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Studiendesign für eine repräsentative Befragung der Hochschulkommunikation zum Thema

Wissenschaftskommunikation im Wandel

Written by L. Hudelmaier

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Business Administration>Communication & Media

Year

2019

Abstract

Bachelorarbeit: Die Wissenschaftskommunikation befindet sich im Wandel. Inwieweit sich die Hoch-schulkommunikation an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München den neuen Gegebenheiten anpassen soll, ist Thema eines dreijährigen Projekts „Wissenschaftskommunikation 2.0“ im Bereich Presse der Hochschule München. Im Rahmen dieses Projekts soll eine Befragung ausgewählter Akteure, welche die Wis-senschaftskommunikation charakterisieren, durchgeführt werden.Diese repräsenta-tive BefragungsollErkenntnisse überden Wandel der Wissenschaftskommunikation liefern. Folgende drei Akteursgruppen wurden hierfür ausgewählt: •Wissenschaftler•Journalisten •WissenschaftskommunikatorenDie vorliegende Arbeit entwickelt das Studiendesign für eine repräsentative Befra-gung, welches die allgemeine Machbarkeit, eine Zielgruppenanalyse sowie eine Konkurrenzanalyse und Ergebnisse aus Experteninterviews umfasst. Die Arbeit gründet auf folgender Hypothese:Eine umfassende Befragung der verschiedenen Akteursgruppen über den Wandel der Wissenschaftskommunikation ist realisierbar und generiert spezifische, auf die Hochschule angepasste Informationen über das Nutzerverhalten der Akteure, auf-grund deren die Hochschulkommunikation ihre Wissenschaftskommunikation expli-zit an den Wandel anpassen kann.Diese gilt esin folgender Forschungsarbeitzu bestätigen oder zu widerlegen. Die Aufgabevon Hochschulen in Deutschland ist nicht mehr nur der reine Lehr-und Forschungsauftrag. Eine zusätzliche Anforderungder deutschen Hochschulen ist es, sich gegenüber der Konkurrenz, in Form von anderen Hochschulenoder derWirtschaft,wirksam zu positionieren:„Deutsche Hochschulen sehen sich seit etwa zwei Jahrzehnten einem ver-schärften Wettbewerb ausgesetzt, der sie mit der Daueraufgabe konfrontiert, ihre Qualität und Leistungsfähigkeit gegenüber Politik, Wirtschaft, Wissen-schaftsmanagement und der allgemeinenÖffentlichkeit zu demonstrieren.“1Auch die Hochschule München steht unter diesem Leistungsdruck. Die Aufgabe der Hochschulkommunikation ist es, zielgruppenspezifischund umfassend zu informie-ren. Dies gestaltet sich oftals schwierig, da eine Hochschulkommunikation verschie-dene Interessengruppen bedienen muss. Zum einen muss die Hochschulkommuni-kation den Anforderungen der Wissenschaftler, die an ihrer Institution forschen, gerecht werden. Das impliziert, dass die von ihnen erzielten Forschungsergebnissemöglichst präzise und umfassend dargestellt werden. Zum anderen fordern Journa-listen möglichst einfache und allgemein relevante Informationen, die sie in einen für die allgemeine Öffentlichkeitinteressanten Artikel umsetzen können. DiesemInte-ressenskonflikt muss die Hochschulkommunikation der Hochschule München in ih-rer Pressearbeit gerecht werden. Gleichzeitig muss in der Pressearbeit das Absol-ventenprofil der Hochschule „unternehmerisch, nachhaltig, international“2vermittelt werden, um einen einheitlichen Auftrittnach Außensicherzustellen. Zu den Erwar-tungen der unterschiedlichenInteressengruppen bzw. Akteursgruppen kommt eine weitere Herausforderung für die Pressearbeit hinzu: DerWandelder Wissenschafts-kommunikation. DieserWandel wirkt sich auf verschiedene Art und Weise aus.Zu beobachten istbeispielsweiseeine Verschiebung der Kanäle zur Wissensvermitt-lung:1Müller (2013): Wissenschaft in der digitalen Revolution, S. 128–152.2Hochschule München (2015): Mein Studium -Ihr Profil bestimmen Sie. Einleitung6„Die Medien zur Wissensvermittlung haben sich außerordentlich dynamisch entwickelt. [...] ImLaufe des letzten Jahrhunderts sind in immer kürzeren Zeit-abständen neueMedien hinzugekommen: Radio, Schallplatte, Tonband und Tonkassette, Fernsehen, Video und schließlich digitale Medien. Im Zentrum der digitalen Medien steht das Internet, das zu einer gigantischen Expansion von Informationen geführt hat.“3Das Internet unddie daraus resultierendenverschiedenen Kanäle, wie Social-Me-dia, Blogs, Wikis oder Foren,setzenvoraus, dass die Wissensvermittlung auf den jeweiligen Kanal spezifisch angepasst ist. „Mit dieser Entwicklung einhergeht die Verschiebung des Nutzungsverhaltens, [...] das Internet bietet eine technische Plattform für Push-und Pull-Funktionen, sodassunterschiedliche Informationstiefen und auch Interaktionen möglich sind."4Das bedeutet, dass der Informationsnutzerimmer aktiver in den Prozess der Wis-sensvermittlung eingreift und diesensomit mitbestimmt. 1.2ZielsetzungDiese Bachelorarbeit hat zum Ziel,ein Studiendesign zu entwickeln, das die Anfor-derungen an eine repräsentative Befragung zum Thema „Wissenschaftskommunika-tion im Wandel“darstellt, analysiert und auswertet. Das Studiendesign besteht aus zwei Teilen.Im ersten Teil wird die allgemeine Machbarkeit untersucht. Die soge-nannte Machbarkeitsstudie beinhaltet Analysen zur technischen und rechtlichen Machbarkeitsowie eine Zielgruppen-und Konkurrenzanalyse. Im zweiten Teil wer-den Daten mithilfe von Experteninterviews erhoben. Das Ziel der Experteninterviews ist es, Ausgangsinformationen und Sonderwissen zu beschaffen, an denensich die später durchzuführende, repräsentative Befragung orientieren soll. Aufgrund dieser Vorarbeit kann in der Folgearbeit nahtlosmit der Erstellung des Fragebogens für die repräsentative Befragung begonnen werden.3Schultz (2013): Wissenstransfer in die Mediengesellschaft: Situa-tionsanalyse und Orientierungshilfen, S. 12.4Schultz (2013): Wissenstransfer in die Mediengesellschaft, S. 12–13. Machbarkeitsstudie72Machbarkeitsstudie2.1Bestandsanalyse des Projekts2.1.1Rahmenbedingungen des ProjektsDas Projekt besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil entwickelt ein Studiendesign für eine repräsentative Befragung. Dieser enthält eine Machbarkeitsstudie und ausge-wertete Expertengespräche, die zum Thema „Wissenschaftskommunikation im Wandel“ geführt wurden. Dieser erste Teil wird in vorliegender Arbeit abgehandelt. Der zweite Teil des Projekts ist eine darauf aufbauende Arbeit. Injener wird die re-präsentative Studie durchgeführt und ausgewertet. Beide Teile werden jeweils inner-halb einer Bachelorarbeit erarbeitet. Demnach ist ein finanzielles Budget nicht vor-gesehen. Der Zeitrahmen für eine Bachelorarbeit beträgt vier Monate5. Das heißt, das gesamte Projekt ist auf eine Arbeitszeit von acht Monaten beschränkt.2.1.2Zielsetzung des ProjektsMit Blick auf die Entwicklung der Wissenschaftskommunikation ist es sinnvoll, die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten an der Hochschule München umfas-send zu analysieren. Bestandsanalysen und Ratgeber zum Wandel der Wissen-schaftskommunikation existieren bereits. Eine repräsentative Befragung vertieft die bestehenden Informationen, indem strukturierte Daten erhoben werden. Diese Da-ten können daraufhin speziell auf die Hochschule München angewandt werden. Bei-spielsweise kann eine repräsentative Befragung Auskunft darüber geben, welche In-formationskanäle oder Formate der Hochschule München (z.B. Pressemitteilungen, News, Veranstaltungen oder Social-Media-Posts) bei Journalisten tatsächlich auf Resonanz stoßen. Daraufhin kann die Hochschulkommunikation ihre Kommunikati-onsstrategie entsprechend anpassen.5Vgl. Hochschule München (2015): Studien und Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Technische Redaktion und Kommunikation. Machbarkeitsstudie82.1.3Organisatorischer RahmenDas Projekt ist alsForschungsarbeit im organisatorischen Rahmen der Hochschul-kommunikationangesiedelt. Die Abteilung Hochschulkommunikationist für die ge-samte Kommunikation der Hochschule zuständig. Die Pressearbeit, der Aufbau und die Aktualisierung der Webseite sowiedie Bestückung der Social-Media-Kanäle lie-gen im Aufgabenbereich dieser Abteilung. Die Hochschulkommunikation dient als eine Dachfunktion für die 14Fakultäten der Hochschuleundvermittelt intern und ex-tern ein einheitliches Bild. In dem Projekt steht die Wissenschaftskommunikation als Teilgebiet der Pressearbeitder Hochschulkommunikation im Fokus. Aufgrund der Rollen und Funktionen innerhalb der Pressearbeit erfolgtedie Einteilungin diedrei Akteursgruppen(Wissenschaftler, Wissenschaftskommunikatoren, Journalisten). Ein Großteil derArbeitder Pressereferentinnenbesteht darin,mit den Vertretern der Akteursgruppen „Journalisten“und „Wissenschaftler“ zu kommunizieren. Somit bil-den die Pressereferentinnen die dritte Akteursgruppe, die Wissenschaftskommuni-katoren. Die Pressereferentinnen sind in diesem Fall die Schnittstelle zwischen Journalisten und Wissenschaftlernund nehmen somit die Rolle der Vermittlerin oder Mediatorin zwischen den beiden anderen Akteursgruppenein. Basierend auf dieserstrukturellen Organisation ist das Projektausgerichtet. Die Unterteilung in die drei Akteursgruppen findetsich sowohl in den durchgeführten Experteninterviews, als auch innerhalb der repräsentativen Befragung wieder. Machbarkeitsstudie92.2ZielgruppenanalyseEine Zielgruppenanalyse ist ein essenziellerBestandteil einerProjektvorstudie. Die primäre Zielgruppe der Projektergebnisse sind die Pressereferentinnen der Hoch-schule München. Um sich einen Überblick über die Zielgruppe zu verschaffen, wird für diese Analyse die Persona-Methode verwendet.„Dabei geht es im Kern darum, die abstrakten Zielgruppen-Daten zu einer fiktiven, aber real(istisch)enPerson aus-zubauen.“6Folgende Daten wurdeninnerhalb der Hochschulkommunikationermit-telt: Dieprimäre Zielgruppe überwiegend weiblich, verheiratet mit Kind und hat eine Arbeitszeit von durchschnittlich 70 %. Die Erfahrungen aus dem journalistischen Be-reich machen die Pressereferentinnen zu Experten, da sie die Anforderungen und Arbeitsweisen der Journalisten nachvollziehen können. Die tägliche Arbeitszeit teilt sich zwischen dem Tagesgeschäft und einem internen Projektauf.Daraus ergibt sich folgende Persona:Name:Sabine Müller-ReiterAlter:39Familienstand:verheiratet, 1 KindQuelle: pixabay7Ausbildung:Studium Geisteswissenschaftenund Ingenieurwissen-schaften, langjährige Erfahrung im journalistischen Be-reich (Magazin, freie Mitarbeit, etc.)Beruf:Pressereferentin der Hochschule München→WissenschaftskommunikatorinZusätzliches internes Projekt6Nickl (2009): Marken –Herausforderung für die Technische Dokumen-tation, S. 174.7Pixabay: Brainstorming, Geschäft, Kollegen. Machbarkeitsstudie10Arbeitszeit:70% Stelle: 50 % Projektarbeit, 20 %TagesgeschäftVerwendung der Projektergebnisse:Um den Prozess der Wissenschaftskommunikation strate-gischeraufzustellenund an den Wandel anzupassen.Ziele:•interneArbeitsprozesse optimieren•neueFormateeinführen•crossmedialeVerknüpfung der Wissenschaftskom-munikation mit anderenKanälen der Hochschul-kommunikation•externeAufnahme der Themen effektivieren•DieZusammenarbeit mit den externen und inter-nenAkteuren (Journalisten und Wissenschaftler) optimieren. Machbarkeitsstudie112.3Konkurrenzanalyse Ein Bestandteil der Machbarkeitsstudie ist die Konkurrenzanalyse, wodurchdas Projekt im Hinblick auf den Markt und die Konkurrenz eingeordneten werden kann. Der Konkurrenzanalyse wird eine allgemeine Begriffserklärung vorangestellt, um die Analyse im korrekten Themenumfeld einzuordnen.2.3.1BegriffsklärungDer Begriff „Konkurrenz“ definiert sich laut Duden als „das Konkurrieren, besondersim wirtschaftlichen Bereich“8.Im wirtschaftlichen Bereich zu konkurrieren bedeutet wiederum,sich auf dem Absatz-und Beschaffungsmarkt zu behaupten.9Dieser De-finitionwerden die Ziele von Hochschulen laut der Universität Heidelberg folgender-maßen gegenübergestellt: „Das Ziel [der Hochschulen] ist es, Wissen zu erarbeiten und weiterzugeben. Dazu wird regelmäßig ein nicht unerhebliches Budget eingesetzt, ohne dass es primär auf Gewinne im materiellen Sinn ankäme.“10Das heißt, Hochschulen konkurrieren untereinander nicht im klassischen, wirtschaft-lichen Sinne, sondern häufig um immaterielle Güterwie Image, Bekanntheit oder Einfluss. Aufgrund dessen bezieht sich der Begriff „Konkurrenzanalyse“ in dieser Ar-beit vielmehr auf eine Analyse ähnlicher Lehr-und Forschungsinstitutionen, die um internationale Bekanntheit und Expertenstatus konkurrieren, wofürsie einentspre-chendesImageaufbauenwollen.Ein Instrument, um sich imWettbewerb zu be-haupten, ist die Kommunikation.Durch die Kommunikation neuer Forschungsergeb-nisse, neuer Forschungsvorhaben oder Kooperationen gewinnen die Hochschulen an Bekanntheit und Expertenstatus.Im Rahmen einer Auftragsklärung wurden seitens derHochschulkommunikationfol-gende zwei Universitäten als die Hauptkonkurrenten der Hochschule München er-mittelt: die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die Technische Universität München(TUM). Zum einen werden sie als Konkurrenz gesehen, da sichderHauptstandort ebenfalls in derStadt München befindet. Zum anderen werden siewegen ihres internationalen Bekanntheitsgrades, ihrer Größeund einer hohen 8Duden (2011): Konkurrenz: Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft.9Vgl. Springer Gabler (2014): Kompakt-Lexikon Wirtschaft.10Romana Gräfin vom Hagen (2002): Die Universität –ein Unternehmen? Machbarkeitsstudie12Anzahl von Forschungsprojektenals Wettbewerberder Hochschule München be-trachtet. 2.3.2KonkurrentenimquantitativenVergleich Um die Wissenschaftskommunikation der drei Institutionen zu vergleichen, wirdzu-erstbeleuchtet,in welchem Maßdie dreiHochschulenForschungund Wissenschaft betreiben. Dafürgibt es mehrere Kennzahlen, die auf die Forschungsaktivität einerForschungseinrichtung schließen lassen. Hierbei wurdenals Vergleichskriterium die Fördergelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)ausgewählt, welchedie Forschungsaktivität einer Forschungseinrichtungabbilden sollen. Bei der Aus-wertung der Forschungsaktivität ist festzuhalten, dass die alleinige Betrachtung der Fördergelder der DFG keine vollkommene Korrelation zu den tatsächlichenFor-schungsaktivitäten der Hochschulenabbildet. Allerdings ist diesich dadurch abge-zeichneteallgemeine Tendenz für das Studiendesign ausreichend. Nachfolgend wird aufgezeigt, über welcheGesamtsummenin Euro der DFG-Bewilligungen zwi-schen den Jahren2014-2016die drei Hochschulen verfügten. Außerdemwird die Verteilung dieser Summenauf die einzelnen Fachgebiete der drei Hochschulen ver-anschaulicht.Die einzelnen Fachgebiete sind farblich folgendermaßen unterteilt:Blautöne= IngenieurwissenschaftenRottöne= LebenswissenschaftenGrüntöne= NaturwissenschaftenGelbtöne= Geistes-und Sozialwissenschaften Machbarkeitsstudie13Verteilte Fördergelder Hochschule MünchenDie Summe von 1,4 MillionenEuro11wurde bei der Hochschule Münchenauf fol-gende Forschungsgebiete verteilt:Abbildung 1: Verteilung DFG-Fördergelder Hochschule MünchenEtwa zwei Drittel der Fördergeldersindin Forschungsprojekte aus den Ingenieur-wissenschaftengeflossen. Daraus kann abgeleitet werden, dass der Forschungs-schwerpunkt der Hochschule München auf den Ingenieurwissenschaftenliegt.Mit ungefähr einem knappen Drittel der Fördergelder werden an der Hochschule Mün-chen Projekte aus denBereichender Medizin, Sozial-und Verhaltenswissenschaf-tenund Physikunterstützt. 11DFG-Förderatlas (2018): Hochschuldarstellung: Hochschule für ange-wandte Wissenschaften München.Quelle: DFG Förderatlas Machbarkeitsstudie14Verteilte Fördergelder TU MünchenDie Fördergelder der TU München betragen mit 278,7 Millionen Euro12knapp das 200-facheder Hochschule München.Abbildung 2:Verteilung DFG-Fördergelder TU MünchenDie Forschungsbereiche Lebenswissenschaften, Ingenieurwissenschaftenund Na-turwissenschaften der TU München bedienen sichnahezugleichermaßen an den bewilligten Fördergeldern.Lediglich ein kleiner Teil der Gelder fließt in die For-schung im Bereich der Geistes-und Sozialwissenschaften, da die TU München we-niger Forschungsprojekte in diesem Bereich betreut.12DFG-Förderatlas (2018): Hochschuldarstellung: Technische Universi-tät München.Quelle: DFG Förderatlas Machbarkeitsstudie15Verteilte Fördergelder LMUDie Fördergelder der LMUbetragen mit 315,8 Millionen Euro13etwadas 225-fachederHochschule München.Abbildung 3: Verteilung DFG-Fördergelder LMUDer größte geförderte Forschungsbereich ist der Bereich der Lebenswissenschaf-ten.Daneben werden die Geistes-und Sozialwissenschaften sowie die Naturwis-senschaften gleichermaßen gefördert. Lediglich eine sehr kleine Summe machen die Ingenieurwissenschaftenaus, da diese keinen Schwerpunkt der LMUausma-chen.FazitWie die Schaubilder zeigen, haben die beiden Konkurrentender Hochschule Mün-chen,nicht nur ein größeres Portfolio an Forschungsprojekten aus unterschiedlichen Fachbereichen, sondern sie akquirierenauch deutlich mehr Subventionen. Im For-schungsbereich der Lebenswissenschaften und Geistes-und Sozialwissenschaften istdie LMUalsKonkurrenz der Hochschule München zu sehen. Im Forschungsbe-reichder Ingenieurwissenschaftenund Naturwissenschaftenist die TU München der 13DFG-Förderatlas (2018): Hochschuldarstellung: Ludwig-Maximilians-Universität München.Quelle: DFG Förderatlas Machbarkeitsstudie16Hochschule München deutlich überlegen. Demnach hat die Hochschule München in allen vertretenden Forschungsgebieten Konkurrenzvon Hochschulen, die sie in ih-rerGröße deutlich übersteigen.2.3.3Konkurrenten im qualitativen Vergleich Für die Betrachtung derWissenschaftskommunikationderdreiHochschulenwerden neben den quantitativen Faktorenauch die qualitativen Faktorenverglichen:Um die Qualität der Wissenschaftskommunikation zu ermitteln,gibt esbisherkeine standar-disierte Vorgehensweise. Aus diesem Grundwerdenhier die verschiedenen Hoch-schulen und ihre Kommunikation mittels eigens festgelegter Kategorienund einem Punkte-System bewertet. In jeder Kategorie werden 0 (schlecht) bis 5 (sehr gut) Punkte vergeben. Jede einzelne Kategorie wird zusätzlichmit einem Faktor 1bis 3 multipliziert, um den Einfluss unwichtiger Kategorien zu schwächen und wichtige Kategorien hervorzuheben. Am Ende wird das Ergebnis aller Kategorien für jede Hochschuleaufsummiert und ein Endpunktestand generiert. Alle Bewertungen be-ziehen sich auf die Desktopversion der Webseite.Wie sich die Punktzahl zusam-mensetzt, wird im „Kriterienkatalog Konkurrenzanalyse“ im Anhang erläutert. Die Analyse der verschiedenen Presse-Webseiten wird in folgender Tabelle dargestellt:14Hochschule München (2010): Presse.15TUM (2013): Presse.16LMU München (2011): Informationen für: Presse.KategorieHM14TUM15LMU16FaktorAufmachung der Presseseite2(4)2(4)4(8)2Inhalt und Aufmachung der Pressemitteilung4(12) 4,5(13,5)3,5(10,5)3Wissenschaftskommunikationüber an-dere Kanäle und Formate2 (4)5 (10)4 (8)2Verfügbare Kontaktdaten3(3)4,5(4,5)5(5)1Zusätzlicher Service1,5 (1,5)2,5 (2,5)4 (4)1Insgesamt:24,534,535,5Tabelle 1:Qualität Wissenschaftskommunikation im Vergleich Machbarkeitsstudie172.3.4Konkurrenz-MappingIn der folgenden Abbildung wird in einem sogenannten Konkurrenz-Mappingdarge-stellt, wie die zwei Konkurrenten inBezug auf die Hochschule einzuordnen sind.Hierbei geltenquantitative und qualitativeVergleichsgrößen. Zum einen die Anzahl der Forschungsbereiche und die Verteilung der DFG-Fördergelder auf der y-Achse, zum anderen die Qualität der Wissenschaftskommunikation auf der x-Achse.Abbildung 4: Konkurrenz-MappingAus der Konkurrenzanalyse kann geschlossen werden, dasssichdie Qualität der Wissenschaftskommunikation der beiden Konkurrenten TUMund LMUnicht gravie-rend unterscheidet. Beide Hochschulen haben in jeweils unterschiedlichen Katego-rien die beste Punktzahl erreicht. Die Hochschule München wurdehingegen zehn Punkte schlechter als die TU München und elf Punkte schlechter als die LMUbe-wertet. Jedoch weist die Hochschule München in der am stärksten gewichteten Ka-tegorie „Inhalt und Aufmachung einer Pressemitteilung“ keine großen Differenzen zu ihren Konkurrenten auf. Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass die Hochschule München aufgrundder Größe und der Mitarbeiterzahl nichtdie Möglichkeit hat, die Presseabteilung gleichermaßen soauszubauen. Zusammenfassend lässt sich sa-gen, dass die Technische UniversitätMünchen und die Ludwig-Maximilians-Quantität der Forschungspro-jekte gemessen an DFG-Förder-geldern Qualität Wissenschaftskommunikation Machbarkeitsstudie18Universität aufgrund höherer Ressourcen und deutlich mehr verfügbarer Fördergel-der im Vorteil gegenüber der Hochschule München sind. Das heißt, die Hochschule München ist aufgrundunveränderbarerEinflüsse im Nachteil. Ungeachtet dessen hat die Wissenschaftskommunikation der HM, mit deutlich weniger Ressourcen ein ebenfalls zweistelliges Ergebnis erzielt. 2.4Technische MachbarkeitIneiner Machbarkeitsstudie muss ebenfalls die technische Machbarkeit eines Pro-jekts analysiert werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass die nötige techni-sche Ausrüstungin einem Unternehmen vorhanden ist beziehungsweise im Projekt-verlauf angeschafft werden kann.17Um zu überblicken, welche technische Ausrüstungfür das Projekt notwendig ist, muss zuerst die Frage geklärt werden, ob die Befragung online oder persönlich durchgeführt werden soll. Laut Möhringund Schlützkann eine Online-Befragung von Vorteil sein: „Im wissenschaftlichen Kontext werden [...] vielfach Online-Befra-gungen durchgeführt, weil sie leicht und kostengünstig umzusetzen sind [...].“18Dafür die repräsentative Befragung kein Budget vorgesehen ist, wird eine kostengüns-tige Lösung für das Projekt gesucht. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor –die Zeit. Für ein repräsentatives Ergebnis muss eine repräsentative Menge vonPerso-nenbefragtwerden. Es ist damit zu rechnen, dass es sich dabei um eine hohe An-zahl anTeilnehmer handelt, wodurch der zeitliche Aufwand nicht unterschätzt wer-den darf. Bei einer Online-Befragung wurden Einsparungspotenziale ebenfalls in zeitlicher Hinsicht nachgewiesen.19Diese Einflüsse sprechenim Hinblick auf die Projektgegebenheiten klar für die Erstellung einer Online-Befragung. Die Frage nach der Online-bzw. Offline-Verfügbarkeit eines Fragebogens wurde ebenfalls in den durchgeführten Experteninterviews abgefragt. Aus diesem Grund wird in Kapitel „Rahmenbedingungen für repräsentative Befragung“ noch einmal explizit auf die Thematik eingegangen. In diesem Kapitel wird für die Machbarkeitsstudie aus den bereits angeführten Gründen festgelegt, dass die Befragung online vollzogen wird. Demzufolge gehört ein Online-Umfragetool zu demvorausgesetzten technischen 17Vgl. Zimmermann et al. (2006): Projektplanung: Modelle, Methoden, Management, S. 12.18Möhring und Schlütz (2013): Standardisierte Befragung: Grundprin-zipien, Einsatz und Anwendung, S. 195.19Vgl. Taddicken (2013): Online-Befragung, S. 207. Machbarkeitsstudie19Werkzeugfür das Projekt. Da die Hochschule über ein eigenes Online-Umfragetool verfügt, kann von einer Neuanschaffung abgesehen werden. Das Online-Umfrage-tool Evasyswird von der Stabsabteilung Qualitätsmanagement der Hochschule un-ter folgender Bedingung bereitgestellt: „Das Nutzungsrecht wird auf Zwecke der ein-richtungsinternen Qualitäts-, und Organisationsentwicklung beschränkt. Die Dienstleistungserbringung für Dritte ist ausdrücklich ausgeschlossen [...].“20Esmuss deutlich sein, dass die Befragung der Qualitäts-und Organisationsentwicklung der Hochschule dient.Dafür muss ein konkreter Auftrag der Abteilung Hochschul-kommunikation an das Qualitätsmanagement gestellt werden, indem sichergestellt sein muss, dass die Hochschule die Ergebnisse der Befragung tatsächlich nutzt. Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung zum Wandel der Wissenschaftskommu-nikationwerden erfasst, umdie Presseabteilung der Hochschulkommunikation an den Wandel anzupassen. Aufgrund dieses Sachverhaltes kann Evasysals Online-Umfragetool verwendet werden.Evasysist ein umfangreiches Befragungstool und dient nicht nur zu Datenerhebung, sondern auch zu Datenauswertung. Demnach ist die einzige technische Ausstattung, die für das Projekt notwendig ist,mit diesem Tool abgedeckt. Selbstverständlich wird ebenfalls ein Computer mit entsprechender Software vorausgesetzt, jedoch gehört eine solche Ausstattung zur Grundausstat-tung der Hochschule München und wird dementsprechend in diesem Kapitel ver-nachlässigt.20Electric Paper GmbH (2012): Supportvertrag. Machbarkeitsstudie202.5Rechtliche MachbarkeitIm Rahmen derrechtlichen Machbarkeit wird überprüft, ob das Projekt „dengesetzli-chen Vorschriften und Regelungen entspricht, die [...] im jeweiligen Land gelten.“21Folgende Projektabschnitte sind zu betrachten,umdieseauf ihre rechtliche Mach-barkeit zu überprüfen:das Erheben und Auswerten der personenbezogenen Daten innerhalb der repräsentativen Befragungsowie die Erstellung desE-Mail-Verteilersund das damit verbundeneVersenden der E-Mails mit dem Umfrage-Link. Inder Datenschutz-Grundverordnung(DSGVO), die seit dem 25. Mai 2018 anzu-wenden ist, wird die Verarbeitung von personenbezogenen Daten geregelt. Perso-nenbezogene Daten machen eine repräsentative Befragung aus, weswegen dieDSGVOin der rechtlichen Machbarkeitsprüfung als rechtliche Analysegrundlage gilt. Anders alsbei dem Bundesdatenschutzgesetz ist bei der DSGVOkeine Regelung für repräsentative Studien festgelegt.22Das heißt,eine repräsentative Studie muss sich an den allgemeinen Grundsätzen der DSGVOorientieren.23Folgende Grund-sätzefür die Verarbeitung von personenbezogenenDaten gelten laut Artikel 5 der DSGVO:24•Rechtmäßigkeit, Verarbeitung nach Treuund Glauben, Transparenz•Zweckbindung•Datenminimierung•Richtigkeit•Speicherbegrenzung•Integrität und Vertraulichkeit•Rechenschaftspflicht21Scholz et al. (2018): Praxishandbuch Nachhaltige Produktentwick-lung, S. 71.22Vgl. Mühlbauer (2018): EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Pra-xiswissen für die Umsetzung im Unternehmen, S. 28.23Vgl. Mühlbauer (2018): EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), S. 28.24Europäische Union (2016): Datenschutz-Grundverordnung, Artikel 5. Machbarkeitsstudie21Jedoch gibt es„Garantien und Ausnahmen in Bezug auf die Verarbeitung zu im öffentlichen In-teresse liegenden Archivzwecken, zu wissenschaftlichen oder historischen For-schungszwecken und zu statistischen Zwecken.“25Um diese Ausnahmen in Anspruch nehmen zu können,wird vorerst geprüft, ob die geplanterepräsentative Studie unter die besagten Zwecke fällt. Laut Duden wird der Begriff „Forschung“definiertals: „dasArbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnis-sen“26.Demnach kann eine Arbeit dann als Forschung gelten, wenn wissenschaftli-che Erkenntnisse Ziel der Arbeitsind. Bei der geplanten Befragung werden nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse in Betracht gezogen, sondern auch wissenschaftli-che Erkenntnisse erzeugt. Wie Burger und Micelierörterten, gilt diese Tatsache für jede empirischausgerichteteBachelorarbeit, denn: „eineempirisch ausgerichtete Bachelorarbeit [hat zum] Ziel, anknüpfend an den aktuellen Wissensstand, neue Erkenntnisse zu generieren bzw. bestehendes Wissen zu überprüfen.“27Demzufolge kann eine Bachelorarbeit, die als empirische Methode eine repräsenta-tive Befragung verwendet, als wissenschaftliche Forschung deklariert werden. Wodurch wiederum die personenbezogenen Daten unverkennbar zueinemwissen-schaftlichen Forschungszweck verarbeitet werden. Das heißt, für das Projekt kön-nen Ausnahmen von den Rechten der DSGVOgemacht werden, wenn„dieseRechte voraussichtlich die Verwirklichung der spezifischen Zwecke un-möglich machen oder ernsthaft beeinträchtigenund solche Ausnahmen für die Erfüllung dieser Zwecke notwendig sind.“28Welche Rechte in den jeweiligen Artikelnder DSGVOfestgelegtsindund was deren Ausnahme für die repräsentative Befragungbedeuten würde, wird in nachfolgender Tabelle dargestellt.Die Tabelle enthält nur Artikel, die auf das Projekt bezogen wer-den können. Dasbedeutet, einige Artikel und Absätze werden vernachlässigt, da sie 25Europäische Union (EU) (2016): Datenschutz-Grundverordnung.26Duden (2011): Forschung: Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme.27Bienefeld und Gausling (2017): Themenfindung und Fragestellung für empirische Forschungsprojekte, S. 9.28Europäische Union(2016): Datenschutz-Grundverordnung, S. 84.Da-tenschutz-Grundverordnung, Artikel 89. Machbarkeitsstudie22im Rahmen der rechtlichen Machbarkeitsprüfung keine Bedeutungfür denVerlauf desProjektshaben.Art.Inhaltim jeweiligen AbsatzBedeutung für die Forschung15Auskunftsrecht der betroffenen Per-son1)Das Recht, von dem Verantwortli-chen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob die personenbezo-genenDaten verarbeitet werden; ist dies der Fall, so hat sie ein Recht auf Auskunft über diese Da-ten.3)Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verar-beitung sind, zur Verfügung.Wird die empirische Forschungdurch das Auskunftsrecht der befragten Per-sonen behindert, kann von dem Aus-kunftsrecht abgesehen werden. Die empirische Forschungkann von die-sem Recht behindert werden, wenn mehrere Befragte von diesem Aus-kunftsrecht Gebrauch machen und ein zeitlicher Verlust daraus entsteht. Daher sollte vor Beginn der Befragung eine entsprechende Information über die Verarbeitung der personenbezo-genen Datenvorangestellt werden.17Recht auf Löschung ("Recht auf Ver-gessenwerden")1)Die betroffene Person hat das Recht, von dem Verantwortlichen zu verlangen, dass die personen-bezogenenDaten unverzüglich gelöscht werden.2)Hat der Verantwortliche die perso-nenbezogenen Daten öffentlich gemacht und ist er gemäß Absatz 1 zu deren Löschung verpflichtet, so trifft er unter Berücksichtigung der verfügbaren Technologie und der Implementierungskosten an-gemessene Maßnahmen.Verlangt einer der Befragten, dass die erhobenen personenbezogenen Da-ten gelöscht werden, kann davon ab-gesehen werden, wenn die Forschung dadurch behindertwird. Konkret heißt das, wenn ein Befragter eine Lö-schung der Daten anfordert, noch be-vor derenanonymisierte Auswertung stattgefunden hat, kann dies abge-lehnt werden, denn diese erhobenenDaten sind ausschlaggebend für die Forschung. Machbarkeitsstudie23Tabelle 2: Ausnahmen von Artikeln für wissenschaftliche Forschungszwecke Wichtig ist, dass eine wissenschaftliche Forschung nicht allein wegen ihres Zweckes von den aufgezeigten datenschutzrechtlichen Regelungen befreit ist. Dieerläuterten Privilegierungen könnennur dannin Anspruch genommenwerden, wenn der ur-sprüngliche Zweck einer wissenschaftlichen Forschung dadurch nicht erfüllt werden könnte. Read Less