technik oder Ver-schwörungstheorien undverzichtet auf spannendes Storytelling, sodass dem deut-Vchen PodcaVW daV KliVchee ÄLaberpodcaVW³ anhafWeW.46Auch Schuler meint, dass viele Privat-Podcasts sehr speziell seien und sich neuen Hörern vermutlichnicht schnell erschließen.In manchen Fällen sei alleine dieAudioqualität zu schlecht, um dranzubleiben.Das Umfeld scheint so für Hörer und Vermarkter teils wenig attrak-tiv.4743Haubner, Petra: Podcasting (2008), S. 210.44Fromm, Anne: Podcasts in Deutschland: Auf die Ohren (2016).45Süddeutsche.de: Vorbild Amerika -Podcasts auch in Deutschland beliebter (2016).46Fromm, Anne: Podcasts in Deutschland: Auf die Ohren (2016).47Schuler, Marcus: Experteninterview zum Thema Podcasting, 09.06.2016. 2Geschichte der Podcast-Märkte19Vergleichsweise hart beschreibt Nicolas Semak, der später das Podcast-Netzwerk Viertausendhertz gründen sollte, die Situation:ÄDie deutschen Podcast-Charts sind eine Aneinanderreihung von völlig vernerdeten Special-Interest-Themen, die vor allem viel Leerlauf zum Inhalt haben. Selbst ihreMacher bezeichnen sie oft als ÃLaberfor-mateμ“.48Im Vergleich zu denUSA,wo vieleMedienhäuser an der Entwicklung eigener Po-dcasts arbeiten, sieht Christian Jakubetz das Podcasting in Deutschland immer nochals eine Art Recycling-Station. Gerade die Medienunternehmen machen laut Jaku-betz vergleichsweise wenigundRadiosenderwürdenoft nur bereits gesendetes Ma-terial zur Verfügungstellen.49Nele Heise hingegen sieht auch in Deutschland großes Interesse der Medienhäuser, die sich dem Thema Podcasting nähern, aber noch unsicher seien, ob sie dieses auch umsetzen. Zudem würden auch Einzelpersonen Podcasts als Teil ihrer Ver-marktungsstrategie begreifen.Um ein klareres Bild zu zeichnen bzw. einen Trend festzumachen, fehlt es in Deutschland an Forschung wie beispielsweise Marktstudien und Umfragen.50Im fol-genden Kapitel liegt der Fokus deshalb aufStudien aus den USA. Read Less