Add Thesis

Wie Grosseltern den Sozialisationsprozess ihrer Enkelkinder prägen

Written by Y. Beuret

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2016

Abstract

Bachelorarbeit: Um einen Bezug zum Thema des aktuellen Werkes herzustellen, wird der Autor anhand eines kurzen historischen Rückblicks im ersten Kapitel des Hauptteils zeigen, wie sich das Verhältnis zwischen Großeltern und Enkeln im Laufe der Zeit entwickelt und verändert hat. Schauen wir uns nach einer statistischen Erhebung des Statistischen Bundesamtes an, wie das Verhältnis zwischen Großeltern und Enkelkindern heute aussieht. Um die aktuelle Arbeit leichter verständlich zu machen, werden dann die wichtigsten Begriffe näher erläutert. Als nächstes folgt eine Einführung in das Thema. Klären Sie hier zunächst die Rollenbilder von Großeltern und Enkeln, um besser zu verstehen, wie sich diese beiden Rollen auf den Sozialisationsprozess auswirken. Da sich Kinder im Lebens- und Entwicklungsstadium der Kindheit befinden, werden die Eigenschaften und Herausforderungen von Kindern darauf formuliert. Auf dieser Grundlage zeigt es dann, welchen Herausforderungen Kinder im Sozialisationsprozess gegenüberstehen. Anschließend wird der Autor auf Klaus Herrelmans Sozialisationstheorie eingehen, um die Bedeutung seiner Theorie für die Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern zu verstehen. Der Hauptteil endet damit, dass der Autor die bestehenden Bereiche der Sozialen Arbeit in Zusammenarbeit mit den Großeltern diskutiert. Darüber hinaus gibt es einen Ausblick, der zeigt, dass auch eine mögliche Zusammenarbeit sinnvoll sein wird. 2.1 Veränderungen in der Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln im Laufe der Zeit Die folgenden historischen Exkurse zeigen, wie sich die Beziehungen zwischen Großeltern und Enkeln im Laufe der Zeit verändert und entwickelt haben. Um die Bedeutung der Großeltern für die heutigen Enkel besser zu verstehen, folgt dieser historischen Untersuchung eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart. 2.1.1 Der historische Exkurs der Großelternbeziehung Aus historischer Perspektive gehört die Rolle der Großeltern zu den modernen Phänomenen. Im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts wurde der älteren Generation in der Familie keine besondere Rolle zugeschrieben. Erst im frühen 18. Jahrhundert wurde ihre Rolle in der Familie wichtig, wenn es um die Aufnahme von Waisen oder unehelichen Kindern ging. Im Gegensatz dazu werden uneheliche Kinder von den Großeltern ignoriert. Großeltern-Enkel-Beziehungen spielen in dieser Zeit keine Rolle, es sei denn, die Beziehung ist auf das Schicksal der verheirateten Eltern zurückzuführen (vgl. Chvojka 2003: 67f.). Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hieß es, Großeltern seien altersbedingt nicht in der Lage, Kinder großzuziehen (vgl. Chvojka 2003: 320). 2.1.2 Das Verhältnis zwischen Grosseltern und Enkelkindern heute Um die Bedeutung der Grosseltern für die Enkelkinder heute besser zu verdeutlichen, sind die Ergebnisse der Datenerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) ab 2013 in der folgenden Abbildung dargestellt. Erhoben wurden unter anderem Daten zur Anzahl der Großeltern, zur Kontakthäufigkeit, zur Pflegehäufigkeit und zum gemeinsamen Leben. Statistiken des BFS zeigen, dass die Hälfte der 60- bis 69-Jährigen Enkel hat. Die Zahl der Enkel steigt mit dem Alter. Ein Drittel der 70- bis 80-Jährigen hat mindestens vier Enkelkinder (vgl. Bundesamt für Statistik 2015: 24) Das BFS hat folgende Angaben zur Kontakthäufigkeit zwischen Grosseltern und Enkelkindern gefunden. Fast 60 % der Großeltern treffen sich mindestens einmal pro Woche mit ihren Enkeln. Dagegen hatte nur 1 % der Großeltern keinen Kontakt zu ihren Enkeln und auch die Kontakthäufigkeit zu jüngeren Enkeln war in der Umfrage höher. Ist der Enkel jünger als 6 Jahre, haben 59 % der Großväter und 73 % der Großmütter mindestens einmal pro Woche Kontakt zu ihrem Enkel. 24% der Großeltern kümmern sich um ihre Enkel. 83 % der Großeltern, die ihre Enkelkinder betreuen, kümmern sich mindestens einmal pro Woche um ihre Enkelkinder (vgl. Statistisches Bundesamt 2015: 24f.). Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung leben Großeltern und Enkel länger zusammen. 86% der 15- bis 24-Jährigen haben noch mindestens eine Großmutter und 64% ihrer Altersgenossen haben noch mindestens einen Großvater. Von den 25- bis 34-Jährigen haben 59 % noch mindestens eine Großmutter und 30 % mindestens einen Großvater (vgl. Statistisches Bundesamt 2015: 26), und Großeltern und Enkel werden die Phase des Zusammenlebens nicht mehr erreichen. siehe Höpflinger et al., 2006: 23f.). Betrachtet man das Verhältnis zwischen Großeltern heute und damals, so sieht man, dass den Großeltern erst jetzt wichtige Rollen zugeschrieben werden, auch wenn ihre modernen Vorstellungen zu Stereotypen führen. Laut Daten aus dem Jahr 2013 kümmern sich 24 % der Großeltern häufig um ihre Enkel. Daraus lässt sich schließen, dass die Großeltern durch den regelmäßigen Kontakt zu wichtigen Bezugspersonen für die Enkel werden. Read Less