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Erfolgreiches Entrepreneurship - Die Relevanz der Persönlichkeitseigenschaften, Werteorientierung, Gründungsmotive und Handlungsstrategien.

Eine genderspezifische Analyse

Written by Anita Furrer

Paper category

Master Thesis

Subject

Business Administration>Entrepreneurship

Year

2017

Abstract

Masterarbeit: Unternehmertum und Unternehmertum: ein Definitionsversuch Unternehmertum und Unternehmertum sind in der Definition von Forschung und Praxis sehr unterschiedlich. Nach Haid (2004) gibt es fast 80 verschiedene Definitionen. Diese unterschiedliche Definition basiert auf den Beiträgen von Forschern verschiedener Disziplinen. In den letzten Jahrzehnten wurde im Bereich Entrepreneurship nicht nur im Bereich der Wirtschaftswissenschaften geforscht, sondern auch in den Bereichen Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Geschichte oder Recht (Bijedić, 2013). Daher ist es nicht verwunderlich, dass es keine einheitliche Terminologie sowohl für das Vereinigte Königreich als auch für die Vereinigten Staaten oder den deutschsprachigen Raum gibt. In diesem Kapitel werden verschiedene Perspektiven und Definitionen von Unternehmertum diskutiert. Aus diesem Grund wird im Folgenden die Definitionsmethode der Entrepreneurship-Forschung erläutert. Anschließend wird der Forschungszweig des weiblichen Unternehmertums vorgestellt und die Definition von Unternehmern und Unternehmertätigkeit am Ende dieses Kapitels gegeben. Unternehmerschaft. 3.1 Methoden zur Definition von Entrepreneurship In den letzten Jahrzehnten ist das interdisziplinäre Forschungsfeld des Entrepreneurship zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt. Obwohl es ein junges Fach im deutschsprachigen Raum ist (Fallgatter, 2002; Horneber, 2013), ist es in der Forschung kein neues Phänomen. Historisch geht der Begriff „Unternehmer“ auf Richard Cantillon zurück, der ihn in seinem Aufsatz 1730 erstmals verwendet, um eine Person zu beschreiben, die wirtschaftliche Risiken eingeht und nach Gewinn strebt (Gera Debach, 2015). Im Laufe der Jahre wurde diese recht einfache Begriffsdefinition ergänzt und erweitert, beispielsweise durch produktivitätszentrierte Nutzung ökonomischer Ressourcen (Say, 1821, zitiert nach Gladbach, 2015), Innovation und Kreativität (Schumpeter, 1934, zitiert nach From Gladbach et al., 2015) und handeln im Kontext von Unsicherheit (Knight, 1961, zitiert nach Gladbach, 2015) oder der Identifizierung von Marktchancen (Kirzner, 1973, zitiert nach Gladbach, 2015). Die neuere Definition kombiniert diese Methoden, betont aber andere Aspekte. Grundsätzlich kann zwischen ökonomischen Methoden und psychologischen Methoden unterschieden werden. Diese werden in den folgenden beiden Abschnitten ausführlich beschrieben. 3.1.1 Ökonomische Methode in der Entrepreneurship-Forschung Die ökonomische Methode beschreibt einerseits die formalrechtlichen Aspekte der Unternehmensgründung und versucht andererseits, das unternehmerische Unternehmen aus einer funktionalen Perspektive zu definieren (Freiling, 2006). Die abgeleitete Basis basiert auf der bestehenden Vorgängerstruktur. Klassische Fälle sind beispielsweise Fusionen oder Übernahmen oder Management-Buyouts4. Auf der anderen Seite werden bei ursprünglichen Start-ups völlig neue Strukturen geschaffen (Kollmann, 2016). Ein Merkmal von abhängigen Unternehmen ist, dass ein neues Unternehmen gegründet wird, der Gründer jedoch in einem abhängigen Arbeitsverhältnis steht. Diese Person ist beispielsweise für die Vorbereitung und Durchführung einer Fusion oder Gründung einer Tochtergesellschaft zuständig. Auf der anderen Seite gibt es auch selbstständige Start-ups, bei denen eine Person selbstständig ein neues Unternehmen gründet (Kollmann, 2016), und der Unternehmer wird meist als die Person bezeichnet, die das Unternehmen selbstständig gegründet hat. Viele Autoren haben jedoch darauf hingewiesen, dass Entrepreneurship nicht unbedingt die Gründung eines Unternehmens beinhaltet, sondern auch ein Merkmal von Menschen mit besonderem unternehmerischen Denken und Verhalten sein kann (Brandstätter, 2011; Schaller, 2001); Jacobson, 2003). „[...] Die Gründer sind (meist) Unternehmer, aber nicht jeder Unternehmer muss Gründer sein“ (Schaller, 2001, S. 26), um die Analyse einzubeziehen. Unternehmer stellen daher Gründer gleichbedeutend mit dem Eigentum dar. Brandstätter (1997) definiert Unternehmer als Eigentümer und Entscheidungsträger und damit als Verantwortlicher des Unternehmens. Dieses Papier übernimmt dieses Verständnis. Im Rahmen der funktionalen Perspektive werden dem Unternehmer verschiedene Funktionen zugewiesen, wie beispielsweise die Abgrenzung zum Manager. Im Wesentlichen sind Innovationsfunktionen, Risikoübernahmefunktionen und Koordinationsfunktionen zu nennen (zB Harms, 2004; Bijedic, 2013; Heim, 2015). Innovative Features lassen sich auf Schumpeter zurückführen. Aus seiner Sicht sind Unternehmer Innovatoren, die neue Produkte entwickeln, verbesserte Verfahren und Prozesse implementieren oder neue Ressourcen erschließen (Heim, 2015). Read Less