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Geschlechterkonstruktionen in Jugendmedien im Hinblick auf die Geschlechtsidentitätsentwicklung im Jugendalter

Written by S. Lohrmann

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2008

Abstract

Bachelorarbeit: Gender als soziale Konstruktion Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Geschlechterkonstruktion in den Jugendmedien verlasse ich mich auf aktuelle feministische Theorien, die davon ausgehen, dass Geschlecht gesellschaftlich konstruiert ist. Um die Entwicklung der Geschlechtsidentität von Jugendlichen zu verstehen, ist es wichtig, sich mit den Geschlechterverhältnissen in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Dieses Kapitel fasst die aktuelle Theorie der Geschlechterkonstruktion zusammen und diskutiert die Merkmale der Geschlechterordnung, das Prinzip des „Geschlechtseins“ und den Unterschied zwischen „Geschlecht“ und „Geschlecht“. Dieses Kapitel behandelt die Theorie nicht im Detail, sondern ist als Einführung in das Thema gedacht. In den folgenden Kapiteln wird auf verschiedene Punkte Bezug genommen und einige von ihnen näher vorgestellt. Laut Jürgen Budde (2003) umfasst die Geschlechterordnung unserer Gesellschaft die folgenden vier Merkmale: „Dichotomie“, „Exklusivität“, „Heterogenität“ und „Hierarchie“. Die typische Dichotomie bedeutet, dass Frauen und Männer in unserer Gesellschaft grundsätzlich verschieden sind, was eine Dichotomie in der sozialen Ordnung fast aller Lebensbereiche (wie Kleidung, Toilettenbenutzung, Arbeit) erfordert. Das Wort Exklusivität bedeutet, dass es keine Mitte oder beides gibt, sondern eine Frau oder ein Mann. Abgesehen von den gegensätzlichen und sich ergänzenden Formen von Frauen und Männern erlaubt die Anomalie keine anderen Lebensformen. Die Hierarchie meint die unterschiedlichen Wertepositionen von Frauen und Männern. Männchen gelten als dominant, Weibchen passen sich ihr an und unterordnen sich ihr. Diese Merkmale können an verschiedenen Orten auf unterschiedliche Weise gefunden werden. Sie werden nicht formal erfasst (zB per Gesetz), haben aber unterbewussten Einfluss und wirken sich überwiegend unbemerkt auf das gesellschaftliche Leben aus. (vgl. Budde 2003: 11-14) Damit diese Merkmale der Geschlechterordnung funktionieren, müssen die Menschen eine Vorstellung davon haben, warum sie existiert. Dieser Grund wird immer wieder in der Natur, also der biologischen Wahrheit gesucht. Bisexualität ist in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Diese Natürlichkeit der Bisexualität und die damit verbundenen Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern werden in den aktuellen feministischen Theorien hinterfragt. Gildemeis-ter und Wetterer (1992) haben deutlich darauf hingewiesen, dass die aktuelle Theorie nicht mehr nach dem Unterschied zwischen den Geschlechtern fragt, sondern wie diese Struktur entsteht und warum aufgrund der ungleichen wirtschaftlichen Verteilung und hierarchischen Struktur in unserer Gesellschaft Frauen an Bedeutung verlieren . Die Annahme, dass Geschlecht sozial konstruiert ist, bedeutet, dass sie verändert werden können. Du bist keine geborene Frau, du wirst eine Frau. Keine biologische, psychologische oder wirtschaftliche Entscheidung bestimmt die Gestalt der Frau in der Gesellschaft (de Beauvoir 1997: 334). Als Simone de Beauvoir diese Hypothese 1949 in ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ veröffentlichte, dauerte es einige Jahre, bis sie als feministische Denkweise übernommen wurde. Beauvoirs Grundhypothese erschien später in Form von Geschlecht und Geschlechterunterscheidung. Die Unterscheidung zwischen Gender und Gender stammt aus Diskussionen im amerikanischen Englisch und wurde in diesem Zusammenhang erstmals 1972 von der britischen Soziologin Ann Oakley verwendet (vgl. Frey / Dingler 2001: 7). Diese Begriffe werden in deutscher Sprache verwendet. Geschlecht ist ein biologisches Geschlecht, "bestimmt durch Anatomie, Morphologie, Physiologie und Hormone" (Gildemeister/Wetterer 1992:205). Mit Gender wird die von Gesellschaft und Kultur geprägte Geschlechtsidentität bezeichnet. Mit dieser Unterscheidung sollte die natürliche Legalisierung von Geschlechterunterschieden widerlegt werden. Gildemeister und Wetler kritisierten jedoch, dass bei dieser Unterscheidung mit dem Geschlecht ein Teil des Geschlechterunterschieds wieder der Natur zugeschrieben wird. Sie sprechen von "nur Repositionierungsbiologie" (Gildemeister/Wetterer 1992:206). Daher kritisieren sie, dass diese Unterscheidung wiederum auf dem biologischen Einfluss des Geschlechts (dh des Geschlechts) beruht. Daher forderten sie die Annahme einer "Nullhypothese", in der es keine inhärente Bisexualität gibt. Das ist wichtig, weil Naturbezüge in unserer Gesellschaft dazu beitragen, Geschlechterunterschiede zu legitimieren und damit Hegemonie zu festigen. Gildemeister und Wetterer beziehen sich auf West und Zimmerman, die glauben, dass Geschlecht durch Interaktion konstruiert wird. Bei der sozialen Konstruktion spielen drei Faktoren eine Rolle: 1. Körperliches Geschlecht (Geschlecht), das bei der Geburt anhand des kulturellen Klassifikationsmodells bestimmt wird. 2. Die soziale Verteilung des Geschlechts (Geschlechtskategorie), dh welches Geschlecht wird äußerlich durch Kleidung oder Körpersprache dargestellt. 3. Das Geschlecht manifestiert sich in Verhaltensweisen, die in der Interaktion ausgedrückt und gefestigt werden. (vgl. West / Zimmermann 1991 in Gil-demeister / Wetterer 1992, 212-213) Diese drei Faktoren sind voneinander unabhängig und konstituieren das Geschlecht. Aus dieser Aufschlüsselung ist ersichtlich, dass Bisexualität nicht weitergegeben wird. Read Less