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Ökonomisches Kapital und Chancengleichheit in der Bildung

Written by Jochen Wössner

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2016

Abstract

Bachelorarbeit: Chancengleichheit Laut Hopf (2010: 55) gibt es derzeit keine einheitliche Definition von Chancengleichheit. Der Begriff der Chancengleichheit spielt eine wichtige Rolle, weil er sich an politischem und bildungspolitischem Handeln orientiert, auch wenn es aufgrund inkonsistenter Definitionen zu Missverständnissen kommen kann (vgl. ebd.). Die in dieser Bachelorarbeit verwendete Definition von Chancengleichheit basiert auf den Überlegungen des Psychologen Heinz Heckhausen. Diese interpretiert Chancengleichheit als Prinzip der Verteilung knapper Güter im gesellschaftlichen Prozess. Dabei berücksichtigte er auch immaterielle Faktoren, einschließlich der Hochschulabschlüsse. Die Allokation knapper Güter orientiert sich an gesellschaftlichen Interessen und persönlichen Realisierungsmöglichkeiten. Knappe Materialien werden nach dem Prinzip der Nachfrage an nicht voll taugliche Personen (darunter Kinder, ältere Menschen und Patienten) verteilt. Dieser Prozess beinhaltet auch den Kampf um Chancen für Menschen und Einzelpersonen, die unter Ressourcenarmut leiden. Das Gleichstellungsprinzip in Heckhausen unterscheidet nicht zwischen Führungs- und Leistungsstatus, sondern räumt allen Mitgliedern der Gesellschaft die gleichen Rechte ein (vgl. Hopf 2010: 58f.). Außer nach den Vorschriften von Herkhausen ist zu erwähnen, dass Chancen keine messbare Größe darstellen und keine aktuellen Prognosen abgeben. Opportunität stellt hinsichtlich ihrer Fähigkeit die Definition der Zukunft dar, so dass derzeit keine eindeutigen Aussagen, sondern nur die zu erwartende Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden kann (vgl. ebd.: 67). Chancengleichheit bezieht sich auf die gleichen physischen und psychischen Anforderungen von Individuen, einschließlich der gleichen kognitiven Fähigkeiten mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen (vgl. ebd.: 68f.). Wenn Chancengleichheit die strukturelle Ausrichtung der gerechten und gleichmäßigen Verteilung von Gütern, Ressourcen und Dienstleistungen und deren Wahrnehmung ist, stellt die Chancenungleichheit die entgegengesetzte Richtung dar. Die Definition des Migrationshintergrunds variiert mit nationalen Interpretationen und Meinungen. Als Personen mit Migrationshintergrund gelten in der Schweiz und in Deutschland Personen, die im Ausland geboren wurden und/oder deren Eltern im Ausland geboren wurden (StaBu 2008, zitiert nach Gerull 2012: 198; Statistisches Bundesamt 2016c). In Österreich wird diese Definition noch erweitert, wo beide Elternteile im Ausland geboren sein müssen, um den Migrationshintergrund zu ermitteln (vgl. Statistisches Amt 2016c: oben). Dies zeigt, dass der Begriff des Migrationshintergrunds generationsübergreifende Definitionen beinhaltet. 2.3 Umweltumgebung bezieht sich auf die Entdeckung, dass Individuen in einer Gruppe von Menschen die gleiche Ähnlichkeit in Verhalten und Denken haben. Diese Ähnlichkeiten lassen sich in den äußeren Lebensbedingungen nicht eindeutig ausdrücken. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die äußeren Lebensbedingungen mehr oder weniger die in den jeweiligen sozialen Räumen ausgedrückten engen Einstellungen erzeugen (vgl. Hradil 2005: 425). Diese Unterordnungsbeziehungen werden in den gemeinsamen Werten, Einstellungen und Mentalitäten deutlich, und dieser Zusammenhang wird auch in der Gestaltung des Verhältnisses zu menschlichen Landsleuten und der Umwelt deutlich, die ähnlich interpretiert und betrachtet werden (vgl. ebd.: 45). Deutung und Deutung der Umwelt unterscheidet soziale Umwelten voneinander und macht sie unverwechselbar (vgl. ebd.: 426). Verstärkter innerer Kontakt und kleinere Umgebungen, auch urbane Gebiete, zeigen eine innere Verbundenheit und stärken ein gewisses „unser Gefühl“ (vgl. Schulze 1992, zitiert nach Hradil 2005: 426). Hradil (2006: 426) wies auch für Westdeutschland darauf hin, dass die Umwelt nicht von der Dimension der Zugehörigkeit im sozialen Raum abgekoppelt werden darf, da die Zugehörigkeit zu einer Personengruppe von Einkommensniveau und Bildungsstand bzw. Berufsstatus abhängt. 2.4 Soziale Ausgrenzung Soziale Ausgrenzung beschreibt einen biografisch irreversiblen Prozess oder eine Bedingung, die aus dem wirtschaftlichen, kulturellen, politischen oder sozialen System ausgeschlossen oder bereits vorhanden ist. Der Mangel an materiellen Ressourcen ist hier nur eine Dimension. Derzeit gibt es keine einheitliche Definition von sozialer Ausgrenzung (vgl. Gerull 2011: 59, Kessl 2013: 33). Nach der systemtheoretischen Methode bezieht sich diese Art der Exklusion oder Exklusion nur auf das Teilsystem der Sozialstruktur. Das Subsystem kann unter anderem eine Erwerbstätigkeit oder das Bildungssystem repräsentieren (vgl. ebd.: 60). Soziale Ausgrenzung kann auch Aspekte des sozialen Raums umfassen und den Prozess der Ausgrenzung im sozialen Raum, beispielsweise auf dem Wohnungsmarkt, beschreiben. Soziale Ausgrenzung wird oft von Stigmatisierung begleitet. Dies beschreibt den Zustand, in dem ein Individuum oder eine Personengruppe von der vollständigen gesellschaftlichen Akzeptanz ausgeschlossen ist (vgl. ebd.: 61). Stigmatisierung beschreibt immer auch Stigmatisierung, ob diese als normativ oder als Stigmatisierung angesehen wird, hängt vom Standpunkt und der Zuschreibung der entsprechenden Person oder Personengruppe ab (siehe ebd.). Read Less