Add Thesis

Berufsabschlüsse für erwachsene Personen

Durch Case Management das Validationsverfahren als kostengünstigste Variante zum Berufsabschluss für erwachsene Personen intensiver fördern

Written by S. Rölli

Paper category

Bachelor Thesis

Subject

Sociology

Year

2016

Abstract

Bachelor-Abschlussarbeit: Berufliche Qualifizierung von Erwachsenen Alle Wege führen nach Rom, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Das gilt auch für die Berufsbildung in der Schweiz. Allerdings muss das Sprichwort umgeschrieben werden: Es gibt viele Wege, um in der Schweiz einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen, und auch Erwachsene können dies tun. Dies schreibt das BBT in Artikel 9 Absatz 2 des Schweizer Berufsbildungsgesetzes (vgl. BBT 2010a: 6). Dieser Artikel bringt die Möglichkeit zum Ausdruck, inoffizielles Wissen für die Qualifizierung von Fachkräften zu nutzen. "Berufliche oder außerberufliche praktische Erfahrungen und neben der regulären Ausbildung erworbene fachliche oder allgemeine Bildung sind angemessen zu berücksichtigen" (BBG 2002: 3). § 17 Abs. 5 BBG regelt und ermöglicht den Erwerb von Berufsqualifikationen ohne formale Voraussetzungen. Berufsausbildung. Zudem verlangt dieser Artikel, dass die Lernenden das Qualifikationsverfahren absolvieren (vgl. BBT 2010a: 6). Konkret definiert § 33 BBG die Möglichkeiten für Erwachsene, anerkannte formale Berufsabschlüsse zu erlangen und bezeichnet diesen Weg als "andere Qualifikationsverfahren" (BBT 2010a: 6). Diese Varianten werden im nächsten Abschnitt erläutert. Die Häufigkeit der Nutzung der vier Varianten wird in Abschnitt 4.5 diskutiert. Diese Häufigkeiten geben Aufschluss über Fragen der Nachqualifizierung. 4.1 Formale berufliche Grundbildung Es handelt sich um eine Berufsbildung im klassischen Sinn, ähnlich der beruflichen Grundbildung für Jugendliche. Voraussetzung ist der Abschluss eines Ausbildungsvertrages. Erwachsene absolvieren die Berufsausbildung im gleichen Zeitraum wie Jugendliche, also 3 oder 4 Jahre. Darüber hinaus nehmen sie auch regelmäßig an überbetrieblichen Kursen teil. Erwachsene absolvieren die berufliche Grundbildung wie üblich nach dem Qualifikationsverfahren. Diese Qualifikation gilt für alle Berufe. Eine einschlägige schulische oder berufliche Vorbildung ist keine Voraussetzung. Es ist möglich, höhere Löhne als Jugendliche auszuhandeln. Dies ist jedoch reine Verhandlungssache zwischen einem Lernwilligen und einem Ausbildungsbetrieb. Die Kosten für Prüfungen, Lehrbücher und überbetriebliche Kurse werden in der Regel vom Lehrbetrieb getragen (vgl. Kanton Solothurn 2015: 1f.). 4.2 Verkürzte Dauer der beruflichen Grundbildung Für Absolventinnen und Absolventen einer einschlägigen beruflichen Grundbildung kann die Lehrzeit nach Art. 18 Abs. 2 verkürzt werden. 1 BBG verkürzt werden (vgl. BBG 2016: 6). Die Ausbildungszeit kann um mindestens ein Jahr verkürzt werden. "Der Ausbildungsbetrieb und die zuständige Stelle müssen der Verkürzung zustimmen." (Wetterstein/Newhouse 2012: 17). 4.3 Direkter Zugang zum Qualifizierungsprogramm nach § 32 BBV Diese Variante wird in der Literatur oft als Nachholbildung bezeichnet. Ein Ausbildungsvertrag ist hier nicht erforderlich. Die Lernwilligen können selbst entscheiden, wie sie sich auf das Qualifikationsverfahren vorbereiten. Sie können reguläre Kurse und überbetriebliche Kurse besuchen, müssen es aber nicht. Darüber hinaus bieten einige Bundesländer Vorbereitungskurse für bestimmte berufliche Qualifizierungsverfahren an. Wer lernen will, ist also nicht durch die Rahmenbedingungen eingeschränkt und kann selbst entscheiden, wann er das Qualifikationsverfahren beginnt (vgl. Kanton Solothurn 2015: 1f.). Einzig die Berufsbildungsvorschriften in BBV § 32 verlangen "eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung [in einem idealen Beruf]". Dieser hohe Freiheitsgrad erfordert ein gewisses Mass an Selbstständigkeit und eine gute Selbsteinschätzung. Auf diese Weise können Lernwillige trotzdem bezahlt werden. Die Lernwilligen tragen die Kosten für Bücher und Qualifizierungsverfahren. Der Vorteil dieser Variante ist, dass sie auf alle Berufe anwendbar ist (vgl. Kanton Solothurn 2015: 1f.). 4.4 Überprüfung der Bildungsleistung nach § 31 BBV Die Überprüfung der Bildungsleistung kann auch als Verifikationsverfahren bezeichnet werden, da sie in dieser Arbeit gelegentlich verwendet wird. Im Mittelpunkt des Verifikationsprozesses steht das informelle und informelle Wissen. Dieses Wissen kann in Form der Handlungsfähigkeit von Menschen durch bestimmte Verfahren erkannt werden. Damit wird dem informellen und informellen Wissen ein Wert beigemessen (vgl. BBT 2010a: 5ff.). Die rechtliche Grundlage ist Artikel 31 der Berufsbildungsverordnung. Es ist weder ein Lehrvertrag noch ein traditionelles Qualifikationsverfahren erforderlich. Diese Methode hat viele Vorteile, zum Beispiel ist sie von allen vier Varianten die kostengünstigste, sowohl für die Gesellschaft als auch für den Einzelnen. Ein großer Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass sie nur in einigen wenigen Branchen anwendbar ist. Auch hier ist eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung zwingend erforderlich (vgl. Kanton Solothurn 2015: 1f.). Die Überlebensregeln werden von der jeweiligen OdA (Weltarbeitsorganisation) festgelegt (vgl. BBT 2010a: 9). Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat Richtlinien für die Überprüfung von Bildungsleistungen und Netzwerkpartnern der Berufsbildung entwickelt. Read Less