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Inklusion als sozialpsychatrischer Auftrag

Anforderungen an die Organisationsentwicklung

Written by Gabriele Beier

Paper category

Master Thesis

Subject

Sociology

Year

2018

Abstract

Masterarbeit: Sozialpsychiatrie Die Psychiatrie ist eine medizinische Disziplin, die sich mit der Diagnose, Erforschung und Behandlung von psychischen Störungen befasst und diese Sichtweise durch die Sozialmedizin ergänzt. Das Konzept der Sozialpsychiatrie als Begleitung, Behandlung, Unterstützung und Beratung psychisch kranker Patienten erweitert diese Sichtweise. Aufgrund der durch die menschenunwürdigen Zustände in der Anstalt initiierten Reformbewegung formulierte die enquête der Psychiatrie 1975 ein Bewusstsein und einen Auftrag, dies zu verbessern. Die Defizitsituation. Hauptkritikpunkte sind die unzureichende Versorgung, die unzureichende Aus- und Weiterbildung sowie die unzureichende Versorgung außerhalb der Klinik. Es folgte der kontinuierliche Ausbau der ambulanten Versorgungsstruktur. 36 Nach Clausen/Eichenbrenner will die Sozialpsychiatrie das Leben der sozial, psychisch, biologisch und rechtlich Betroffenen verstehen, respektieren und bei Bedarf verbessern. Frage 37 „Was ist ein Geisteskranker?“ beantworteten Dörner et al. Und die rhetorische Frage „Was ist ein Mensch?“ 38 macht den Begriff „Sozialpsychiatrie“ überflüssig. Regionale, bürgernahe Hilfe soll unabhängig von der Trägerschaft erfolgen, dies wird inzwischen von den Kostenträgern und der Sozialpolitik anerkannt, ist jedoch bundeslandabhängig und unterscheidet sich in Steuerung und Umsetzung. Der psychische Schmerz von 39 Personen, ihre Einstellungen und Erwartungen an umwelt- und sozialrechtliche Normen haben die Anforderungen an die Angemessenheit des beruflichen Verhaltens erhöht, die immer wieder neu justiert werden müssen. Als Nebeneffekt der Sozialpsychiatrie weisen einige Kritiker darauf hin, dass die gemeindenahe Pflegestruktur indirekt das Fortschreiten chronischer Erkrankungen fördert. Die Gemeinschaftspsychiatrie kann nur genutzt werden, wenn das Etikett „geistig krank“ akzeptiert wird. Die Bemühungen von Sozialpsychiatrischen Fachkräften, sich „überflüssig zu machen“, bergen immer das Risiko, ihre Karriere zu verlieren. 41 Skeptiker Dörner et al. Die Entwicklung der sich ständig weiterentwickelnden "Versorgungstechnologie", die den auf Krankheitsbilder spezialisierten Perfektionismus aufbaut und etabliert, wirft die Frage nach der Aufrechterhaltung des institutionellen Systems auf, das das System bereitstellt. Aus Sicht der Autorin werden durch diese Sonderangebote sozialpsychiatrisch wünschenswerte Selbsthilfepotenziale eher ausgeschlossen als gestärkt. 42Theunissen stellte auch Fragen zur „Selbstbedienung“ und „Abwarten“ des Betreuungssystems für Menschen mit Behinderungen 2 Lernen in der Organisation Inklusion als tiefgreifenden Veränderungsprozess zu verstehen, kann eine „lernende Gesellschaft“ voraussagen. 72 Die sozialpsychiatrische Organisation ist ein Teilsystem dieser Gesellschaft. Ihr öffentlicher Auftrag, als sozialpsychiatrischer Dienst für Toleranz und Teilhabe zu sorgen, führt zu einer reflexiven Anpassung von Zielen, Arbeitsweisen und Kultur. Während das klassische OE-Konzept vor allem darauf abzielt, das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter zu verändern, fokussieren neuere Methoden die kontinuierliche Anpassungsfähigkeit der Organisation als Grundmerkmal. 73 Aus der vorherigen Beschreibung geht klar hervor, dass das Verständnis von Inklusivität in der spirituellen Teilhabe liegt. Die Kranken leisten soziale und spirituelle Hilfe. Mitarbeiter sind verpflichtet, ihre Arbeit nach der UN-BRK und den sich daraus ergebenden sozialrechtlichen Mitwirkungspflichten auszurichten. Damit verbunden ist, dass beispielsweise Menschen mit psychischen Erkrankungen von Symptomträgern zu Nutznießern werden. 74 Im Bereich der Selbsthilfe drängt Locke seine Rolle vom „Rechtsentzug durch Experten“ zum „Begünstigten sein“. .75 Dieser Paradigmenwechsel durchdringt alle Ebenen der Organisation: von loyalen Mitarbeitern bis hin zu professionellen Mitarbeitern an der Basis, von Managern bis hin zu leitenden Managern. Im Lernprozess muss sich die Organisation als Ganzes neu einstellen, was sich bis in die kleinste Arbeitseinheit fortsetzt. Im nächsten Abschnitt werden die Implikationen des Lernens im Prinzip und im Kontext von OE genauer untersucht. 2.1 Über Lernbegriffe Lernen als Oberbegriff bezeichnet interne Prozesse, die (nur indirekt) durch Erfahrung, Einsicht und Wiederholung beobachtbar sind und zu relativ dauerhaftem Verhalten oder Verhaltensänderungen führen. 76 Die neurobiologische Grundlage neurochemischer und neuroanatomischer Veränderungen in Lernformen liegt an den Verbindungspunkten von Neuronen Die früheste Form liegt im Lernprozess, repetitive Ereignisse (Trial and Error) werden als Herausforderung an die Umwelt genutzt und interessante Tests durchgeführt durch bestimmte Verhaltensweisen, bis das Problem gelöst ist. Beim Erlernen als Reiz-Antwort-Modell (klassische Konditionierung) tritt die Wirkung gleichzeitig mit der Erwartung auf. Lernen durch Verstärkung (operative Konditionierung) basiert auf zufälligen Erfahrungen, und dann wird der Erfolg durch bewusstes Ausprobieren erreicht. Lernen durch Beobachten und Nachahmen (Modelllernen) erfolgt durch Aufmerksamkeit, Attraktivität des Modells, Verstehen und Nachahmen. Das Modell des Lernens durch Einsicht (kognitive Theorie) berücksichtigt den Menschen, insbesondere durch das Denken in komplexeren Prozessen. Read Less