Add Thesis

Demenzfreundliche Kommune

Utopie oder Wirklichkeit?

Written by Sabrina Schulz

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2009

Abstract

Bachelorarbeit: Demenz 2.1 Bild von „Demenz“ Demenz und ihre Erscheinungsformen werden in unserer Gesellschaft oft als Albtraum gesehen. Warum passiert das? Passt das wirklich zur Realität? Dieses Bild der Demenz soll im Folgenden betrachtet und diskutiert werden. Schon die alten Ägypter verwendeten den Begriff „Demenz“. Es entspricht jedoch nicht unserer aktuellen Sicht auf die Krankheit, sondern eine Beschreibung von seltsamem oder auffälligem Verhalten. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „Alzheimer-Krankheit“ von Ärzten eingeführt. Alois Alzheimer, ist in der deutschen medizinischen Literatur gefestigt und als Krankheit definiert. Die heutigen Negativbilder von Demenz entstanden in den 1960er und 1970er Jahren. Sie kommt vor allem aus der Medizin und dem daraus resultierenden medizinisch-biologischen Demenzmodell und ist in Klassifikationssysteme wie ICD oder DSM angekommen. 6 In diesem Modell wird der Begriff „Demenz“ anhand eines organischen Interpretationsmodells, Aussagen von äußerlich als Demenz klassifizierten Personen und dem Verlauf der Demenz definiert. Demenz wird nach diesem Modell als Krankheit verstanden, die durch verminderte Fähigkeiten und verminderte Fähigkeiten und Lebensqualität gekennzeichnet ist. Die Symptome dieser Krankheit werden in den Verhaltensweisen, Reaktionen und Erfahrungen von Menschen mit Demenz deutlich. 7 Diese Krankheit kann, zumindest hypothetisch, nur einen negativen Ansatz verfolgen und verweigert daher die Möglichkeit, positive Dinge daraus zu ziehen. Zudem gelten nach dieser Auffassung Patienten mit Demenz entsprechend als krank. Dieses negative Image von Demenz spiegelt sich nicht nur in der Medizin wider, sondern auch in den Printmedien und sogar in Verbänden und Initiativen, die grundsätzlich die Interessen von Demenzkranken vertreten sollen und hoffen. 8 Aber ist das wirklich der richtige Weg? Ist es nicht an der Zeit umzudenken? In Zukunft wird es immer mehr Demenzkranke geben. Es ist eine Tatsache, dass die Gesellschaft, insbesondere die Gemeinschaft, einen Weg finden muss, mit Demenz umzugehen. Wenn wir dies nicht tun, werden wir in eine Katastrophe stürzen. Daher ist es sinnvoll zu untersuchen, wie unsere Gesellschaft würdevollere Beziehungen zu den ständig wachsenden Bevölkerungsgruppen aufbaut. 2.2 Demenz ablehnen oder akzeptieren? Wie in Kapitel 2.1 erwähnt, wird Demenz als Krankheit angesehen und ihr soziales Image ist offensichtlich negativ. Bei Demenzpatienten kann es tatsächlich zu einer erheblichen kognitiven Verschlechterung kommen und es können nicht-kognitive oder psychiatrische Symptome auftreten. 2.3 Auswirkungen auf Demenzpatienten Das negative Image der Demenz führt dazu, dass viele Menschen eine negative Einstellung zur Demenz haben. Das Motto lautet: „Im Prinzip kann man sowieso nichts machen, man kann nur hoffen, dass die pharmakologische Forschung irgendwann ein Medikament findet, das Demenz heilen kann.“ Doch diese innere Haltung schadet der Lebensqualität von Demenzkranken. Und die allgemeine Pflegekultur wird kompromittiert. Es wird keine weitere Entwicklung oder Begegnungen zwischen Demenzpatienten und Nicht-Demenzpatienten geben. Eine der Folgen kann sein, dass die familiären Beziehungen oft unter enormem Druck stehen. In allen Familienmitgliedern gibt es versteckte Erwartungen. Gerade bei pflegenden Angehörigen herrscht psychischer Druck, sie erreichen meist sehr schnell die Druckgrenze. Angehörige von Menschen mit Demenz zeigen sich in der Regel nur ungern mit ihnen in der Öffentlichkeit, weil es ihnen zu peinlich ist. „Wie werden die Menschen reagieren, wenn die Person, die ich liebe, wieder den großen Drang verspürt, weiter mit sich selbst zu reden und herumzulaufen? Anschließend zogen sich Demenzkranke und deren Angehörige aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Das Unterstützungssystem in den betroffenen Haushalten ist isoliert oder teilweise sogar dekompensiert. 15 Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf Menschen mit Demenz, deren Familien, Freunde und Bekannte. Es kann nur spekuliert werden, wie sich der Zustand des Demenzkranken auf den Demenzkranken selbst auswirkt. Das erste Symptom tritt normalerweise auf, bevor die Diagnose gestellt wird. Daher wird Menschen mit Demenz oft Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit vorgeworfen, noch bevor ihre Krankheit entdeckt wird. Auch hier kann es zu Konflikten innerhalb des Hauptbezugssystems kommen. 16 Einerseits wissen die Betroffenen nicht, warum sie plötzlich Dinge vergessen oder anders reagieren als sonst, andererseits haben sie oft negative Bilder von Demenz im Kopf. Sie verlieren ihre Autonomie, brauchen Pflege, leiden an Verhaltensstörungen oder anderen Krankheiten. Und diese Überlegungen belasten, auch wenn sie nur den Verdacht der Krankheit im Herzen haben. Read Less