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Achtsamkeit in der Sozialen Arbeit - Die eigene Person als Arbeitsinstrument

Vom Verhältnis der Achtsamkeit und der Fähigkeit zur Selbstreflexion

Written by C. C. Fuhrer

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2018

Abstract

Bachelorarbeit: Achtsamkeitspraxis Die Achtsamkeitspraxis, auch Achtsamkeitsmeditation genannt, hat in den letzten Jahren stark zugenommen und die Wissenschaft schenkt Achtsamkeitsübungen immer mehr Aufmerksamkeit. In diesem Kapitel wird basierend auf Jon Kabat-Zinns Methode "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR) die Praxis der Achtsamkeit vorgeschlagen und erklärt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es mittlerweile eine große Menge an Literatur zum Thema Achtsamkeit gibt. Die meisten Werke basieren jedoch auf Kabat-Zinn oder haben dessen Version weiterentwickelt, weshalb hier keine Literatur mehr aufgenommen wird. Der erste Schritt besteht darin, das Konzept von MBSR vorzustellen.Die Leser können die sieben Säulen der inneren Haltung, der formellen und informellen Meditationspraxis und des umsichtigen Stressmanagements kennenlernen. Im nächsten Kapitel wird Achtsamkeit in den Kontext der Sozialen Arbeit gestellt. Einerseits wird Achtsamkeit als Ressource für die direkte Zusammenarbeit mit Kunden gesehen. Andererseits nutzen Fachkräfte der Sozialen Arbeit Achtsamkeit als Möglichkeit zur Selbstfürsorge. Schließlich gibt es eine Beziehung zwischen Achtsamkeit und sich selbst als Arbeitswerkzeug. Diese Arbeit basiert auf der Literatur von Anne Lützenkirchen (2004), Professorin für Soziale Arbeit an der Hochschule Fulda, sowie der Literatur der Psychotherapeuten Gerhard Zarbock und Axel Ammann sowie der Psychotherapeutin Silka Ringer (2012). Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Achtsamkeit bisher keine klare oder akzeptierte Definition hat, daher basiert diese Arbeit auf der Definition von Kabat-Zinn. 3.1 Laut MBSR von Kabat-Zinn (1979) gründete Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn 1979 die Decompression Clinic, die dem Medical Center der University of Massachusetts angegliedert ist. Aufgrund ihrer Erfahrung in der Meditations- und Yogapraxis schätzt Kabat-Zinn die Wirkungen und Vorteile der Achtsamkeitspraxis und hofft, einen Weg für Patienten mit chronischen Schmerzen zu finden, diese anzuwenden. Aus den Elementen buddhistischer Achtsamkeit, Yoga und wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelte er die „achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“, die im deutschsprachigen Raum „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ genannt wird. Mit Hilfe von MBSR möchte Kabat-Zinn seinen Patienten einen besseren Umgang mit Stress, Angst, Schmerz und Krankheit ermöglichen. Die Grundform der MBSR besteht darin, dass der Patient an einem achtwöchigen Programm oder Kurs teilnimmt (siehe MBSR-Programm im Anhang, Kapitel 6.1). 3.1.1 Die sieben Säulen der inneren Haltung Kabat-Zinn (ebd.: 68) wies darauf hin, dass die Einstellung zur Achtsamkeitspraxis ihren langfristigen Wert für die Person bestimmt. Die psychologische Anpassung bestimmt die mögliche Reichweite. Achtsamkeitsmediation nach dem MBSR-Konzept basiert auf den sieben Säulen der inneren Haltung, die alle Aspekte einer einzigen Haltung repräsentieren: Nicht-Werten, Geduld, Anfängergeist bewahren, Vertrauen, Zwanglosigkeit, Annehmen und Loslassen , Menschen sind immer damit beschäftigt, interne und externe Erfahrungen zu bewerten und darauf zu reagieren. Diese Gewohnheit der Bewertung und Klassifizierung führt dazu, dass sich Menschen unbewusst auf stereotype Reaktionsmuster beschränken und in diese verfallen. Daher ist es für die Achtsamkeitspraxis notwendig zu lernen, aus der Distanz zu beobachten, zu beurteilen und zu reagieren. Kabat-Zinn (ebd.: 70) betonte, dass die Menschen Urteile fällen können, solange sie erkennen, dass es passiert. Das Anerkennen von Urteilen und das Loslassen sind Teil der Übung. Die Rolle eines neutralen Beobachters kann neue Perspektiven eröffnen und auf dieser Grundlage neue Handlungsoptionen eröffnen. Geduld „Geduld ist eine Art Weisheit, eine innere Weisheit. Der Schlüssel ist, sich bewusst daran zu erinnern, dass es keinen Grund gibt, ungeduldig zu sein, wenn das Gehirn ein Urteil fällt oder trotz aller Bemühungen keine positiven Veränderungen sieht. Für diese Erfahrungen sollte Raum sein, denn sie existieren sowieso und sind daher Teil der Realität. Geduldig zu sein bedeutet, jeden Moment voll und ganz zu akzeptieren, offen dafür zu sein, zu wissen, dass sich alles im richtigen Moment entfalten wird (vgl. ebd.: 71). Behalten Sie die ursprüngliche Absicht bei Um den Reichtum jedes Moments zu sehen, ist es wichtig, alles wie das erste Mal zu behandeln. Daher können Sie ohne Erwartungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit üben. Daher eröffnet der offene Geist von Anfängern Raum für neue und andere Erfahrungen (siehe ebd.). Kabat-Zinn (ebd.: 72) beschreibt die Entwicklung von Vertrauen in sich selbst und seine Gefühle als Meditationsübung. Auch im Yoga ist es wichtig, an das eigene Körperbewusstsein zu glauben, um seine Grenzen zu erkennen. Durch die Achtsamkeitspraxis übt man gleichzeitig, für sich selbst verantwortlich zu sein, die eigene Stimme wahrzunehmen und ihr zu vertrauen. Read Less