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Klettern als therapeutisches Medium zur Behandlung von Depressionen

Ein systematischer Review

Written by L. Kriebel

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sport and Nutrition

Year

2018

Abstract

Bachelorarbeit: Depression Depression ist eine Störung des emotionalen Gleichgewichts, die sich in Veränderungen der Stimmung, Motivation und Gedankeninhalte einer Person manifestiert (Gerrig, Dörfler & Roos, 2016). Gemäß dem Klassifikationssystem der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) der WHO werden affektive Störungen, einschließlich Depressionen, wie folgt definiert: ICD-10 unterteilt affektive Störungen in Kategorien von bipolaren Störungen, darunter: andere Störungen, depressive Episoden, wiederkehrende depressive Störung und anhaltende affektive Störung (DIMDI, 2018). Nach Payk und Brühne (2013) lassen sich diese Kategorien in folgende Formen unterteilen: unipolare Depression und bipolare Störung. Bei der unipolaren Depression tritt nur die depressive Phase auf. Etwa 65% der Menschen mit Depressionen leiden an einer unipolaren Depression. Bei einer bipolaren Störung gibt es einen Wechsel zwischen der depressiven und der manischen Phase. Etwa 30% der Menschen mit Depressionen leiden an einer bipolaren Störung. Laut Gerrig und Kollegen (2016) sind die Hauptmerkmale der unipolaren Depression Traurigkeit und Depression, Verlust der Freude und des Interesses an jeder Aktivität, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit oder übermäßiger Schlaf. Eine deutliche Verlangsamung der Motorik, Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit und Selbstzweifel, Unaufmerksamkeit und Suizidalität sind ebenfalls Merkmale einer unipolaren Depression. Die bipolare Störung ist durch eine Verschiebung von ungewöhnlich hohem Optimismus zu expansivem Verhalten und übermäßigem Selbstwertgefühl und depressiven Episoden gekennzeichnet. Die Dauer der Phase variiert stark von Patient zu Patient (Gerrig et al., 2016). Aufgrund von stressigen Ereignissen wird fast jeder irgendwann in seinem Leben depressionsähnliche Symptome wie Depression, Traurigkeit oder Antriebslosigkeit erfahren. Da diese Symptome in der Regel nur von kurzer Dauer sind, stehen sie in den meisten Fällen nicht in direktem Zusammenhang mit einer Depression. Erst wenn die Symptome beispielsweise eine gewisse Dauer, Persistenz und Intensität überschreiten, den Alltag stark einschränken, arbeitsunfähig machen oder sich nicht mehr um ihre Kinder oder Kinder kümmern, spricht man von einer Depression. Die Familie kann sich darum kümmern (Gerrig et al., 2016). Die Ergebnisse der Forschung zu affektiven Störungen weisen darauf hin, dass diese zu den häufigsten psychischen Erkrankungen gehören (A-lonso et al., 2004). Hartnäckig gegen die Risikofaktoren von Epidemien. 2.2 Klettertherapie In der Klettertherapie wird das leistungsorientierte Klettern eigentlich als therapeutisches Medium zur Behandlung und Rehabilitation von körperlichen und psychischen Erkrankungen eingesetzt. Dabei verschwand „der tief in der ursprünglichen Idee des Kletterns verwurzelte Leistungsbegriff“ vollständig (Leichtfried, 2014, S.73). Da menschliche Vorfahren kletterten, um Nahrung zu finden oder zu fliehen, ist das Klettern selbst tief in der menschlichen Entwicklung verwurzelt. Gerade bei kleinen Kindern wird der hohe Anreiz und Reiz des Kletterns deutlich: Sie klettern auf alle möglichen Dinge, zum Beispiel auf Bäume, Möbel, Treppen und Leitern (Wallner, 2010). Zunächst soll der Begriff Behandlung näher erläutert werden. Lukowski (2010; S.19) bezeichnete die Behandlung als „Lehre von Behandlungsmethoden“. Die Behandlung geht immer der Diagnose mit nachfolgenden Indikationen voraus. Bei der Diagnose werden Krankheit und Verlauf erfasst und definiert. Daraus werden dann Anweisungen generiert. Bei der Klettertherapie können Indikationen bedeuten, dass die Klettertherapie im Rahmen einer multimodalen Therapie für die in der Diagnose dokumentierte Erkrankung geeignet oder ungeeignet ist (Linden & Hautzinger, 2015). Generell kann eine Depression eine Indikation für eine Klettertherapie sein. Allerdings ist die Klettertherapie nicht für alle Betroffenen geeignet. Eine Kontraindikation ist zum Beispiel eine starke depressive Episode oder mangelnde Vorbereitung oder Ekel vor der Klettertherapie durch das entsprechende Personal. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Besprechung jeder einzelnen Klettereinheit am Anfang und am Ende. Klasse. Darüber hinaus lassen sich die in der Klettereinheit erworbenen Fähigkeiten auch im Alltag anwenden (Wallner, 2010). Die beiden Grundkomponenten der Klettertherapie sind das Seilklettern und das Bouldern, die beide zum Sportklettern gehören (Wallner, 2010). Sowohl Seilklettern als auch Bouldern kann an künstlichen Kletterwänden in Indoor-Kletterhallen oder an Naturfelsen im Freien geübt werden. Zu überwindende Sportkletterrouten sind meist 10 bis 30 Meter hoch. Klettern wird daher hauptsächlich in der sogenannten Zweier-Seilschaft, bestehend aus einem Kletterer und einem Protektor, durchgeführt. Sie sind alle durch Seile und Klettergurte miteinander verbunden. Der Schutzbügel ist am Boden und der Kletterer an der Wand. Beim Bouldern werden kürzere Routen in Sprunghöhe geklettert, Seile oder Klettergurte sind also nicht erforderlich (Schmied & Schweinheim, 2012). Bei der Behandlung von körperlichen Erkrankungen wird das Klettern bei Herzerkrankungen sowie in der Orthopädie und neurologischen Rehabilitation eingesetzt. Read Less