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Arbeitslosigkeit und Alkoholabhängigkeit bei Menschen über dem 50. Lebensjahr

Bedeutung und Konsequenzen für die Soziale Arbeit im Bereich der beruflichen Integration

Written by T. Bigler

Paper category

Master Thesis

Subject

Sociology

Year

2015

Abstract

Masterarbeit: Alkoholabhängigkeit/Arbeitslosigkeit/Über 50 Jahre Nach der Definition und Eingrenzung der wichtigsten Begriffe für diesen Beruf im vorherigen Kapitel werden im nächsten Kapitel die drei Themen Arbeitslosigkeit, Alkoholabhängigkeit und Altersgruppen über 50 Jahre zusammengeführt. Interaktion und gegenseitige (Out-)Effekte werden thematisiert. Behandeln Sie zunächst den Wirkungsbereich zwischen Arbeitslosigkeit und Alkoholabhängigkeit, dann den Wirkungsbereich zwischen dem Thema Alkoholabhängigkeit und der Altersgruppe 50+ und dann den Wirkungsbereich zwischen Arbeitslosigkeit und der Altersgruppe 50+. Kapitel sind die Verknüpfungen und Ergebnisse der drei Einzelanalysen in der beruflichen Integration zusammengefasst. 3.1 Alkoholabhängigkeit und Arbeitslosigkeit Zahlen zum Zusammenhang zwischen Alkoholabhängigkeit und Arbeitslosigkeit Arbeitslose sind häufiger alkoholabhängig als Erwerbstätige. Henkel hat in seiner Studie verschiedene internationale Studien (aus Finnland, Deutschland, Australien, Schweden, Großbritannien, den USA und den Niederlanden) verglichen und ausnahmslos die Häufigkeit von Alkoholmissbrauch oder Abhängigkeit von Arbeitslosen im Vergleich zu Erwerbstätigen ermittelt Personen Höher (vgl. Henkel2008a: 17). Anhand von Statistiken der Deutschen Agentur für Drogenrehabilitation konnte er zudem zeigen, dass die Arbeitslosenquote der Alkoholabhängigen von 1975 bis 2005 stetig gestiegen ist und im Jahr 2005 dreimal so hoch war wie die allgemeine Arbeitslosenquote (vgl. ebd.: 166). Zu diesem Ergebnis kamen auch die Recherchen von Burkhard Kasten-butt zu verschiedenen europäischen Ländern. Dementsprechend ist die Prävalenz von Alkoholproblemen bei Arbeitslosen dreimal so hoch wie bei Erwerbstätigen (vgl. Kastenbutt 2014: 137). Bezüglich dieses Zusammenhangs zwischen Erwerbsstatus und Alkoholkonsum konnte das Suchtmonitoring Schweiz 2012 durch eine Studie zum Konsumverhalten der Schweizer Bevölkerung einen Zusammenhang feststellen. „Bei Männern wurden zwei Arten von Hochrisikokonsum (chronischer Hochrisikokonsum und Alkoholismus) bei Nichterwerbstätigen (6,5%) und Teilzeitbeschäftigung (5,7%) häufiger festgestellt als bei anderen Erwerbsstatusgruppen ( B. Vollzeit-Männer) 3,2 %).“ (Gmel et al., 2013: 37) Daher ist unter Arbeitslosen ein deutlich höherer Risiko-Alkoholkonsum verbreitet, der auch das Risiko einer Alkoholabhängigkeit im Zukunft. Daten zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch Alkoholkonsum sind dagegen schwieriger zu erheben und es liegen bisher kaum Daten vor. Henkel glaubt jedoch, dass in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit und sich verschlimmernder Alkoholabhängiger. Kausalität und Wahlmöglichkeiten Daher ist die Wechselwirkung zwischen Arbeitslosigkeit und Alkoholsucht unbestritten. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen objektiven Lebensbedingungen (Arbeitslosigkeit oder Erwerbstätigkeit) und dem persönlichen Verhalten (Drogenkonsum) besteht (vgl. Henkel 2008a: 11). „Gerade im Spannungsfeld von Arbeitslosigkeit und Sucht reicht die Einzelursache nicht aus, weil dieser Zusammenhang wechselseitig und komplex ist. Der Selektionseffekt führt zum einen dazu, dass Menschen mit gesundheitlichen Störungen weniger Möglichkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden und zu vermitteln, zum anderen erhöht er das Risiko der Arbeitslosigkeit durch Krankheit (vgl. Kieselbach / Beelmann 2006: 13) und die Auswirkungen und Folgen für die betroffene Bevölkerung. Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, sehen sich oft mit einer ungewohnten Umgebung und einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Das Verhalten der Arbeitslosen und die Art und Weise, wie sie auf ihre Situation reagieren, wird von vielen Einflussfaktoren bestimmt und stellt daher keine automatische Reaktion dar (vgl. Kieselbach / Beelmann 2006: 17). Zu Kronauer und Rogge wies Kastenbutt darauf hin, dass die Verlängerung der Dauer der Arbeitslosigkeit die negativen Auswirkungen auf die materiellen, sozialen, psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen der Betroffenen verstärken wird (vgl. Kastenbutt 2014: 142). Schon nach relativ kurzer Arbeitslosigkeit werden soziale Kontakte und psychosozialer Druck eingeschränkt. Langzeitarbeitslosigkeit ist eng mit den weitreichenden Auswirkungen des Lebensstandards verbunden und hat daher auch einen erheblichen Einfluss auf den sozialen Status und die Integration in soziale Netzwerke (vgl. ebd.: 143). Mit Verweis auf die internationale Arbeitslosenforschung erwähnte Henkel, dass unfreiwillige, langfristige und unsichere Arbeitslosigkeit mit ihrer Beendigung verbunden ist, die zu vielen psychosozialen Folgen wie sozialer Isolation oder Depressionen führen kann, die der körperlichen Gesundheit schaden (vgl. Henkel 2008a: 11) Andererseits schreibt Kastenbutt, dass Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aufgrund dieser Situation im Laufe der Zeit eine unterwürfige Haltung entwickeln, die mit Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst verbunden ist (vgl. Kastenbutt 2014: 153) fatalistische Haltung gegenüber der Zukunft. "(Henkel2008b:107) Read Less