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Professionelle Unterstützung bei der Bildung sozialer Netzwerke von Menschen mit schwerer kognitiver und mehrfacher Behinderung im sozialen Nahraum

Written by M. Witzmann

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2019

Abstract

Bachelorarbeit: Schwere kognitive Beeinträchtigung und multiple Beeinträchtigungen Um die zentrale Frage zu bearbeiten und zu beantworten, müssen Sie sich zunächst die ausgewählte Population genau anschauen. Der Fokus dieser Bachelorarbeit liegt auf Menschen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen. Um zu verstehen, mit was für Menschen wir es zu tun haben, werden in diesem Kapitel zunächst diese Begriffe definiert und erklärt. Die Bedeutung von Behinderung und die Unterscheidung zwischen dem Begriff der Behinderung und dem Begriff der Verletzung sollten geklärt werden. Darüber hinaus sollte klar sein, was die Merkmale einer kognitiven Beeinträchtigung sind und wann über Menschen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen gesprochen werden sollte. Auf dieser Grundlage erläutert sie den Unterstützungsbedarf und die Bedeutung von Begleitpersonen für Menschen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen. Dabei handelt es sich um die oben genannten Personen, in welchen Lebensbereichen und wer Unterstützung braucht. Der dritte und letzte Teil dieses Kapitels befasst sich mit dem Status von Menschen mit (schweren kognitiven und mehrfachen) Behinderungen in der Gesellschaft und gibt einen kurzen Überblick über Vergangenheit und Gegenwart. Am Ende dieses Kapitels sollten Sie sich darüber im Klaren sein, auf welche Personen sich diese Bachelorarbeit konzentriert. 2.1 Begriffsdefinition und Begriffsauslegung 2.1.1 Behinderung und Beeinträchtigung Der Begriff Behinderung wird in der Regel als negatives Merkmal einer Person im täglichen Leben angesehen. Daher ist darauf zu achten, dass Zuschreibungen oder Labels nicht auf nicht reflektierenden Ausdrücken beruhen (vgl. Theunissen 1999: 17). Denn Behinderung kann nicht als menschliche Eigenschaft verstanden werden – sie ist nach Theunissen eher „ein von der Umwelt oder der Bezugswelt konstruiertes soziales Phänomen [...]“ (ebd.). Aus diesem Grund wurde der Begriff Behinderung genauer definiert und erklärt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stützt ihre Definition und Interpretation des Begriffs Behinderung auf seine Klassifikation (vgl. Nicklas-Faust 2011: 61). Diese wurde mehrfach weiterentwickelt, weil sie anfangs Behinderung mit Krankheit gleichsetzte, ihr Blick auf Behinderung auch nach weiteren Überarbeitungen noch sehr fehlt (vgl. ebd.). So entstand die aktuelle „Internationale Klassifikation der Funktionen, Behinderung und Gesundheit (ICF)“ (ebd.). 3 Soziale räumliche Orientierung Um die Kernfragen zu beantworten, werden in diesem Kapitel zwei Menschen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen identifiziert. Für die Sozialraum-Positionierungsbegriffe soziale Netzwerke und soziale Nähe stehen jedoch zwei Fachbegriffe in der zentralen Ausgabe zur Verfügung, die erklärt werden müssen. Aus diesem Grund wird in Kapitel 3 das Konzept der Sozialraumorientierung untersucht. Bevor jedoch das Thema Sozialraumorientierung zum Leitbild für Menschen mit Behinderungen wird, sollten zunächst weitere Leitbilder für Menschen mit Behinderungen kurz vorgestellt und erläutert werden, da diese einen engen Bezug zur Sozialraumorientierung haben und daher nicht ausgeschlossen werden können. , Das erste Unterkapitel enthält folgende Leitprinzipien für Menschen mit Behinderungen: das Prinzip der Normalisierung, das Recht auf Selbstbestimmung, Möglichkeiten der Ermächtigung, Partizipation sowie Integration und Inklusion. Das zweite Unterkapitel widmet sich den Leitbildern der Sozialraumorientierung, wobei im ersten Unterkapitel Begriffe definiert und erläutert werden und anschließend die Prinzipien und die damit verbundenen Herausforderungen behandelt werden. 3.1 Die aktuellen Leitbilder der Hilfeleistung für Menschen mit Behinderungen 3.1.1 Das Prinzip der Normalisierung Disch 2013: 19). Das Normalisierungsprinzip verlangt daher, dass die Lebensbedingungen dieser Menschen normalisiert werden, um die Integration in die Gesellschaft zu gewährleisten (vgl. ebd.). Das Prinzip der Normalisierung darf nicht mit Versuchen verwechselt werden, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen an die Gesellschaft anzupassen (vgl. Loeken / Windisch 2013: 20). Nicht die Menschen selbst sollen normalisiert werden, sondern ihre Lebensumstände (siehe ebd.). Auch Loeken und Windisch meinen, dass es Probleme geben wird, wenn die Umsetzung des Normalisierungsprinzips rein auf Normativität basiert (siehe ebd.). Es gibt keine objektive Antwort auf eine normale Frage. Um den Normalisierungsprozess zu vermeiden, müssen daher die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen berücksichtigt und respektiert werden (siehe ebd.). Die Anpassung an die Lebensbedingungen und nicht an den Menschen bedeutet daher einen differenzierten Lebensstil. Read Less