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Bildungs- und Berufsbiographien von Social Entrepreneurs

Rekonstruktion berufsbiographischer Orientierungen von Social Entrepreneurs

Written by G. Hanko

Paper category

Master Thesis

Subject

Sociology

Year

2016

Abstract

Masterarbeit: Social Entrepreneurship als Forschungsfeld Social Entrepreneurship 6 ist ein sehr junges Praxis- und Forschungsfeld, insbesondere im deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich. In dem sich ständig weiterentwickelnden Forschungsfeld erfordern unterschiedliche Konzepte und Definitionen dieses Phänomens noch genauere Definitionen und Konventionen. An dieser Stelle soll das Konzept jedoch nicht klar formuliert werden. Im Gegenteil, es soll die Sichtweisen der Grundlagenforschung aufzeigen und die Sichtweisen der aktuellen Arbeit entwickeln und aufzeigen. Grundsätzlich sind Social Entrepreneurs Menschen, die bestehende soziale oder ökologische Probleme erkennen und versuchen, diese mit unternehmerischen Mitteln zu lösen. Dies ist jedoch das Gegenteil von klassischen Unternehmern. , Nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Maximierung des „sozialen Mehrwerts“ bzw. des „Sozialnutzens“ in Aussicht (Hackenberg/Empter 2011: 11). In den letzten Jahren wurde sowohl in der wissenschaftlichen Debatte als auch in der Praxis zunehmend über Social Entrepreneurship diskutiert. (vgl. Schneider / Maier 2013) Fakten belegen, dass Social Entrepreneurship in vielen europäischen Ländern immer mehr an Bedeutung gewinnt. (vgl. Hackenberg / Empter 2011) Auch in Österreich rückt Social Entrepreneurship zunehmend in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Seit 2006 wurden verschiedene Maßnahmen zur Förderung von Social Entrepreneurship formuliert. 7 Die Wirtschaftsuniversität Wien hat im Herbst 2013 im Kompetenzzentrum Non-Profit-Organisationen einen neuen Social Entrepreneurship-Schwerpunkt etabliert. Ziel ist die wissenschaftliche Förderung und Unterstützung von Social Entrepreneurs. Darüber hinaus gibt es die Lehrveranstaltung 9 zum Thema „seit mehreren Jahren, und Studierende können versuchen, unter Anleitung der Wissenschaft zum Social Entrepreneur zu werden“ (Millner 2013: 36). Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich Österreichs Finanzierungsstruktur noch im Aufbau befindet. (vgl. Millner et al. 2013) Wie bereits erwähnt, gibt es viele Versuche, Social Entrepreneurship zu definieren, auch aufgrund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Zahl von Publikationen zu diesem Thema (vgl. zB Brouard / Larivet 2010) Die Definition hat sich noch nicht durchgesetzt, da die Interpretation von verschiedenen Aspekten wie institutionellem Hintergrund, wissenschaftlicher Disziplin und anderen Intentionen der jeweiligen Autoren abhängt. (vgl. Heinze et al. 2011: 90) Im wissenschaftlichen Diskurs lassen sich jedoch ausgehend vom allgemeinen Konzept des Social Entrepreneurship zwei grundlagenwissenschaftliche Sichtweisen bestimmen, die sich an den beiden Endpunkten Social Innovation und Social Enterprise positionieren lassen. Die Perspektive sozialer Innovation konzentriert sich auf Veränderungen der gesellschaftlichen Bedingungen. Social Entrepreneurs gelten als „Change Agents“ (Dees 1998: 4), als Akteure, die gesellschaftliche Veränderungen fördern, die Ursachen sozialer Probleme lösen und versuchen, diese zu lösen. 10 Im Sinne von Schumpeter (1926) ist Innovation in der Regel „eine neue Kombination von Märkten, Produkten, Dienstleistungen, Geschäftsmodellen oder Ressourcen“ (Millner et al., 2013: 431). Innovation kann neben neuen Dienstleistungen oder Produkten auch neue Verhaltensweisen und Organisationsformen umfassen. Zapf definiert soziale Innovation im Allgemeinen als „einen neuen Weg, um Ziele zu erreichen, insbesondere neue Organisationsformen, neue Regulierungen und neue Lebensstile, die die Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung ändern. Soziale Veränderungen lösen Probleme besser als frühere Praktiken, daher lohnt es sich, sie nachzuahmen und zu institutionalisieren. "(Zapf 1994: 33). Es gibt andere Ansichten, die den Nutzen von Innovation oder Innovation als Prozess betonen. (vgl. Millner et al. 2013: 431f) Aus dieser Perspektive ist Innovation zumindest ein grundlegendes Merkmal sozialunternehmerischer Organisationen. Millner wies darauf hin, dass „[fast] alle Organisationen, die in der Literatur als Social Entrepreneurs gelten […], neue Geschäftsmodelle oder Vorschläge haben“ (ebd.: 433). Daher bezieht sich Social Entrepreneurship meist auf neu gegründete Organisationen, sogenannte Start-ups11. Wenn Innovationsprozesse, verstanden als Social Entrepreneurship, in reifen Organisationen ablaufen, werden sie auch als „Social Entrepreneurship 12“ bezeichnet (Mair / Martí 2004: 3). Eine der Hauptherausforderungen der Perspektive der sozialen Innovation ist die Messung der Wirkung. Für Dees (1998) sind Organisationen des sozialen Unternehmertums Unternehmen mit einer sozialen Mission und für ihre Arbeit von entscheidender Bedeutung. Die mit dieser Mission verbundene soziale Wirkung 13 ist das Kernkriterium für ihren Erfolg. Im Vergleich zu den finanziellen Gewinnen sind die positiven Auswirkungen sozialer Innovation jedoch schwer zu messen: Im Gegensatz zu traditionellen Unternehmen schaffen traditionelle Unternehmen Wert, indem sie Produkte zu Preisen über den Produktionskosten auf dem Markt verkaufen. Ein Indikator für die Wertschöpfung. (vgl. Dees 1998: 3) Da der soziale Mehrwert bzw. die soziale Wirkung schwer zu beurteilen ist, handelt es sich bestenfalls um weiche Indikatoren. Es ist schwierig, den Erfolg von Social Entrepreneurship-Aktivitäten mit wirtschaftlichen Schlüsselindikatoren zu messen. Read Less