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Leasing als Alternative zum Kauf

Written by T. Barg

Paper category

Term Paper

Subject

Business Administration>General

Year

2018

Abstract

Hausarbeit Leasing vs. Kauf: Die Gründungen der ersten deutschen Leasinggesellschaften fanden im Jahre 1962 statt. Seitdem entwickelte sich das Leasing zu einer der bedeutsamsten Formen der Außenfi-nanzierung.1Es stellt eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung dar und wird für die Finanzierung von Investitionen genutzt.2Unternehmen müssen sich stetig weiter-entwickeln, um sowohl das Interesse der Kunden bewahren als auch gegenüber Mitbe-werbern konkurrenzfähig bleiben zu können. Daher müssen Unternehmen beispielsweise in moderne Informationstechnologien und Produktionsmaschinen investieren.3Häufig sind finanzielle Unterstützungen notwendig, um solche Investitionen zu realisieren.4Dadurch werden Unternehmen vor die Wahl gestellt, welche Finanzierungsmethode op-timal ist.5Bankkredite decken einen Großteil der Investitionsfinanzierung ab.6Nun kommt die Leasingfinanzierung mit ins Spiel. Die Leasingbranche konnte seit je her einen rasanten Anstieg verzeichnen. Unter anderem ist die Ursache dieses Wachstums, die stei-gende Zurückhaltung der Kreditvergabe der Banken. Neue Maschinen und Anlagen mussten von den Unternehmen neu geleast werden, damit diese auf dem neuesten Stand sind. Diepositive Entwicklung des Leasings wird anhand des nachfolgenden Schaubildes aufgezeigt. Trotz des kurzen Einbruches im Jahr 2009, folgte erneut eine Steigerung.71Vgl. Beigler, M., Analyse der Vorteilhaftigkeit zwischen Leasing und kreditfinanziertem Kauf, 2012, S. 1.2Vgl. Kroll, M., Finanzierungsalternative Leasing, 2008, S. 11.3Vgl. Simmert, D., Perspektiven für den Mittelstand, 2016, S. 3. 4Vgl. Wöltje, J., Investition und Finanzierung, 2017, S. 29.5Vgl. Becker, H., Investition und Finanzierung, 2016, S. 33.6Vgl. Simmert, D., Perspektiven für den Mittelstand, 2016, S. 5. 7Vgl. Hock, K. / Frost, H., Ratgeber Leasing, 1990, S. 19. 2Abbildung 1: Leasing-Investitionen in Deutschland bis 2017Quelle: Jahresdaten, online im Internet: https://bdl.leasingverband.de/zahlen-fakten/lea-sing-in-deutschland/jahres-und-strukturdaten/ [Zugriff 16.11.2018]Somit kann es von Vorteil sein, sich als Unternehmen mit alternativen Finanzierungs-möglichkeiten zu beschäftigen.8Jedoch ist für Unternehmen die Wahl der richtigen Fi-nanzierungsart für den jeweiligen Anwendungsfall häufig nicht eindeutig, sondern kann je nach Fall unterschiedlich sein. Es ist genauer zu betrachten ob das Leasing eine alter-native Finanzierungsart gegenüber der Kreditfinanzierung ist.1.2 Aufbau und Zielsetzung der ArbeitDas Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit besteht in der Definition des Leasings und der Kreditfinanzierung sowie im Vergleich beider alternativer Finanzierungsformen. Dies wird untersucht, in dem die Vorzüge sowie auch die Nachteile anhand der qualitativen und quantitativen Aspekte betrachtet werden. Die Arbeit gliedert sich in vier Kapitel: Zunächst wird das Leasing definiert sowie seine Entwicklung und verschiedene Varian-ten aufgezeigt. Im nächsten Schritt erfolgt die Betrachtung der Kreditfinanzierung. Es wird sowohl auf die Merkmale der Fremdfinanzierung eingegangen als auch auf die Arten der Kreditfinanzierung. Der direkte Vergleich zwischen Leasing und Kreditfinanzierung findet im vierten Kapitel statt. Es werden die bilanziellen Aspekte einander8Vgl. Simmert, D., Perspektiven für den Mittelstand, 2016, S. 5. 3gegenübergestellt sowie die steuerlichen Grundzüge angesprochen. Anschließend erfolgt aus Sicht eines Leasingnehmers ein qualitativer und quantitativer Vergleich der beiden Finanzierungsformen. Abschließend folgt eine Zusammenfassung.2. Leasing2.1 DefinitionIn den USA wurde dasLeasing als Finanzierungs-und Investitionsform entwickelt. Über-setzt bedeutet Leasing ‚mieten‘. Darin wird die Ähnlichkeit zum Mietvertrag deutlich:9Beim Leasing wird dem Leasingnehmer das Leasinggut vom Leasinggeber gegen Zah-lung des vereinbarten Leasingentgeltes zur Nutzung überlassen.10Der Unterschied zwi-schen Leasing und der klassischen Miete basiert meist auf einer zu leistenden Sonderzah-lung. Außerdem werden den Nutzern des Leasingobjektes beim Leasing die Rechte, Ri-siken sowie Pflichten übertragen. Das bedeutet, dass die Leasingnehmer für Beschädi-gungen selbst haften und Reparaturen eigenständig durchführen müssen. Bei der klassi-schen Miete werden diese Punkte hingegen vom Vermieter getragen.11Es handelt sich bei einem Leasingvertrag um einen atypischen Mietvertrag.12Er setzt sich aus der Miete, dem Darlehen und dem Kauf zusammen.13Unter Leasing wird eine Vereinbarung ver-standen, bei welcher der Leasinggeber das Leasinggut dem Leasingnehmer gegen Zah-lung für einen bestimmten Zeitraum überlässt.149Vgl. Beigler, M., Analyse der Vorteilhaftigkeit zwischen Leasing und kreditfinanziertem Kauf, 2012, S. 15.10Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 3.11Vgl. Sanft, E., Leitfaden für Existenzgründer, 2014, S. 119.12Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 3.13Vgl. Beigler, M., Analyse der Vorteilhaftigkeit zwischen Leasing und kreditfinanziertem Kauf, 2012, S. 15.14Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 6. 42.2 Arten der LeasinggegenständeLeasing bezieht sich auf bewegliche Objekte (Mobilien Leasing) und unbewegliche Ob-jekte (Immobilien Leasing). Somit ist grundsätzlich ist die Unterscheidung zwischen dem Immobilien-und Mobilien-Leasing vorzufinden.15Unter Mobilien Leasingwerden also bewegliche Wirtschaftsgüter verstanden, die zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Darunterfallen nicht nur gebrauchte, sondern auch neue Objekte. Häufig sind es marktgängige Investitionsgüter, wie z. B. PKWs.16Eine kurze Vertragslaufzeit sowie verschiedene Optionen am Ende der Vertragslaufzeit sind kennzeichnend.17Das Immobilien Leasinghandelt von unbeweglichen Wirtschaftsgütern, wie beispiels-weise Grundstücke oder Gebäude. Darunter fallen Neubauten, als auch bestehende Ge-bäude. Das juristische Eigentum wird hier von dem Leasinggeber benötigt.18Zusätzliche Dienstleistungen sind beim Immobilien Leasing von großer Bedeutung. Diese enthalten nicht nur die Planung, Beratung und Errichtung eines Objektes, sondern auch die Instand-haltung.19Produktionshallen und Lagergebäude fallen oftmals unter das typische Immo-bilien Leasing.202.3 Direktes und Indirektes LeasingWird Leasing zur Finanzierung von Investitionsgegenständen genutzt, so lässt sich das direkte und indirekte Leasing voneinander unterscheiden.21Das direkte Leasing wird auch Herstellerleasing genannt, da der Leasinggeber gleichzei-tig der Hersteller und Lieferant des Leasinggegenstandes ist. Hierbei ist die Vorausset-zung für einen Vertragsabschluss eine hohe Liquidität, denn der Leasinggeber muss die Verwaltung der Leasingverträge und das laufende Geschäft finanzieren. Diese Form vom Leasing ist selten und wird bei großen, finanzstarken Firmen vorgefunden. Ein Beispiel15Vgl. Wöhe, G. / Bilstein, J. / Ernst, D. / Häcker, J., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 318f.16Vgl. Kuhnle, R., Leasing, 2005, S. 32.17Vgl. Deutsche Leasing, Zukunftsstrategien der Leasing-Branche, 2009, S. 44f.18Vgl. Kuhnle, R., Leasing, 2005, S. 33.19Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 115f.20Vgl. Wöhe, G. / Bilstein, J. / Ernst, D. / Häcker, J., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 318f.21Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 5. 5hierfür wären die Automobilhersteller. Diese können die Herstellungskosten vorfinanzie-ren und die entsprechenden Ressourcen sind für die Verwaltung der Leasingverträge ge-geben. Für den Leasingnehmer wäre der Vorteil, dass dieser Zusatzleistungen vom Lea-singgeber erhält, wie beispielweise Wartung.22In der Wirtschaft ist das indirekte Leasing häufiger als das direkte Leasing vorzufinden. Der Abschluss eines Vertrages für ein Leasingobjekt erfolgt durch eine unabhängige Lea-singgesellschaft. Diese erwerben vom Hersteller verschiedene Wirtschaftsgüter und dem Leasingnehmer werden die Leasinggegenstände gegen Entgelt für die Nutzung zu Verfü-gung gestellt. Der Vertrag kommt zwischen dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer zustande, dadurch nimmt der Hersteller die Rolle des Dritten ein. Dabei entsteht ein so-genanntes ‚Dreiecksverhältnis‘.232.4 Arten des Leasings2.4.1 Operating LeasingUnter Operating Leasingkann ein Mietvertrag verstanden werden: Der Leasingnehmer erwirbt das kurzfristige und jederzeit kündbare Nutzungsrecht an einem Leasingobjekt. Kündigt er das Vertragsverhältnis, geht das Leasingobjekt in den Besitz des Leasingge-bers zurück. Dieser muss das Leasingobjekt mehrfach vermieten, weil die Anschaffungs-und die entstehenden Kosten während der Vertragslaufzeit nur annähernd gedeckt werden können. Eine Vollamortisation ist während der Vertragszeit somit nicht vorgesehen.24Das Operating Leasing wird von Unternehmen nicht wegen der vorteilhaften Finanzie-rung, sondern aufgrund von Absatzinteresse bevorzugt: Der Vertrag kann jederzeit ge-kündigt werden, wodurch die aufwandsarme Erfüllung vorübergehender Bedürfnisse er-möglicht wird. Dies trifft bei der Verwendung saisonaler Maschinen zu.2522Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 5.23Vgl. Peters, B. / Schmid-Burgk, K., Das Leasinggeschäft,2017, S. 18.24Vgl. Küsell, F., Praxishandbuch Unternehmensgründung, 2006, S. 322f.25Vgl. Grundmann, W., Leasing und Factoring, 2013, S. 7f. 62.4.2 FinanzierungsleasingBeim Finanzierungsleasing geht es um einen mittel-bis langfristigen Leasingvertrag. Dieser ist nicht kündbar, sondern muss auslaufen. Am Ende der Vertragslaufzeit steht dem Leasingnehmer meist ein Kaufrecht zu. Er wählt einen Leasinggegenstand und tritt mit diesem an den Leasinggeber heran. Das Leasingobjekt wird als Eigentum des Lea-singnehmers betrachtet, der daher für Beschädigungen selbst aufkommen muss. Die Lea-singrate setzt sich aus den Anschaffungskosten, zusätzlichen Zinsen und einer Tilgung zusammen.26Es wird zwischen zwei Arten von Leasingverträgen unterschieden: den Voll-und den Teilamortisationsverträgen. Bei ersteren werden die Anschaffungskosten des Leasingobjektes durch den Leasingnehmer vollständig gedeckt. Während der Ver-tragslaufzeit erhält der Leasinggeber zusätzlich einen Deckungsbeitrag. Damit kann er die Finanzierungs-und sonstigen Kosten abdecken. Am Ende der Vertragslaufzeit steht dem Leasingnehmer der Kauf zu einem geringeren Preis zu. Bei Teilamortisationsverträ-gen hingegen werden die Anschaffungskosten des Leasinggegenstandes durch den Lea-singnehmer nur teilweise abgedeckt. Hier bestehen mehrere Möglichkeiten für die Aus-zahlung der Schlussrate. Der Leasinggegenstand wird nach Ablauf der Vertragslaufzeit üblicherweise zurückgegeben.272.4.3 Sonderformen des LeasingsDas Sale-and-Lease-Back-Verfahren ist eine Sonderform des Leasings. Hier besteht kein Dreiecksverhältnis, sondern eine Vertragsbeziehung zwischen nur zwei Parteien.28Bei diesem Verfahren verkauft der Leasingnehmer seine Vermögensgegenstände an eine Lea-singgesellschaft. Der Käufer verleast das Objekt dann wieder an den Kunden. Um in Un-ternehmen die Liquidität zu sichern und den Kreditrahmen vergrößern zu können, kann dieses Verfahren verwendet werden.29Eine weitere Sonderform stellt das Spezialleasing dar. Hier wird der Leasinggegenstand an die Bedürfnisse des Leasingnehmers angepasst. Dadurch ist für Dritte kein Verkauf oder Vermieten möglich. Read Less