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Sprachdominanz bilingualer Kinder

In Spracherwerbs- und Mehrsprachigkeitsforschung

Written by Anonymous

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Linguistics and literature Studies

Year

2017

Abstract

Bachelorarbeit: Sprachvorteil In diesem Kapitel wird das Phänomen des Sprachvorteils beim bilingualen Spracherwerb diskutiert. Zunächst charakterisiert es die starke Sprache und die schwache Sprache genauer und zeigt die Einflussfaktoren auf, die den Sprachvorteil ausmachen. Das in Kapitel 2 diskutierte inhärente Phänomen des zweisprachigen Spracherwerbs soll noch einmal aufgegriffen werden und steht im Zusammenhang mit dem Phänomen des Sprachvorteils. Die in der Literatur vorgeschlagenen quantitativen und qualitativen Kriterien zur Messung der Sprachüberlegenheit sollen am Ende dieses Kapitels stehen Überlegenheit. Dies dient dazu, das Phänomen der Sprachdominanz genauer zu definieren. 3.1.1 Starke Sprache Eine starke Sprache ist in der Regel eine schnellere und fortgeschrittenere Sprache, obwohl es keine klare Vorgabe gibt, wie weit sie entwickelt sein muss, bevor sie als „begünstigte Sprache“ gelten kann. Es gibt Ähnlichkeiten zwischen der starken Sprachentwicklung bilingualer Kinder und der Sprachentwicklung monolingualer Kinder (vgl. Müller et al., 2011: 65). Die Autoren Kielhöfer und Jonekeit (1993: 11) sprachen von der notwendigen „Sprachkompetenz“, um über Zweisprachigkeit sprechen zu können. Da sie davon ausgehen, dass zwischen den beiden Sprachen immer ein gewisses Ungleichgewicht besteht, beziehen sie dieses Ungleichgewicht zwischen Sprachkenntnissen sogar in ihre Definition von Zweisprachigkeit ein (1993: 12): und schwache Sprache. Die Untersuchung der Erstsprachenvorteile Ende der 1950er Jahre ergab, dass sich starke Sprachkenntnisse vor allem in den Fähigkeits- und Leistungsniveaus widerspiegeln, während schwache Sprachen auf beiden Niveaus Mängel aufweisen (vgl. Müller et al., 2011: 68). Basierend auf weiteren Forschungen zu Bermans Research (1979) sollen nun einige Faktoren aufgedeckt werden, die zu einer sprachlichen Überlegenheit führen können. Menschen haben das Sprachverhalten des englisch-hebräisch sprechenden Kindes Shirley studiert. Bevor Shirley zweieinhalb Jahre alt war, lebte sie mit ihrer englischsprachigen Familie in Israel. Während dieser Zeit galt sie als die Herrscherin des Hebräischen. Shirleys Hebräisch hat gute Fortschritte bei der Sprachproduktion und dem Sprachverständnis gemacht. Ihre Englischkenntnisse beschränken sich auf den Bereich Sprachverständnis (vgl. Patuto 2012: 93). Als die Familie in die USA zog, änderte sich neben den umliegenden Sprachen auch Shirleys Verhalten bezüglich ihres Sprachvorteils. Durch den Eintritt in einen englischen Kindergarten wurde Englisch für sie allgegenwärtig, was schließlich zu Vernachlässigung und schließlich Ablehnung des Hebräischen führte. Nachdem die Familie ein Jahr später nach Israel zurückgekehrt war, zeigte Shirley nur die ersten vier Monate unsicheres hebräisches Sprachverhalten, bis sie wieder sicher kommunizieren konnte (vgl. Müller et al. 2011: 67). Die soeben beschriebene Forschung zeigt, dass Sprachüberlegenheit entsprechend der umgebenden Sprache entwickelt werden kann und daher mit der jeweiligen Sprachumgebung zusammenhängt. Da sich starke Sprachen zu schwachen Sprachen entwickeln und umgekehrt, wird geschlussfolgert, dass Sprachvorteile niemals absolut sind, sondern sich je nach Kontext im Laufe der Zeit ändern können (vgl. Müller et al., 2011: 67-68) ). In den Vereinigten Staaten lässt Shirley durch die Verbreitung von Englisch – die nach dem Eintritt in den Kindergarten wieder zugenommen hat – erkennen, dass sie mit der Zeit Hebräisch besser beherrscht und es daher bevorzugt. Kielhöfer und Jonekeit sprachen in diesem Fall vom „kausalen Kreislauf“ (Kielhöfer / Jonekeit 1993: 12). Auch die Sprachpräferenzen zweisprachiger Kinder können Aufschluss darüber geben, welche der beiden Sprachen dominant ist (vgl. Müller et al. 2011: 68). Auch psychosoziale Faktoren, wie die Einstellung des Sprechers zur Sprache, spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Sprachpräferenz (vgl. Meisel 2007: 499). Der Autor Meisel unterscheidet Vorteil, der nur mit dem Vorteil einer der beiden Sprachen in einer bestimmten Situation zusammenhängt, sowie Sprachpräferenz. Dies führt zu einer routinierten und kontextunabhängigen Sprachpräferenz (vgl. Meisel 2007: 498). Die weiteren Einflussfaktoren, die einen Sprachvorteil ausmachen, werden in Kapitel 3.2 vorgestellt. 3.1.2 Schwache Sprache Nach Schlyter (1993) ist eine schwache Sprache eine "deutlich langsamere Sprache für zweisprachige Kinder". (Müller et al., 2011: 68). Der Autor Müller et al. Auf der Fähigkeitsebene werden die Sprachkenntnisse der starken Sprache auf die schwache Sprache übertragen, was zu Störungen auf der Leistungsebene führt. Read Less