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Bindungsstörungen bei Kindern

Voraussetzung für die Stärkung der Bindungssicherheit im Setting stationärer sozialpädagogischer Einrichtungen

Written by M. Bumann

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Pedagogy

Year

2016

Abstract

Bachelorarbeit: Grundlagen der Bindungstheorie Um eine theoretische Grundlage für das Verständnis des Inhalts der folgenden Kapitel zu schaffen, werden in diesem Kapitel die wichtigsten Aspekte der Bindungstheorie anhand des Wissens des Kinderpsychiaters und Psychoanalytikers John Bowlby und der Entwicklungspsychologin Mary Ann. Sworth demonstriert. Als historischer Überblick über die Bindungstheorie wird das Konzept der Bindung definiert und beschreibt, wie sich das Bindungssystem beim Menschen entwickelt. Danach werden in jedem Kapitel die wichtigsten Erkenntnisse und Konzepte der Bindungstheorie diskutiert und im letzten Teil der Fokus auf das Konzept der Bindungssicherheit gelegt. 2.1 Ein historischer Überblick über die Bindungstheorie John Bowlby (1907-1990) wuchs in einer wohlhabenden englischen Familie auf. Sein Vater war fast nicht zu Hause, und die meisten seiner Kinder wurden von Angestellten erzogen. Bowlby war seiner Mutter entfremdet und verlor seine Hauptpflegerin, als er drei Jahre alt war. In diesem Zusammenhang ist Bowlbys Interesse an Bindungs-, Trennungs- und Verlustfragen leicht zu erklären. Bowlby studierte Medizin und nahm eine zweijährige Pause als Lehrer an einer Schule für Kinder und Jugendliche mit sozialen Problemen. Nach seinem Studium absolvierte er eine Ausbildung auf dem aufstrebenden Gebiet der Kinderpsychiatrie und untersuchte während des Zweiten Weltkriegs junge Offiziere in einem Forschungsteam. Bald nach dem Krieg richtete er in der Klinik eine Abteilung für Kinderpsychotherapie ein. Schon zu diesem Zeitpunkt bewertet Bowlby die tatsächlichen Umweltauswirkungen, die für die kindliche Entwicklung entscheidend sind, in einem frühen Stadium. Gemeinsam mit seinem Kollegen James Robertson setzt er sich mit Nachdruck dafür ein, die Besuchspraxis in Kinderkliniken weltweit so zu ändern, dass Mütter in Kinderkliniken aufgenommen werden können. 1946 veröffentlichte Bowlby die erste Veröffentlichung über die Erfahrung jugendlicher Diebe, in der er die Bedeutung des frühen emotionalen Traumas für die Entwicklung von Verhaltensstörungen beschrieb. Er zeigte, dass nicht nur der Ödipuskomplex 1 oder das Monopol des sexuellen Verlangens zur emotionalen Entwicklung von Kindern führt. Aufgrund der Distanz zu den Prinzipien der Instinkttheorie hatte Bowlby mit vielen Kritikpunkten zu kämpfen. Fast in dieser turbulenten Zeit beauftragte ihn die Weltgesundheitsorganisation, einen Bericht über unzählige Obdachlose und Kriegswaisen nach dem Krieg zu schreiben. Unter ihnen ist Mary Ainsworth (Mary Ainsworth) Mitglied seines Feldforschungsteams. Nach ihrer Rückkehr nach China führte sie in Baltimore eine groß angelegte Längsschnittstudie durch und formulierte auf Grundlage ihrer Beobachtungen von Kindern in verschiedenen Situationen eine standardisierte Erhebung zu „unbekannten Situationen“ (siehe Kapitel 2.9.3), die die Theorie vorläufige empirische Grundlage für den Bindungsbegriff. Fast zeitgleich veröffentlichte Bowlby mit "Attachment" (1969) den ersten von drei Bänden, die heute als Grundlage der Bindungstheorie gelten. In den letzten Jahren seines Lebens konzentrierte sich Bowlby auf die Behandlung von Bindungsstörungen und die Verhinderung von Fehlentwicklungen in frühen Eltern-Kind-Beziehungen. Die Bindungstheorie stellt heute eine der besten empirischen Theorien über die psychische Entwicklung des Menschen dar. Der aktuelle Stand der Bindungsforschung ist nicht zu übersehen (vgl. Brisch 2015a: 29-35). Der erste Schritt zur Definition des Bindungsbegriffs: „Bindung lässt sich definieren als Die emotionale Bindung zwischen einer Person oder einem Tier und einer anderen Person/einem anderen Tier – eine Bindung, die die beiden räumlich verbindet und für eine gewisse Zeit andauert.“ (Ainworth/Bell1970: 147) Bowlby weist auf die Emotion der Bindung hin Bindungen entwickeln sich in der Kindheit , sie wirken sich aber auch auf alle weiteren Entwicklungsstadien eines Menschen aus und stellen damit die emotionale Grundlage des Alters dar (Brisch 2015a: 34). Er glaubt, dass Bindung ein natürlicher „Überlebensmodus“ ist, der von Nahrung und sexuellem Verlangen unterschieden werden muss (siehe Bowlby 2014: 21). Brisch (2015a: 35) beschreibt Bindung nach John Bowbly als ein sich selbst regulierendes System, bei dem die Bezugsperson und das Kind als Teilnehmer an diesem System miteinander interagieren. Bindungen werden als Teil eines sehr komplexen Beziehungssystems verstanden. Es scheint wichtig, zwischen „Anhaftung“ und spezifischem „Anhaftungsverhalten“ zu unterscheiden. Kinder haben nur zu wenigen Personen ständigen Kontakt, kontextabhängiges Bindungsverhalten kann jedoch mehrere Personen ansprechen. Wenn Kinder mit dieser Differenzierung Probleme haben, entwickeln sie meist schwere psychische Störungen (vgl. Bowlby 2014: 22). Für die meisten Kinder kann Bindung als die Hierarchie der bevorzugten Bindungsobjekte angesehen werden. Die Bindungstheorie basiert hauptsächlich auf der üblichen Priorität der Mutter als "primäre Bezugsperson", aber nichts in der Theorie deutet darauf hin, dass der Vater wahrscheinlich nicht das wichtigste Bindungsobjekt des Kindes ist. Read Less