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Das „digitale Ich“ von Mitarbeitern

Gemeinsamkeiten und Abweichungen zum angestrebten Unternehmensbild

Written by J. Barenbrock

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Business Administration>General

Year

2017

Abstract

Bachelorarbeit: Die „Self-Presentation Theory“ liefert einen Sammelbegriff für Ansätze, die versuchen, Selbstdarstellungsverhalten zu erklären. Das Digitale Ich erklärt es. Erwin Goffman(2003) war einer der ersten Soziologen, der die alltäglichen sozialen Interaktionen von Individuen beobachtet und damit die Grundlage für weitere Untersuchungen zur Selbstdarstellungstheorie geschaffen hat. In seinem Buch „The presentation of self in everydaylife7(1959)“ vergleicht er soziales Agieren mit der Arbeit eines Schau-spielers, der mit seiner Bühnenarbeit ebenfalls bemüht ist, bestimmte Erwartungs-haltungen des Publikums zu erfüllen. Er definiert Selbstdarstellungsverhalten als eine Konstruktion des Selbst, die dem Individuum nach Außen eine Identität ver-schafft. Diesen Selbstdarstellungsprozess nennt er „Impression Management“Erwin Goffman (2003) war einer der ersten Soziologen, der die täglichen sozialen Interaktionen von Individuen beobachtete und damit die Grundlage für weitere Forschungen zur Theorie der Selbstdarstellung bildete. In seinem Buch "Self Presentation in Daily Life 7 (1959)" verglich er soziales Handeln mit der Arbeit von Schauspielern, die auch versuchten, bestimmte Erwartungen des Publikums zu erfüllen. 8 Er definiert Selbstausdrucksverhalten als die Konstruktion von Even, die Individuen eine Identität gegenüber der Außenwelt verleiht. Er nannte diesen Selbstausdrucksprozess "Impression Management". Das "Impression Management" in der deutschen Impression Control ist ein Versuch, den Eindruck des Gegenübers zu lenken und zu kontrollieren. Dies kann bewusst oder unbewusst erfolgen. Ziel ist es, sich möglichst aktiv zu zeigen und ein hohes Maß an Selbstwertgefühl zu erzeugen. 10 Personen können dafür positive und negative Techniken anwenden. Dies kann durch das bewusste Hervorheben von Stärken erreicht werden, kann aber auch indirekt durch ungünstige Leistungen das Selbstwertgefühl im Nachhinein steigern. 11 Ein Beispiel für eine Negativ-Eindruck-Management-Technik ist die „Selbstbehinderung“ 12, bei der eine beeinträchtigte Person im Vorfeld bewusst dargestellt wird (z. B. Bauchschmerzen vor einer wichtigen Abschlussprüfung), um später das Selbstwertgefühl zu verbessern (obwohl Schmerzen bei der Abschlussprüfung gute Ergebnisse erzielt) und sich bei Misserfolg entschuldigen können. 13 Ein weiteres Merkmal des Selbstdarstellungsprozesses ist, dass er von subjektiver Wahrnehmung und Selbsterklärung geleitet wird. Das bedeutet, wie sich eine Person selbst sieht und wahrgenommen werden möchte. Diese Selbsterklärung entsteht im Prozess der Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Bewertung und Reaktion auf die Umwelt. 14 Symbole, Marken oder Verhaltensweisen werden verwendet, um das Selbstverständnis nach außen zu transportieren. 15 Identität wird dabei ständig neu definiert. -schaffen. Die Selbstdarstellung kann bewusst, absichtlich und strategisch erfolgen oder sie kann unbeabsichtigt und routinemäßig ignoriert werden. 2.2 Die „Ich“-Dimension Um die „Ich“-Dimension im Kontext dieser Arbeit zu definieren, betrachten Sie zuerst das „digitale Selbst“ und das „reale Selbst“ anders und dann voneinander. Im digitalen Selbst können andere Attribute im Zusammenhang mit dieser Arbeit identifiziert werden. Diese werden genauer geprüft und inspiziert. Self-Presentation Theory. Das „digitale Ich“, als digitale Identität, ist ein schwer zu definierendes Bedeu-tungsfeld, da es jeden virtuell zugänglichen Raumeinbezieht. Aus diesem Grund wird der Begriff hier auf die in diesem Kapitel dargestellte Definition eingegrenzt. Als „digitaler Raum“ wird der Raum bezeichnet, in dem sich das „digitale Ich“ eines Individuums bewegt. Dieser kannsich über alle Formen der interpersonalen, gruppenbezogenen oder öffentlichen Kommunikationsmittel erstrecken, die ent-weder über vernetzte Computer oder vernetzte mobile Endgeräte vermitteltwer-den.17In dieser Arbeit wird der „digitale Raum“ auf alle öffentlichen Kommunikations-mittel im Internet reduziert, die für jedes Individuum zugänglich sind. Innerhalb dieser Abgrenzung existieren soziale Netzwerke, Blogs und öffentliche Websei-ten, die den direkten Vergleich zwischender Präsenz der Mitarbeiter und der Prä-senz der jeweiligen Unternehmen im digitalen Raum zulassen. In derwissenschaftlichenLiteratur wirddas „digitale Ich“ als digitale Form der Identitätsbildung betrachtet, die in Interaktion mit der breiten Öffentlichkeit, also bekannten und anonymen Nutzern, im digitalen Raum entsteht. Im Gegensatz zu der nicht-digitalen Welt verläuft die Kommunikation zeitversetzt. Menschen ha-ben die Möglichkeit ihre Identität frei zu formen und sich beliebig darzustellen.18Das Selbst kann inszeniert werden und einem „Wunschselbst“, wenn nicht einer ganz anderen Person entsprechen.19Die positiven Eigenschaften werden meist hervorgehoben und die negativen Charakterzüge nicht erwähnt. Fotos dienen zur Positionierung der eigenen Person.20Es kann davon ausgegangen werden, dass bewusst oder unbewusst, Selbstdarstellung im „digitalen Ich“ kontinuierlich An-wendung findet. Das„digitale Ich“ ist demnach ein konstruiertes Selbstbild. Weiter lassen sichverschiedene digitale Identitäten im Internet unterscheiden.21Es gibtberufliche und privat genutztesoziale Netzwerke, in denen Individuenihre Identitätunterschiedlich darstellenkönnen.Im engeren Sinn ist ein soziales Netzwerk ein digitales Portal, in demNutzer ak-tiv miteinander kommunizieren. Jeder Nutzer erhält ein eigenes Profil, auf dem er Fotos und persönliche Angaben veröffentlichen kann. Das primäre Ziel ist der Austausch von Informationen, Erfahrungen und Sichtweisen.22Rein technisch betrachtetsind viele soziale Netzwerke ähnlichgestaltet. Die Gründe, weshalb Personen in soziale Netzwerke eintreten, unterscheiden sich jedoch häufig.Beruflichgenutztesoziale Netzwerkefokussieren sich auf den Austausch im be-ruflichen Kontext.23Beispiele für solche Netzwerke sind die Plattformen Xing24und LinkedIn25.Hier wird Nutzern die Möglichkeit gegeben ihre beruflichen Kompetenzen und ihren Lebenslauf darzustellen.Nutzer können sich zudem ein Netzwerk aus geschäftlichen Kontakten aufbauen und sich innerhalb dessen mit anderen Nutzern austauschen.Ebenso sind ein Stellenmarkt sowie ein Ratgeber zur Jobsuche integriert. Ein für den privaten Gebrauch bestimmtessoziales Netzwerksetzt hingegen den Fokus auf die Kontaktpflege zu bereits bekannten Kontaktpersonen, die im priva-ten Umfeld des Nutzers existieren. Das Ziel eines solchen Netzwerkes ist der pri-vate Informationsaustausch sowie allgemeine Unterhaltung.26Ein bekanntes Bei-spiel für ein solches Netzwerk ist Facebook27.Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das „digitale Ich“ der Ausrichtung des sozialen Netzwerks angepasst wird. Auf beruflichgenutzten sozialen Netz-werken werden Informationen im beruflichen Kontext veröffentlicht. Privatge-nutzte sozialeNetzwerke dienen der Veröffentlichung von Information im privaten Kontext. Read Less